Statement zum Wahlergebnis

Ich bin sehr zufrie­den mit dem Wahl­er­geb­nis, denn das Erst­stim­men­er­geb­nis ist das bes­te seit Kriegs­en­de. Dies ist ein ein­deu­ti­ges Zei­chen gegen Ste­fan Mül­ler und für eine kli­ma­ge­rech­te Poli­tik und für eine Poli­tik der Tole­ranz. Ich möch­te mich beim Wahl­kampf­team der Par­tei Die PARTEI Erlan­gen und Erlan­gen-Höch­stadt bedan­ken, die in den letz­ten Wochen uner­müd­lich gegen Ste­fan Mül­ler gekämpft haben!

Bei vie­len Wah­len rät­seln Soziolog*innen hin­ter­her, ob es sich bei den abge­ge­be­nen Stim­men um Stim­men von Protestwähler*innen han­delt oder ob Wähler*innen wirk­lich den Inhal­ten der Par­tei XY zustim­men. Im Fall von Ste­fan Mül­ler ist das kar: Jede Stim­me für Ste­fan Mül­ler war ein Pro­test gegen Ste­fan Mül­ler. Hm. Bis auf die Stim­men der Ver­wirr­ten und der Titelgläubigen.

Das Ergeb­nis wäre noch bes­ser gewe­sen, wenn ich für mich selbst hät­te stim­men kön­nen. Da ich aber nicht nach Erlan­gen umge­zo­gen bin, war das lei­der nicht mög­lich. Ber­lin, Pan­kow, 26.09.21

Alle Politiker*innen wer­den heu­te mit sich selbst hadern. Sie wer­den trau­rig sein, weil sie den­ken, dass eigent­lich mehr Men­schen für sie hät­ten stim­men müs­sen. Ich jedoch wer­de fei­ern, weil das Ergeb­nis her­vor­ra­gend war und weil ich weiß, dass mein Ergeb­nis nur des­halb nicht noch bes­ser aus­ge­fal­len ist, weil eini­ge aus Ver­se­hen den erst­bes­ten Ste­fan Mül­ler auf dem Wahl­zet­tel gewählt haben und nicht den besten.

Ich habe mei­ne Regie­rung bereits im Mai zusam­men­ge­stellt. Da der zukünf­ti­ge Bun­des­kanz­ler nicht in der Lage sein wird, die Her­aus­for­de­run­gen, die die Kli­ma­kri­se an uns stellt, zu meis­tern, möch­te ich anbie­ten, die Posi­ti­on als Bun­des­kanz­ler zu über­neh­men und mit mei­nem Kom­pe­tenz­team dem deut­schen Volk zu dienen.

Erfolge in den sozialen Medien und Wahlmanipulation

Ich war am 27.08. in Erlan­gen und habe mit­ge­hol­fen Wahl­pla­ka­te auf­zu­hän­gen. Davon hat der zwei­te Vor­sit­zen­de der Par­tei Die PARTEI Erlan­gen ein Bild gemacht, das nun außer­ge­wöhn­lich erfolg­reich ist. Es hat über 12.500 likes und über 800.000 erreich­te Konten.

Post von der Par­tei Die PARTEI Erlan­gen mit über 12.500 Likes und über 800.000 erreich­te Kon­ten, 11.09.2021, Bild: Mari­us Bey­er, 27.08.2021 Erlangen

Ich bin ein Mensch, der immer alles ver­ste­hen will, und habe lan­ge dar­über nach­ge­dacht, was der Grund für die­sen Erfolg sein könn­te. Ich hat­te erst ver­mu­tet, dass es an mei­nem äußerst char­man­ten Lächeln lie­gen könn­te. Aber der Weg­la­ch­on­kel von der CDU lächelt auch immer nett und den mag kei­ner (CDU ohne CSU liegt gera­de bei 15%, taz, 09.09.2021). Lächeln allein kann also nicht das Geheim­nis des Erfolgs sein.

Ich habe dann einen Bei­trag in der Tages­schau gese­hen, in dem vor Wahl­ma­ni­pu­la­tio­nen gewarnt wur­de. Haupt­säch­lich durch Rus­sen und Chinesen.

Nach reif­li­cher Über­le­gung bin ich zur Ein­sicht gekom­men, dass die Rus­sen Schuld sind. Ich hat­te vor kur­zem erneut mei­nen Lebens­lauf kor­ri­gie­ren müs­sen und nach­ge­tra­gen, dass ich Ehren­pio­nier der Sowjet­uni­on bin (Blog Post Kor­rek­tur Lebens­lauf).

Wie­so mir das mit dem Ehren­pio­nier wie­der ein­ge­fal­len ist und was das alles mit Kli­ma­schutz und Japan zu tun hat, könnt Ihr im Blog­post zur Kor­rek­tur mei­nes Lebens­lau­fes lesen. Bild: CC-BY Arne Rein­hardt, Ber­lin, 09.08.2021

Ich glau­be, dass die Rus­sen das falsch ver­stan­den haben und mich jetzt unter­stüt­zen. Also zumin­dest auf Insta­gram.

Ich freue mich dar­über natür­lich sehr, aber ich muss Putin lei­der ent­täu­schen: 1) fin­de ich, dass sie ihre Koh­le und ihr Öl in the ground kee­pen sol­len und 2) habe ich schon frü­her geschrie­ben, wie ich zusam­men mit mei­ner Minis­te­rin für Abrüs­tung und Ver­tei­di­gung Putin im Fal­le eines Angriffs per­sön­lich besie­gen wer­de (Auf­rüs­tung oder Abrüs­tung? und Mein Kabi­nett). Auch stre­be ich nicht wie frü­he­re SPD-Kanz­ler einen Sitz im Auf­sichts­rat von Gaz­Prom an (Wiki­pe­dia­ein­trag von Ger­hard Schrö­der). Ich habe alles, was ich mir wün­sche, außer Zeit, aber die kriegt man da auch nicht.

Quellen

Augus­tin, Kers­ten. 2021. Pro­jekt 18. taz. Ber­lin. (https://taz.de/!5795620/)

Preisausschreiben: Urlaub bei uns zu Hause

Der ursprüng­li­che Bei­trag war vom 22.05.2021, ich habe ihn am 13.08.2021 aktua­li­siert und den Ein­sen­de­schluss verschoben.

Die taz berich­tet heu­te unter der Über­schrift Wir kom­men! dar­über, wie wir schön wo in Euro­pa Urlaub machen kön­nen.1 Im Online-Arti­kel gibt es ein pri­ma Bild von einer lan­den­den TUI-Maschi­ne. Fra­ge: Ist es nicht irre, nach einer über­stan­de­nen Pan­de­mie sofort wie­der in alte Mus­ter zu ver­fal­len und das zu tun, was die Aus­brei­tung von Coro­na ermög­licht und zur Pan­de­mie geführt hat? Und Pan­de­mie ist das Eine, die grö­ße­re Kri­se wur­de durch Coro­na nur über­la­gert und da sind wir mit­ten drin: die Kli­ma­kri­se. Wir soll­ten also lokal Urlaub machen, denn so kann man kli­ma­schäd­li­che Flü­ge ver­mei­den. Die­ses Preis­aus­schrei­ben rich­tet sich an Men­schen mit Erst­wohn­sitz in Bay­ern. Der zu gewin­nen­de Preis sind 1000€ für den Auf­ent­halt auf einem bay­ri­schen oder thü­rin­gi­schen Bau­ern­hof zuzüg­lich der Bahn­ti­ckets. Die Schul­fe­ri­en in Bay­ern rotie­ren nicht wie die Feri­en der ande­ren Bun­des­län­der. Sie lie­gen fest in der Zeit vom 30.07.–13.09. Der Grund dafür ist, dass Bay­ern ein Agrar­land ist und die Kin­der bei der Ern­te hel­fen müs­sen (faz, 05.08.2016). Die­ser Grund ist aber zumin­dest für die Stadtbewohner*innen inzwi­schen hin­fäl­lig. Vie­le von denen wis­sen nicht, wo die qua­dra­ti­schen Fleisch­stück­chen her­kom­men, die sie jeden Tag essen. Der Sinn die­ses Preis­aus­schrei­bens ist es, Men­schen zu ermög­li­chen, lokal Urlaub zu machen und etwas über nicht-indus­tri­el­le Land­wirt­schaft zu erfahren.

Seit­dem ich die­se Preis­aus­schrei­ben-Sei­te zusam­men­ge­stellt habe, ist eini­ges pas­siert. Es dürf­te inzwi­schen allen klar sein, dass der Kli­ma­wan­del real ist und eine Gefahr für die Mensch­heit. Wir hat­ten in Deutsch­land Stark­re­gen, der 188 Men­schen das Leben gekos­tet (Wiki­pe­dia­ein­trag zur Flut­ka­ta­stro­phe) und Schä­den von mehr als 13 Mil­li­ar­den Euro allein in NRW ver­ur­sacht hat (dpa, 10.08.2021). Dazu kom­men Schä­den in Rhein­land-Pfalz, Sach­sen und Bay­ern. Die Dür­re­schä­den von 2018 (2,5 Mil­li­ar­den, rtr, 14.01.2019) wir­ken dage­gen schon fast lächer­lich. Die Urlaubs­re­gio­nen in Süd­eu­ro­pa sind kei­ne mehr. Es brennt in Grie­chen­land, der Tür­kei, Ita­li­en und Spa­ni­en. Auf Sizi­li­en wur­de mit 48,8° der euro­päi­sche Tem­pe­ra­tur­re­kord auf­ge­stellt. Die Hit­ze in Rom ist uner­träg­lich. Das wird sich mit­tel- und lang­fris­tig noch ver­schär­fen, wes­halb die­se Regio­nen als Urlaubs­zie­le weg­fal­len wer­den. Hier passt mein Ange­bot eines loka­len Urlaubs in Bay­ern bzw. Thüringen.

Preisfrage/Aufgabe

Nen­nen Sie min­des­tens drei kor­rup­te Politiker*innen der CSU. Bele­gen Sie die Kor­rup­ti­ons­vor­wür­fe mit Quel­len (Zeit­schrif­ten­ar­ti­kel, Fil­me, sons­ti­ge Medi­en, die den gän­gi­gen Qua­li­täts­stan­dards ent­spre­chen, gern auch mit sons­ti­gem Insi­der­ma­te­ri­al). (Tipp: In die­sem Blog gibt es zwei Sei­ten mit ent­spre­chen­den Behaup­tun­gen und Quel­len­an­ga­ben.) Geben Sie die poli­ti­sche Funk­ti­on der genann­ten Politiker*innen an. Ein­sen­dun­gen inklu­si­ve Social-Media-Hand­le bit­te an St.Mueller@diepartei-erlangen.de.

Preis

Zu gewin­nen gibt es maxi­mal 1000€ für eine Rei­se zu einem Bau­ern­hof der Wahl, bevor­zugt sol­che mit öko­lo­gisch aus­ge­rich­te­ter Land­wirt­schaft. Der Hof muss in Bay­ern oder im angren­zen­den Thü­rin­gen lie­gen. Die Bahn­fahrt zwei­ter Klas­se von bis zu vier Per­so­nen wird bis zu einem Maxi­mal­preis von 200€ eben­falls über­nom­men. Sie wird vom Team Mül­ler gebucht bzw. Team Mül­ler steht bei der Buchung bera­tend zur Sei­te. Alter­na­ti­ve Anrei­se mit dem Rad ist natür­lich mög­lich (Der Saa­le-Rad­wan­der­weg beginnt in Hof.) 

Die schöns­te Bahn­stre­cke der Welt: die Saa­le­bahn in der Nähe der Rudels­burg, pho­to­gra­phiert vom Saa­le-Rad­wan­der­weg, 21.07.2020. Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND 

Der Preis wird nach Erfül­lung der Teil­nah­me­be­din­gun­gen aus­ge­zahlt (alter­na­ti­ve Reg­lun­gen kön­nen abge­spro­chen werden).

Teilnahmebedingungen

Teil­neh­men kön­nen Men­schen mit dem Erst­wohn­sitz in Bay­ern. Gleich­zei­tig mit der Ein­rei­chung der Lösung fol­gen die Teil­neh­men­den Ste­fan Mül­ler auf einem der Social-Media-Accounts (twit­ter, Insta­gram, Face­book) und tei­len den Preis­aus­schrei­ben-Post (Post auf twit­ter, Insta­gram, Face­book). Der Urlaub wird auf den sozia­len Medi­en beglei­tet und die Social-Media-Accounts von Ste­fan Mül­ler min­des­tens ein­mal pro Tag erwähnt. Der Urlaub dau­ert min­des­tens eine Woche.

Sozia­le Kri­te­ri­en kön­nen bei der Aus­wahl der Preisträger*innen eine Rol­le spie­len, falls Anga­ben gemacht wer­den. Fami­li­en, egal wel­cher Zusam­men­set­zung (sie­he Mensch & Fami­lie), wer­den bevorzugt. 

Mit­glie­der der Par­tei Die PARTEI sind von der Teil­nah­me aus­ge­schlos­sen, kön­nen mir aber auch so auf allen Kanä­len fol­gen und belas­ten­des Mate­ri­al über csU-Mit­glie­der zuschi­cken. Zwin­kers­mi­ley. (Aktua­li­sie­rung 14.08.: PAR­TEI-Mit­glie­der kön­nen auch mit­ma­chen, Nicht-Mit­glie­der wer­den aber bevorzugt)

Einsendeschluss

Der Ein­sen­de­schluss ist der 26.08.2021. Die Sieger*innen wer­den am 28.08.2021 bei mei­nem Wahl­kampf­auf­tritt in Erlan­gen bekannt gegeben.

Rechtsweg

Der Rechts­weg ist ausgeschlossen.

Spenden

Wenn Sie die­se Akti­on gut fin­den, kön­nen Sie das unter­stüt­zen und wir kön­nen das Preis­geld erhö­hen. Spen­den bit­te unter dem Stich­wort „KV Erlan­gen: Urlaub in Bay­ern“ an:

Inha­ber: Die PARTEI Lan­des­ver­band Bay­ern
IBAN: DE71 7015 0000 1000 4575 70
BIC: SSKMDEMMXXX
Bank: Spar­kas­se München

Spen­den kön­nen von der Steu­er abge­setzt werden.

Quellen

dpa. Flut­ka­ta­stro­phe: 13 Mil­li­ar­den Euro Scha­den in NRW. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Archiv-Suche/!5788170/)

rtr. 2019. Bau­ern­prä­si­dent: Dür­re­som­mer sorgt für 2,5 Mil­li­ar­den Euro Scha­den. Neue West­fä­li­sche. (https://www.nw.de/nachrichten/wirtschaft/22349286_Bauernpraesident-Duerresommer-sorgt-fuer-25-Milliarden-Euro-Schaden.html)

Schipp, Anke. Wie erklä­re ich’s mei­nem Kind? War­um die Bay­ern immer als Letz­te Som­mer­fe­ri­en haben. Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung. (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/familie/wie-erklaere-ich-s-meinem-kind/warum-bayern-immer-als-letzte-sommerferien-haben-14371921.html)

Facebook is evil

Face­book ist eine Daten­kra­ke. Aber man braucht es, um Wah­len zu gewin­nen. Face­book spiel­te schon öfter unrühm­li­che Rol­len in der Poli­tik: zum Bei­spiel half es Trump, die Wah­len zu gewin­nen und auch beim Bre­x­it waren Face­book-Daten beteiligt. 

Big data

Der Züri­cher tages­an­zei­ger beschreibt in sei­nem Arti­kel sehr genau, was man aus Face­book-Daten her­aus­le­sen kann und wie man die­ses Wis­sen benut­zen kann.

Kosin­ski geht wie im Rausch immer wei­ter: Bald kann sein Modell anhand von zehn Face­books-Likes eine Per­son bes­ser ein­schät­zen als ein durch­schnitt­li­cher Arbeits­kol­le­ge. 70 Likes rei­chen, um die Men­schen­kennt­nis eines Freun­des zu über­bie­ten, 150 um die der Eltern, mit 300 Likes kann die Maschi­ne das Ver­hal­ten einer Per­son ein­deu­ti­ger vor­her­sa­gen als deren Part­ner. Und mit noch mehr Likes lässt sich sogar über­tref­fen, was Men­schen von sich sel­ber zu wis­sen glau­ben. Am Tag, als Kosin­ski die­se Erkennt­nis­se publi­ziert, erhält er zwei Anru­fe. Eine Kla­ge­an­dro­hung und ein Stel­len­an­ge­bot. Bei­de von Facebook.

Han­nes Gras­seg­ger & Mika­el Kro­ge­rus. 2018. «Ich habe nur gezeigt, dass es die Bom­be gibt» tages­an­zei­ger. Zürich, 20.03.2018

Face­book hat Expe­ri­men­te mit fast 700.000 Nutzer*innen gemacht, hat deren Stim­mun­gen ana­ly­siert und wie sich bestimm­te Posts dar­auf aus­wir­ken (Kra­mer et. al, 2014). Sol­che Expe­ri­men­te sind von den Face­book-Nut­zungs­be­din­gun­gen abgedeckt:

Posts were deter­mi­ned to be posi­ti­ve or nega­ti­ve if they con­tai­ned at least one posi­ti­ve or nega­ti­ve word, as defi­ned by Lin­gu­is­tic Inqui­ry and Word Count soft­ware (LIWC2007) (9) word coun­ting sys­tem, which cor­re­la­tes with self-repor­ted and phy­sio­lo­gi­cal mea­su­res of well-being, and has been used in pri­or rese­arch on emo­tio­nal expres­si­on (7, 8, 10). LIWC was adap­ted to run on the Hado­op Map/Reduce sys­tem (11) and in the News Feed fil­te­ring sys­tem, such that no text was seen by the rese­ar­chers. As such, it was con­sis­tent with Facebook’s Data Use Poli­cy, to which all users agree pri­or to crea­ting an account on Face­book, con­sti­tu­ting infor­med con­sent for this research.

Kra­mer et. al, 2014: 8789

Whatsapp

Face­book hat 2014 Whatapp gekauft. Die Sicher­heit der App wur­de immer wie­der kri­tisch beurteilt:

Im Mai 2012 kri­ti­sier­te die Stif­tung Waren­test das Daten­sen­de­ver­hal­ten der App, da die­se alle gespei­cher­ten Tele­fon­num­mern (die bei Whats­App als Nut­zer­ken­nun­gen die­nen) unver­schlüs­selt an den Whats­App-Ser­ver über­trägt, und ver­gab das Urteil „sehr kri­tisch“.[86] Auch in einem Schnell­test im Febru­ar 2014 erhielt die App das Urteil „sehr kri­tisch“ im Bereich Daten­schutz.[87]

Nie­der­län­di­sche und kana­di­sche Behör­den ermit­teln gegen das Unter­neh­men wegen Ver­let­zung von Daten­schutz­be­stim­mun­gen.[88] Whats­App greift auch auf Infor­ma­tio­nen über Nicht­nut­zer des Diens­tes zu und spei­chert die­se. Zudem ist die Sicher­heit der Nach­rich­ten wei­ter­hin unge­wiss.[89]

Wiki­pe­dia-Ein­trag zu Whats­app, 29.04.2021

Der letz­te Satz klingt eini­ger­ma­ßen harm­los: Jo, da spei­chern se halt irgend­was über die ande­ren mit. Aber was macht Face­book genau? Bzw. Ihr, die Whats­app noch nutzt, bzw. Ihr, die Whats­app genutzt haben? Das kom­plet­te Adress­buch der Nutzer*innen wird hoch­ge­la­den und immer mal wie­der aktua­li­siert. Da 80% aller Deut­schen bei Whats­app sind, hat Face­book die Adress­bü­cher von 80% aller Deut­schen. In die­sen Adress­bü­chern sind die Adres­sen der rest­li­chen 20% ent­hal­ten. Auch mei­ne Adres­se, obwohl ich mich nie bei Whats­app ange­mel­det habe. Face­book hat also ein kom­plet­tes Pro­fil aller Sozi­al­kon­tak­te im Land. All­ler! Die rest­li­chen 20% kann man rekon­stru­ie­ren. Glaubt mir, ich bin (pro­mo­vier­ter) Informatiker. 

Beim Kauf von Whats­app hat Face­book ver­spro­chen, die Daten von Whats­app und Face­book nicht zusam­men­zu­füh­ren. Sie haben behaup­tet, dass das tech­nisch nicht mög­lich sei. Ab 2016 haben die Nutzer*innen aber zuge­stimmt, dass ihre Daten an Face­book über­tra­gen wer­den dür­fen. Im Janu­ar 2021 hat Face­book die Nut­zungs­be­din­gun­gen geän­dert, Nutzer*innen, die nicht expli­zit der Wei­ter­ga­be ihrer Daten an Face­book zustim­men, wer­den von Whats­app ausgeschlossen.

Noch­mal zu den Sozi­al­pro­fi­len: Face­book kennt uns alle! Als ich mich vor eini­gen Jah­ren bei Face­book ange­mel­det habe, hat es mir Men­schen zum Fol­gen vor­ge­schla­gen. Dar­un­ter die Frau eines Kol­le­gen. Ich bin fast vom Stuhl gefal­len. Die Frau muss ihr gesam­tes Adress­buch an Face­book über­tra­gen haben und mei­ne Mail-Adres­se war dabei. Mail-Adres­sen gepaart mit Namen, Tele­fon­num­mern gepaart mit Namen, Kre­dit­kar­ten-Num­mern gepaart mit Namen, Ergeb­nis­se von Web-Suchen. Kom­plet­te Per­sön­lich­keits­pro­fi­le. Der Sta­si hät­te das gro­ßen Spaß gemacht.

Wisst Ihr manch­mal nicht, wer Ihr seid? Face­book weiß es immer!

Zerschlagung

Face­book star­te­te als ein Klas­sen­buch, bei dem man sei­ne Klassenkamerad*innen nach hot or not ein­sor­tie­ren konn­te. Wie nied­lich (nun ja …). Jetzt ist es ein Mons­ter! Was kann man tun? Nicht viel, denn wenn man sagt, wir tei­len Face­book in lau­ter klei­ne Face­books, so wie das mit Bell in den USA gemacht wur­de, dann funk­tio­niert das nicht, denn der Witz an Face­book ist, dass es ein gigan­ti­sches Netz aus Freun­den, Geschäfts­leu­ten und Politiker*innen ist. Ein welt­um­span­nen­des. Aber was man tun kann, ist, Face­book, Whats­app und Insta­gramm wie­der zu tren­nen und ähn­li­che Ansamm­lun­gen in Zukunft zu unterbinden.

Und dann ist da noch: Dopamin

Und dann ist da noch das Pro­blem, dass Face­book süch­tig macht.

Face­book | Süch­tig nach Dopa­min (2/8) | ARTE, 18.09.2019

Aber das kön­nen wir wohl der Eigen­ver­ant­wor­tung der Nutzer*innen über­las­sen. Ihr seid ja alle erwach­sen. ODER?

Gewinne und Steuern

Das gan­ze gro­ße Com­pu­ter/­Di­gi­tal-Busi­ness (Goog­le, Apple, Face­book, Ama­zon) zahlt prak­tisch kei­ne Steu­ern, weil es die Fir­men­sit­ze in Steu­er­oa­sen hat (zum Bei­spiel in Irland). Das muss drin­gend geän­dert werden.

Auf zu Facebook!

Face­book hat 2,797 Mil­li­ar­den akti­ve Nutzer*innen. Fast 3 Mil­li­ar­den poten­ti­el­le Ste­fan-Mül­ler-Fans. Ich habe des­halb beschlos­sen, eine Face­book-Sei­te für Ste­fan Mül­ler ein­zu­rich­ten. Die­ser Post wird mein ers­ter Bei­trag auf Face­book sein.

Als Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter wer­de ich mich für die Zer­schla­gung von Face­book und für eine gerech­te Besteue­rung der Gewin­ne der Inter­net-Kon­zer­ne einsetzen.

Quellen

Bergt, Sven­ja. 2019. Paris führt Digi­tal­steu­er ein: Frank­reich sou­ve­rän. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Paris-fuehrt-Digitalsteuer-ein/!5606487)

Din­gel­dey, Phil­ip. 2014. Face­book-Stu­die: Glück­li­che Nut­zer schaf­fen glück­li­che Nut­zer. faz. Frankfurt/Main. (https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/facebook-studie-beeinflussung-der-gefuehle-durch-postings-12971860.html)

Szent-Ivanyi, Tim. 2020. Wie bei Goog­le, Face­book und Co. künf­tig Steu­ern kas­siert wer­den sol­len. RND Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. (https://www.rnd.de/politik/wie-bei-google-facebook-und-co-kunftig-steuern-kassiert-werden-sollen-4PZC3M4Y2ZF6NJJVSVF2B3YFOQ.html)

Gras­seg­ger, Han­nes & Kro­ge­rus, Mika­el. 2018. «Ich habe nur gezeigt, dass es die Bom­be gibt»: Psy­cho­lo­ge Michal Kosin­ski weiss, wie man Men­schen anhand ihres Face­book-Ver­hal­tens ana­ly­siert. tages­an­zei­ger. Zürich. (https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/diese-firma-weiss-was-sie-denken/story/17474918)

Kra­mer, Adam D. I. & Guil­l­o­ry, Jamie E. & Han­cock, Jef­frey T. 2014. Expe­ri­men­tal evi­dence of mas­si­ve-sca­le emo­tio­nal con­ta­gi­on through social net­works. Pro­cee­dings of the Natio­nal Aca­de­my of Sci­en­ces 111(24). 8788–8790. (doi:10.1073/pnas.1320040111)