Mein Kabinett

Mar­tin Son­ne­born, Chef der Par­tei Die PARTEI, beant­wor­tet die Fra­ge der taz nach mög­li­chen Koali­ti­ons­part­nern, indem er eine Koali­ti­on mit der CDU/CSU, der SPD, den Grü­nen, der AfDP, und der Lin­ken aus­schließt (taz, 11.05.2021). Das ist soweit ok, aber dann fährt er fort: „Wir sind die ein­zi­ge Par­tei, die mit abso­lu­ter Sicher­heit auch nach der Wahl Oppo­si­ti­on ist.“ Die­se Mut­lo­sig­keit hat mich zutiefst erschüt­tert und als Par­tei­lo­ser, der für die PARTEI antritt, sehe ich es als mei­ne Pflicht, den PAR­TEI-Chef zu kri­ti­sie­ren. Die SPD stürzt sich mit einem Kanz­ler­kan­di­da­ten in den Wahl­kampf und wir geben jetzt schon auf? Wir haben 299 Direktkandidat*innen und alle sind SEHR GUT. Ich habe die Wahl­krei­se mit viel­ver­spre­chen­den Kandidat*innen grau markiert.

Kar­te vom Bun­des­wahl­lei­ter. Alle Wahl­krei­se, die von der Par­tei Die PARTEI höchst­wahr­schein­lich direkt gewon­nen wer­den, habe ich grau eingefärbt.

299 Man­da­te. Das wäre die Hälf­te aller Bun­des­tags­man­da­te und wir brau­chen dann also nur einen Abge­ord­ne­ten der ande­ren Par­tei­en, der uns dul­det und den habe ich schon.1 Sie­he dazu Minis­ter des Innern. Es gibt also einen Weg für die PARTEI, die Macht zu über­neh­men und Mar­tin Son­ne­born will trotz­dem ein­fach auf­ge­ben? Gibt es jetzt selbst in der Par­tei Die PARTEI schon Rea­los? Als der Mut Mar­tin Son­ne­born noch nicht ver­las­sen hat­te, hat­te er ver­kün­det, dass die Par­tei alle Direktkandidat*innen zu Kanzlerkandidat*innen nomi­niert. Das war ein groß­ar­ti­ger Schritt, denn alle sind SEHR GUT und glei­cher­ma­ßen geeig­net. Das ist es, was wir brau­chen, in die­ser krie­sen­ge­schüt­tel­ten Zeit: Visio­nen! Wäh­rend die SPD zum Arzt gehen wür­de, wenn sie Visio­nen hät­te, kann ich das nicht machen, denn dann säße ich dau­ernd beim Arzt.

Ich bin wahr­schein­lich der ein­zi­ge Politiker*in, der/die ihren Wähler*innen und Wäh­lern all ihre Gedan­ken offen mit­teilt. Ich kann das tun, weil ich kei­ne Stim­men­ver­lus­te befürch­ten muss, denn ich habe bereits wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen, dass ich das Direkt­man­dat in Erlan­gen und Erlan­gen-Höch­stadt erlan­gen wer­de (sie­he War­um ich das Direkt­man­dat gewin­nen wer­de). Des­halb wer­de ich jetzt hier auch bereits zu einem Zeit­punkt mei­ne zukünf­ti­ge Regie­rung vor­stel­len, zu dem man­che Par­tei­en noch nicht ein­mal ein Wahl­pro­gramm haben.2

Kri­te­ri­en für die Aus­wahl waren Kom­pa­ti­bi­li­tät mit mei­ner kom­pro­miss­lo­sen, sozi­al ver­träg­li­chen 1,5°-Politik, fach­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on, reprä­sen­ta­ti­ve Zusam­men­set­zung in Bezug auf Geschlecht, Diver­si­tät und ein aus­ge­wo­ge­nes Ost-West-Verhältnis.

Kabinett Müller I

Es ist üblich, dass bei Regie­rungs­neu­bil­dun­gen Minis­te­ri­en anders zuge­schnit­ten wer­den. Hier mei­ne Vision:

Bundeskanzler

Ste­fan Mül­ler. Das bin ich. Sie­he Wer ich bin und war­um ich für den Bun­des­tag kan­di­die­re.

Minister für Transparenz

Mar­co Bülow (ange­fragt) war in der SPD und als SPD-Abge­ord­ne­ter auch im Bun­des­tag. Er war dort von 2005 bis 2009 Spre­cher der Frak­ti­ons­ar­beits­grup­pe für Umwelt, Natur­schutz und Reak­tor­si­cher­heit. Von 2009 bis 2013 war er Ener­gie­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD. Er ist aus Pro­test gegen Kor­rup­ti­on und Lob­by­is­mus dort aus­ge­tre­ten. Er ist SEHR GUT.

Mar­co Bülow spricht auf der Mon­tags­de­mo für Kli­ma­schutz von Berlin4Future über Kor­rup­ti­on und Lob­by­is­mus, Ber­lin, Alex­an­der­platz, 07.09.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Das ein­zi­ge Pro­blem mit Mar­co Bülow ist, dass er viel popu­lä­rer ist als ich. Aber das hat ja bei der Kanz­ler­kan­di­da­tur der cdU/csU auch kei­ne Rol­le gespielt. Wir eini­gen uns sicher irgend­wie. Mög­lich wäre ja auch eine Dop­pel­spit­ze. Wir tau­schen dann jede Woche die Ämter.

Ministerin für Abrüstung und Verteidigung

Anna Brom­ley kann Kungfu. Sie hat als Door­wo­man gear­bei­tet und ist SEHR STARK. Zusam­men sind wir ein Dream­team. Ich habe ja bereits dar­ge­legt, wie ich als Pazi­fist in der gegen­wär­ti­gen geo­po­li­ti­schen Lage agie­ren wer­de (sie­he Auf­rüs­ten oder Abrüs­ten). Ich kann Kara­te und sie Kungfu. Die Kungfu-Sti­le ahmen Tie­re nach. Ster­ben­der Schwan und so. Wäh­rend sie also eine Tier­vor­füh­rung macht, ist Putin abge­lenkt und dann kommt mein Lasso.

Anna Brom­ley bei SAVVY Funk, SAVVY Con­tem­pora­ry, Deutsch­land­ra­dio Kul­tur und docu­men­ta 14, Ber­lin, 25.06.2017, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Außer­dem pro­mo­viert Anna gera­de über Albern­heit (kein Witz!). Sie wür­de also per­fekt ins Kabi­nett Mül­ler I pas­sen. Also zu mir. Die ande­ren sind alle total ernst. Dem Ernst der Lage ange­mes­sen (sie­he Denn sie wis­sen nicht, was sie tun, die Über­schrift bezieht sich auf die cdU/csU, nicht auf mein Kabi­nett. Obviously).

Mein Bru­der war sau­er, als er mein Kabi­nett gese­hen hat. Er mein­te, er wäre auch ein guter Minis­ter für Abrüs­tung gewe­sen. Das stimmt, denn er ist dees­ka­lie­rend und fröh­lich. Aber ers­tens ist er, glau­be ich, nicht so stark wie Anna, kann kei­ne ster­ben­den Schwä­ne tan­zen und außer­dem geht die­ses Minis­te­ri­um ohne­hin tra­di­tio­nell an Frau­en. Aber er wird jetzt Außenminister.

Ministerin für Verbraucherschutz

Das macht die­se Frau (noch nicht ange­fragt). Ihr Haupt­auf­ga­be ist es, die Verbraucher*innen davor zu schüt­zen, Müll-Mode zu Dum­ping­prei­sen zu kau­fen, die sie dann unge­tra­gen wegwerfen.

Frau, die gegen Fast Fashion demons­triert. Fri­days For Future Demons­tra­ti­on in Ber­lin, 20.09.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Lei­der weiß sie noch nichts von ihrem Amt, da ich sie nicht per­sön­lich ken­ne. Sach­dien­li­che Hin­wei­se zur Per­son neh­me ich unter St.Mueller@diepartei-erlangen.de entgegen.

Minister für Finanzen 

Maja Göpel (ange­fragt) hat meh­re­re Bücher über kli­ma­kom­pa­ti­ble Trans­for­ma­ti­on geschrie­ben. Sie ist SEHR GUT. Das Finanz­mi­nis­te­ri­um wäre bei ihr in guten Händen. 

Soll­te sie wider Erwar­ten ableh­nen und wei­ter nur bera­tend mit­wir­ken wol­len, wür­de ich als nächs­tes Lui­sa Neu­bau­er fra­gen. Auch sie kennt sich in Kli­ma­fra­gen bes­tens aus und hat Visio­nen. Sie hält eine ande­re Welt für mög­lich. Sie ist SEHR GUT! Lui­sa Neu­bau­er hat bereits gezeigt, dass sie sich nicht kor­rum­pie­ren lässt, denn sie hat das Ange­bot im Sie­mens-Auf­sichts­rat mit­zu­wir­ken abgelehnt.

Lui­sa Neu­bau­er liest auf der Demo #1JahrNurBlockiert ihre Rede vor, die sie vor einem Jahr beim ers­ten Streik von Fri­days For Future Ber­lin gehal­ten hat. Ber­lin, 13.12.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Sie hat Hans-Georg Maaßen zu Recht öffent­lich vor­ge­wor­fen, dass er anti­se­mi­ti­sche Codes ver­wen­det und ent­spre­chen­de Inhal­te teilt (RND, 10.05.2021, RND, 13.05.2021) und wür­de sicher auch mei­nen Kurs einer Aus­wei­sung Maaßens aus der SBZ mit­tra­gen (sie­he mei­nen Bei­trag zum Anti­fa­schis­ti­schen Schutz­wall).

All die sehr guten Din­ge, die die ande­ren Minis­te­ri­en umset­zen sol­len, wer­den Geld kos­ten. Viel Geld. Der gegen­wär­ti­ge Finanz­mi­nis­ter (Olaf Scholz von der SPD) hat kei­nen Plan (taz, 14.05.2021), wie er sein Wahl­pro­gramm finan­zie­ren soll. Ich dage­gen habe einen. Steu­ern, Steu­ern, Steu­ern. Wir alle ken­nen die Spit­zen­steu­er­sät­ze aus Skan­di­na­vi­en und wis­sen, dass Men­schen in Gesell­schaf­ten mit gerin­ge­rem Reich­tums­ge­fäl­le glück­li­cher sind. Und es sind nicht nur die beson­de­ren Skan­di­na­vi­er: Wie der nie­der­län­di­sche His­to­ri­ker Rut­ger Breg­man 2019 auf dem Welt­wirt­schafts­gip­fel in Davos dar­ge­legt hat, gab es in den USA in den 50er Jah­ren unter dem repu­bli­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Eisen­ho­wer einen Spit­zen­steu­er­satz von 91% und eine Erb­schafts­steu­er von 70%. Geht alles. Wir müs­sen nur wollen.

Rut­ger Breg­man for­dert auf dem Welt­wirt­schafts­gip­fel in Davos Steu­ern, Steu­ern, Steu­ern. 2019

Rut­ger Breg­man wur­de übri­gens im Jahr dar­auf nicht wie­der zum Welt­wirt­schafts­gip­fel ein­ge­la­den. Tja.

Minister für Gesundheit

Dr. Hen­ning Toh­le (ange­fragt) ist Arzt und gegen Flug­lärm aktiv. Er ist SEHR GUT.

Dr. Hen­ning Tho­le bei einem Tref­fen der Anwohner*innen des Flug­ha­fens Tegel zum The­ma Flug­lärm im Rat­haus Pan­kow, 26.09.2015, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Flug­lärm ist ein enor­mes Gesund­heits­ri­si­ko, was durch epi­de­mo­lo­gi­sche Stu­di­en am Flug­ha­fen Frankfurt/Main nach­ge­wie­sen wur­de. Gemein­sam wer­den wir mit der Ver­kehrs­mi­nis­te­rin dafür sor­gen, dass unren­ta­ble Regio­nal­flug­hä­fen (also alle?) geschlos­sen wer­den und der Ver­kehr auf den gro­ßen Flug­hä­fen redu­ziert wird. Das kann man ins­be­son­de­re durch strik­te Nacht­flug­ver­bo­te und die Reduk­ti­on von Inlands­flü­gen erreichen.

Ansons­ten gibt es im Gesund­heits­we­sen viel zu tun und auch im Okto­ber wird die Pan­de­mie noch nicht vor­bei sein. Hen­ning Tho­le ist auch bei Sci­en­tists For Future aktiv und kennt sich mit den gesund­heit­li­chen Fol­gen des Kli­ma­wan­dels bes­tens aus.

Ministerin für Wirtschaft

Ulri­ke Herr­mann (ange­fragt) ist stu­dier­te Öko­no­min und Wirt­schafts­re­dak­teue­rin bei der taz. Sie sagt ganz klar, dass unbe­grenz­tes Wachs­tum nicht funk­tio­niert, dass Kli­ma­ver­träg­lich­keit bedeu­tet, dass es kei­ne pri­va­ten Pkws und kei­ne pri­va­ten Flü­ge geben kann. Wir müs­sen den Pro­zess des grü­nen Schrump­fens ein­lei­ten, wenn wir kli­ma­kom­pa­ti­bel wer­den wollen.

Ulri­ke Herr­mann, Öko­no­min von der taz spricht auf dem Kli­ma­mon­tag, Ber­lin, Alex­an­der­platz, 03.05.2021, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Ulri­ke Herr­mann arbei­tet in einer Fir­ma, an der ich Antei­le hal­te, aber ich den­ke, dass der zukünf­ti­ge Trans­pa­renz­mi­nis­ter das schon gut­hei­ßen wird, denn die Bei­tei­li­gung ist öffent­lich (sie­he Trans­pa­renz­er­klä­rung)

Minister für Arbeit, Familie und Soziales

Minis­ter für Arbeit und Sozia­les wird mein Freund Klaus. Er ist sehr gut. Also nicht nur SEHR GUT. Ein­fach sehr gut. Er war lan­ge Jah­re gesund­heits­be­dingt arbeits­los und lebt nun von Mindestrente. 

Der Ste­fan Mül­ler von der csU woll­te ja einen Arbeits­dienst für Arbeits­lo­se ein­füh­ren (sie­he Wiki­pe­dia­ein­trag) und Jens Spahn fin­det, dass man mit Hartz IV ein kom­for­ta­bles Aus­kom­men habe (sie­he mein Bei­trag Soll sie der Blitz … Filz bei der Uni­on). Wir wür­den in Zusam­men­ar­beit mit dem Finanz­mi­nis­te­ri­um die Hartz IV-Sät­ze anhe­ben und uns für ein Bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men ein­set­zen. Es ist klar, dass das nicht ein­fach ist und es vie­les zu beden­ken gibt, aber dar­an wer­den wir arbei­ten. Bevor das Bedin­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men ein­ge­führt ist, wer­den wir die Min­dest­löh­ne anhe­ben und auf extre­mer (Selbst-)Ausbeutung basie­ren­de Ange­bo­te, die immer wie­der Wege fin­den, die Sozi­al­stan­dards zum umge­hen, wie zum Bei­spiel Uber verbieten.

Klaus hat neun Kin­der und als Ossi weiß er ohne­hin, wie wich­tig Kin­der­be­treu­ung ist und wie sie so funk­tio­nie­ren kann, dass Frau­en auch arbei­ten kön­nen. Lie­be Wähler*innen und Wäh­ler, die Fra­ge der Gen­der­ge­rech­tig­keit lösen wir nicht mit einem Stern­chen. Und wenn Ihr Euch anguckt, was Merz und sei­ne Kum­pels gera­de machen, dann merkt Ihr es selbst. Immer wenn der Kor­rup­ti­ons­skan­dal-Topf am Über­ko­chen ist, dann rufen sie laut: Gen­der­stern­chen und alle sind eine Woche beschäf­tigt. Die Fra­ge der Gen­der­ge­rech­tig­keit ist eine öko­no­mi­sche Fra­ge und so lan­ge die Mut­ter von Söders unehe­li­chem Kind kei­ne Kin­der­be­treu­ung hat, weil Söder dage­gen ist, dass in Bay­ern Krip­pen­plät­ze geschaf­fen wer­den, so lan­ge wer­den Frau­en öko­no­misch abhän­gig sein bzw. in Armut leben. Sie­he hier­zu und zur ver­lo­ge­nen Fami­li­en­po­li­tik der csU auch mei­nen Post Mensch & Fami­lie. Hat­te ich schon erwähnt, dass die csU eine kor­rup­te Par­tei ist und die cdU auch? Könnt Ihr in Denn sie wis­sen nicht, was sie tun und Soll sie der Blitz … Filz bei der Uni­on nachlesen.

Minister für Zukunft und Klimafragen

Gre­gor Hage­dorn (ange­fragt) ist Aka­de­mi­scher Direk­tor am Muse­um für Natur­kun­de Ber­lin, Mit­grün­der und Spre­cher von Sci­en­tists for Future und SEHR GUT. Er ist bes­tens ver­netzt und weiß auf alle Zukunfts­fra­gen eine Antwort.

Dr. Gre­gor Hage­dorn (Musee­um für Natur­kun­de) bei der Vor­füh­rung des Films von S4F im Del­phi-Kino, Ber­lin, 26.09.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY 

Er ist nicht nur sehr gut, son­dern auch SEHR MÄCHTIG, denn er hat 26.800 Sci­en­tists For Future hin­ter sich und es wer­den täg­lich mehr. Das Wachs­tum der Unterstützer*innen ist expo­nen­ti­ell und Ihr wisst, was das heißt, oder? 

„Auf die grü­ne Sei­te der Macht du kom­men sollst“ Pla­kat bei Demo von Fri­days For Future in Ber­lin, 24.05.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Ministerium für Zauberei

Wir sind nicht allein auf die­sem Pla­ne­ten, obwohl wir gera­de hart dar­an arbei­ten, alles ande­re Leben aus­zu­rot­ten (sie­he Arten­ster­ben im Bei­trag Denn sie wis­sen nicht, was sie tun). Aber es gibt noch ande­re Lebe­we­sen, die wir nicht so leicht umbrin­gen kön­nen. Und sie sind SEHR MÄCHTIG, noch mäch­ti­ger als Gre­gor Hage­dorn. Die drei hier Abge­bil­de­ten arbei­ten im Minis­te­ri­um für Zau­be­rei. Ich konn­te 2019 wäh­rend der Rebel­li­on Wave in Lon­don mit ihnen sprechen.

Vertreter*innen des Minis­try of Magic unter­stüt­zen Extinc­tion Rebel­li­on bei der Blo­cka­de das Tra­fal­gar Squa­re, Lon­don, 10.10.2019, Der jun­ge Mann rechts hat­te schon vor Coro­na eine Mas­ke. Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Wenn wir das 1,5°-Ziel errei­chen wol­len, wer­den wir Unter­stüt­zung des Minis­te­ri­ums für Zau­be­rei brau­chen. Ich habe auf die Beset­zung der Pos­ten dort lei­der kei­nen Ein­fluss, aber immer­hin habe ich Kon­takt dahin. Sie haben mei­ne Erin­ne­rung an die Begeg­nung nicht gelöscht, was ich für ein gutes Zei­chen hal­te. Wenn sie uns unter­stüt­zen wür­den, wäre das zauberhaft!

Minister für Energie

Prof. Dr. Vol­ker Qua­sch­ning (ange­fragt) ist Pro­fes­sor für Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­sys­te­me an der Hoch­schu­le für Tech­nik und Wirt­schaft in Ber­lin und er ist SEHR GUT.

Prof. Dr. Vol­ker Qua­sch­ning von Sci­en­tists For Future spricht bei der ers­ten Berlin4Future Mon­tags­de­mo, Ber­lin, Alex­an­der­platz, 06.07.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Sei­ne Haupt­auf­ga­be wird die Elek­tri­fi­zie­rung der rück­stän­di­gen Bun­des­län­dern Bay­ern und NRW sein (zu den Brem­sern Söder und Laschet sie­he auch Denn sie wis­sen nicht, was sie tun Abschnitt zur Ener­gie). Ich habe bereits in Auf­bau West über die maro­de Infra­struk­tur in Erlan­gen geschrie­ben. Die Stra­ßen­la­ter­nen sind dort laut offi­zi­el­ler Ver­laut­ba­rung extrem ein­sturz­ge­fähr­det. Die zu erwar­ten­den Trans­for­ma­tio­nen in die­sen zurück­ge­blie­be­nen Bun­des­län­dern wer­den so gigan­tisch sein, dass ich ein eige­nes Minis­te­ri­um für den Wie­der­auf­bau ein­rich­te (sie­he unten). 

Vol­ker Qua­sch­ning hat noch nicht geant­wor­tet. Da wir noch nicht bei 100% Öko­en­er­gie sind, ver­wen­det er sei­ne Ener­gie wohl für ande­re Dinge.

Ministerin für Verkehr

Prof. Dr. Dr. Mar­ti­na Schä­fer (ange­fragt) ist Bio­lo­gin, in Umwelt­tech­nik und Sozio­lo­gie an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Ber­lin pro­mo­viert. Sie lei­tet dort das Zen­trum Tech­nik und Gesell­schaft. Sie ist SEHR GUT. Das sieht man schon dar­an, dass sie viel mehr Dok­tor­ti­tel als Andre­as Scheu­er, M.A. hat.

Prof. Dr. Dr. Mar­ti­na Schä­fer (TU Ber­lin) bei der Film­vor­füh­rung des Films von S4F im Del­phi-Kino, Ber­lin, 26.09.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY 

Mar­ti­na Schä­fer hat gemein­sam mit Gis­bert Fan­se­low von der Uni Pots­dam und mir eine Ber­lin/­Bran­den­burg-wei­te Akti­on zur Slebst­ver­pflich­tung von Wissenschaftler*innen zum Ver­zicht auf Kurz­stre­cken­flü­ge durchgeführt.

Ver­kün­dung der Ergeb­nis­se der Selbst­ver­pflich­tungs­ak­ti­on gegen Kurz­stre­cken­flü­ge wäh­rend einer gro­ßen Kli­ma­de­mo von Fri­days For Future am Bran­den­bur­ger Tor, Mar­ti­na Schä­fer ganz links, Gis­bert Fan­se­low (Post­mi­nis­ter) rechts davor unten, Ber­lin, 20.09.2019, Bild: Mela­nie Quilitz

Außer­dem hat sie an der TU ein coo­les Pro­jekt, bei dem Men­schen ihre Auto­schlüs­sel abge­ben kön­nen und unter kon­trol­lier­tem Ent­zug eini­ge Mona­te betreut ohne (eige­nes) Auto ver­brin­gen kön­nen. Man­che fan­gen danach nicht wie­der an (2019 ein Drit­tel der Teilnehmer*innen).

Ich hof­fe sehr, dass sie es macht. Bis­her hat sie noch nicht geant­wor­tet. Sie ist immer schwer beschäf­tigt. Wahr­schein­lich regelt sie gera­de irgend­was mit Verkehr.

Minister für Post- und Fernmeldewesen

Minis­ter für Post und Fern­mel­de­we­sen wird Prof. Dr. Gis­bert Fan­se­low. Er ist ein guter Freund von mir und SEHR GUT! Außer­dem hat er mit der desi­gnier­ten Ver­kehrs­mi­nis­te­rin Mar­ti­na Schä­fer die Selbst­ver­pflich­tungs­ak­ti­on zum Ver­zicht auf Kurz­stre­cken­flü­ge ins Leben geru­fen (sie­he auch Bild oben).

Gis­bert Fan­se­low und Hart­mut Ehm­ler beim Kli­ma­st­reik von Fri­days For Future. Gis­bert Fan­se­low hät ein Schild mit der Zahl der Wissenschaftler*innen der Uni Pots­dam, die sich ver­pflich­tet haben, auf dienst­li­che Kurz­stre­cken­flü­ge zu ver­zich­ten. Ber­lin, 20.09.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler CC-BY

Er woll­te unbe­dingt mit­ma­chen und hat sich die­ses Minis­te­ri­um selbst aus­ge­sucht. Ich fin­de, dass der Bereich Post und Fern­mel­de­we­sen seit 1997 sträf­lichst ver­nach­läs­sigt wur­de. Die Haupt­auf­ga­be von Gis­bert Fan­se­low wird es sein, die Über­tra­gung von Faxen3 zu beschleu­ni­gen und neue Stan­dards dafür in allen Behör­den zu eta­blie­ren. Das wird alle Ver­wal­tungs­ver­fah­ren erheb­lich beschleu­ni­gen und dazu bei­tra­gen, dass zu Beginn mei­ner Regie­rungs­zeit die Ver­fah­ren gegen Klimaaktivist*innen schnel­ler ein­ge­stellt wer­den können.

Gis­bert Fan­se­low arbei­tet in Pots­dam, ich in der Doro­the­en­stra­ße. Es liegt also nahe, die bestehen­de Tele­gra­phen-Ver­bin­dung von der Ber­li­ner Stern­war­te in der Doro­the­en­stra­ße über den Tele­gra­fen­berg in Pots­dam zur Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft nach Köln auszubauen.

Zei­ger­te­le­graf in Bra­ke, Bild: Wil­fried Witt­kow­sky, CC BY-SA 3.0, Link

Dazu wür­de ich die Zei­ger­te­le­gra­fen mit E‑Motoren für die schnel­le Umstel­lung der Zei­chen aus­rüs­ten und die Ener­gie dafür wür­de natür­lich aus Solar­zel­len stammen. 

In Bay­ern wird zur Zeit immer noch mit Flag­gen gear­bei­tet (Quel­le: Wiki­pe­dia­ein­trag zur opti­schen Tele­gra­fie), da der aktu­ell zustän­di­ge Minis­ter mit Maut-Skan­da­len beschäf­tigt ist. Aber nach der Elek­tri­fi­zie­rung von Bay­ern und NRW (sie­he oben Ener­gie­mi­nis­te­ri­um) kön­nen auch die Tele­gra­fie­li­ni­en in den Süden aus­ge­baut wer­den. Gis­bert Fan­se­low dürf­te gera­de auch die Ent­wick­lung von Bay­ern eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit sein, da er selbst aus Bay­ern stammt. Ich ver­spre­che mir von der Elek­tri­fi­zie­rung und dem Aus­bau der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­me wich­ti­ge Impul­se für die Wis­sen­schaft und die Wirtschaft.

Wie Wolf­gang Mül­ler inter­es­siert sich Gis­bert Fan­se­low für Vögel und könn­te also gut mit dem Unter­mi­nis­ter für Sub­kul­tur und dem Minis­ter für Umwelt und Reak­tor­si­cher­heit zusammenarbeiten.

Inzwi­schen ist sich Gis­bert Fan­se­low sei­ner Zusa­ge wohl lei­der nicht mehr so sicher, da ich ihn dar­auf hin­ge­wie­sen habe, dass es nicht um ein „Minis­te­ri­um für Pos­ten und Fern­mel­de­we­sen“ geht.

Ministerin für Bildung

XY todo

Mein Bru­der Prof. Dr. Frank Mül­ler wäre auch ein sehr guter Bil­dungs­mi­nis­ter. Er arbei­tet im Bereich Inklu­si­on und setzt sich für Open Edu­ca­tio­nal Resour­ces (OER) ein. 

Beim letz­ten gro­ßen Student*innenstreik hat­te der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Prof. Hajo Fun­ke ein gute For­de­rung: die 10/20/30-Regel. Im Kin­der­gar­ten einen Betreuuungs­schlüs­sel von 1:10, in der Schu­le 1:20 und im Stu­di­um dann 1:30. Mei­ne Kin­der hat­ten in der Grund­schu­le 26er Klas­sen, im Gym­na­si­um 32 und über die Semi­nar- und Vor­le­sungs­grö­ßen an Uni­ver­si­tä­ten reden wir lie­ber nicht. In den letz­ten Jahr­zehn­ten wur­de im Bil­dungs­sys­tem immer mehr gespart. Bis zum Quit­schen. Das wür­de ich ändern.

Außer­dem ist das deut­sche Hoch­schul­sys­tem sehr hier­ar­chisch orga­ni­siert. Es gibt weni­ge Professor*innen mit fes­ten Stel­len und einen brei­ten Mit­tel­bau, der auf Schleu­der­sit­zen sitzt. Ver­trä­ge sind auf drei Jah­re befris­tet, in man­chen Wis­sen­schaf­ten lau­fen die Ver­trä­ge noch kür­zer. Es gibt eine Vor­schrift, die Ket­ten­ver­trä­ge ver­hin­dern soll. Inter­es­san­ter­wei­se führt sie aber dazu, dass Mitarbeiter*innen ein­fach ent­las­sen wer­den. Uni­ver­si­tä­ten lau­fen hier­zu­lan­de mit 80% der Beleg­schaft. Wenn eine Stel­le aus­läuft wird sie für eini­ge Zeit (etwa ein hal­bes Jahr) gesperrt. Da fes­te Stel­len nicht gesperrt wer­den, sind sie teu­rer als befris­te­te Stel­len. Wenn nun jemand die Höchst­be­schäf­ti­gungs­dau­er von 12 Jah­ren erreicht hat und eigent­lich ent­fris­tet wer­den müss­te, weil er oder sie ja offen­sicht­lich gebraucht wird, wird die Stel­le nicht ver­län­gert, weil sie dann ja teu­rer wer­den wür­de. Die­ser absur­de Miss­stand muss abge­stellt wer­den. Dazu braucht es mehr Geld im Bildungssystem.

Ministerin für Digitalisierung und Drogen

Minis­te­rin für Digi­ta­li­sie­rung wird Frie­de­ri­ke Mül­ler. Sie ist SEHR GUT. Außer­dem ist sie mei­ne Toch­ter. Als sie mit­be­kom­men hat, dass mei­ne Frau Minis­te­rin wird, woll­te sie auch mit­ma­chen. Ich habe ihr lang und breit erklärt, dass Poli­tik eine erns­te Sache ist, dass sie noch zu klein ist (173cm) und dass sie das mal lie­ber den Pro­fis über­las­sen soll. Sie hat gekon­tert, dass sie bis zur Wahl grö­ßer als ihre Mut­ter sein wird und außer­dem ist es nicht von der Hand zu wei­sen, dass sie sich aus­kennt. Sie erklärt uns, wo man am Han­dy wie drü­cken muss und was dann pas­sie­ren müss­te. Sie kennt jedes Funk­loch in Thü­rin­gen und Bran­den­burg, wo wir immer Urlaub machen, und sie hat neu­lich ihr Tele­fon mit einer Bru­te-For­ce-Atta­cke geknackt. Das alles ist viel­ver­spre­chend und sie hat jetzt schon mehr Kom­pe­tenz als so man­cher Digi­ta­li­sie­rungs­mi­nis­ter vor ihr. Auch mit Dro­gen kennt sie sich aus. Sie ist gera­de im kal­ten Ent­zug, weil das Han­dy beschlag­nahmt wur­de. Den Dopa­min-Film von Arte haben wir schon oft gese­hen. Zu Dopa­min sie­he auch Face­book ist evil. Wir wer­den uns dann gemein­sam für die Besteue­rung der gro­ßen Digi­tal­kon­zer­ne und eine Zer­schla­gung von Facebook/Whatsapp/Instagram einsetzen.

Ein wei­te­rer SEHR GUTER Kan­di­dat wäre Sebas­ti­an Nord­hoff, Press Direc­tor bei Lan­guage Sci­ence Press. Er kennt sich mit der Digi­ta­li­sie­rung her­vor­ra­gend aus, hat Poli­tik­erfah­rung (Pira­ten-Par­tei, hab’s mit Wiki­pe­dia ver­linkt, weil heut­zu­ta­ge nie­mand mehr weiß, was das war). Er hat in weni­gen Jah­ren einen kom­plet­ten digi­ta­len Open-Access-Ver­lag mit über 1000 Autor*innen und einer Mil­li­on Down­loads hoch­ge­zo­gen und die tech­ni­sche Infra­struk­tur läuft her­vor­ra­gend. Das unter­schei­det sei­nen Ver­lag vom Ver­bre­cher-Ver­lag4 De Gruy­ter, der unse­re Arbei­ten hin­ter einer Pay­wall ver­steckt und dann noch nicht mal DOIs kor­rekt auf­lö­sen kann, so dass die Lite­ra­tur selbst für zah­len­de Kund*innen (und wir zah­len über 100.000€ pro Jahr als Uni­ver­si­tät) nicht zugäng­lich ist. 275jährige Ver­lags­er­fah­rung nützt da auch nichts.

Sei­ne Erfah­run­gen mit und sein Wis­sen über Dro­gen geht nicht über das der jet­zi­gen Dro­gen­be­auf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung Danie­la Lud­wig (CDU) hin­aus, was aber nicht schlimm ist, denn er hat sich bis­her auch in kom­ple­xe The­men­fel­der SEHR GUT ein­ge­ar­bei­tet und Frie­de­ri­ke kann ihn auch bera­ten. Zum benö­tig­ten Vor­wis­sen auch ein State­ment eines CDU-Politikers:

[De]r Umstand, dass Frau Lud­wig kei­ne dro­gen­po­li­ti­sche Exper­ti­se hat, muss ja nicht zwin­gend dazu füh­ren, dass sie das Amt nicht beklei­den kann. […] Im Übri­gen war es nach mei­ner Erin­ne­rung auch nicht so, dass die ande­ren Dro­gen­be­auf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung in der Ver­gan­gen­heit da so einen Hin­ter­grund hatten.

Spre­cher des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit, Oli­ver Ewald

Wer’s nicht glaubt, kann es sich hier noch ein­mal anse­hen (kli­cken für Video):

Sebas­ti­an Nord­hoffs Qua­li­fi­ka­ti­on ist also SEHR GUT bzw. aus­rei­chend. Es gibt aller­dings auch gewis­se Zwei­fel an sei­ner Eig­nung, denn er hat schon öfter natür­lich abso­lut berech­tig­te Ände­rungs­wün­sche von mir abge­lehnt und irgend­et­was von Per­fek­ti­ons­wahn gemur­melt. Ande­rer­seits wür­de ich natür­lich auch die Geset­ze nicht dau­ernd ändern müs­sen, weil die Gerich­te sie für unzu­rei­chend hal­ten, wie das bei ande­ren Par­tei­en gera­de der Fall war. Also könn­te es viel­leicht etwas wer­den. Ich den­ke, er wäre eine gute Ver­tre­tung, wenn mei­ne Toch­ter auf Ent­zug ist.

Minister des Auswärtigen (Außenminister)

Prof. Dr. Frank Mül­ler wird Außen­mi­nis­ter. Er ist SEHR GUT! Und außer­dem ist er mein Bru­der. Er ist unge­fähr so wie ich, nur jün­ger und er ist viel diplo­ma­ti­scher.5 Er ist also nicht nur sehr gut, son­dern VIEL BESSER. Er war in den USA und im Iran couch­sur­fen. Er kennt sich also inter­na­tio­nal aus und kennt wirk­lich die Men­schen vor Ort und nicht nur den Golf­club. Er wird sich also dage­gen aus­spre­chen, Ihnen eine Bom­be auf den Kopf zu wer­fen und ist inso­fern die per­fek­te Ergän­zung zu unse­rer Minis­te­rin für Ver­tei­di­gung und Abrüstung. 

Es tut mir Leid, dass damit schon drei Mit­glie­der mei­ner Fami­lie der zukünf­ti­gen Bun­des­re­gie­rung ange­hö­ren wer­den. Aber wenn man ein­mal anfängt, dann wol­len alle ande­ren auch. Wo soll das nur hin­füh­ren? Was wenn mei­ne Eltern jetzt auch noch ankom­men und mit­ma­chen wol­len? Na, die­se Gefahr ist wohl rela­tiv gering, denn als ich mei­nem Vater von mei­ner Kan­di­da­tur für die Par­tei Die PARTEI berich­te­te, fand er das nicht gut, denn 1) ist Poli­tik eine erns­te Sache und 2) bin ich – sei­ner Mei­nung nach – nicht qua­li­fi­ziert dafür. Ich habe dar­über auch in Was qua­li­fi­ziert Sie eigent­lich für den Bun­des­tag? geschrie­ben. Aber mei­ne Schwes­ter könn­te noch mit­ma­chen wol­len. Sie ist Metero­lo­gin, war 14 Mona­te am Süd­pol, hat also eine kom­plet­te Polar­nacht hin­ter sich und kommt erwie­se­ner­ma­ßen auch in dunk­len Zei­ten gut zurecht.

Also, alles Mül­ler, oder was? Nee, nicht gut! Es gibt zwar auch Bei­spie­le aus ande­ren Län­dern, wo Fami­li­en­clans geherrscht haben, aber die Trumps wur­den dann zum Glück nicht wie­der­ge­wählt. Um mei­ne Wie­der­wahl nicht zu gefär­den, ver­pflich­te ich mich, alle Mül­lers bei Unbot­mä­ßig­keit sofort aus dem Kabi­nett zu entfernen. 

Ministerin für Kultur

Manon Ger­hardt ist Brat­schis­tin an der Deut­schen Oper Ber­lin und SEHR GUT. Sie wird die per­fek­te Kul­tur­mi­nis­te­rin sein.

Manon Ger­hardt spielt Brat­sche beim Die In auf der Mar­schall­brü­cke wäh­rend der (von ihr) ange­mel­de­ten Demons­tra­ti­on von Extinc­tion Rebel­li­on „Trau­er­zug der toten Bäu­me“, Ber­lin, 05.10.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Unterminister für Subkultur und Minister für Umwelt und Reaktorsicherheit

Da sich gezeigt hat, dass prak­tisch der gesam­te Main­stream aus irgend­wel­chen Sub­kul­tu­ren her­vor­geht (zum Bei­spiel die Tef­lon­pfan­ne), kann man die Sub­kul­tur nicht hoch genug schät­zen. Der Unter­mi­nis­ter für Sub­kul­tur wird Wolf­gang Mül­ler (ange­fragt). Nein, er ist nicht mit mir ver­wandt. Es gibt meh­re­re Men­schen mit dem Nach­na­men Mül­ler. Ja, ins­ge­samt so vie­le, dass es nicht mal eine ein­ein­deu­ti­ge Abbil­dung von Per­so­nen auf Men­schen mit glei­chem Vor- und Nach­na­men gibt. So kommt es vor, dass es zum Bei­spiel meh­re­re Wolf­gang Mül­lers gibt. Hier ist der gemeint, der ein Buch über die Sub­kul­tur in West-Ber­lin geschrie­ben hat, das bereits in der fünf­ten Auf­la­ge erschie­nen ist (Mül­ler, 2014). Er ist bes­tens in der Kul­tur­bran­che und mit Veranstalter*innen ver­netzt. Das fol­gen­de Bild zeigt ihn zusam­men mit Moni­ka Döring, die lan­ge das LOFT in West-Ber­lin gelei­tet hat und sich gro­ße Ver­diens­te bei der Vor­sor­gung des Ostens mit Musik erwor­ben hat: Sie hat für Roland Galen­za und Lutz Schramm vom Parock­ti­kum, einer Unter­grund­sen­dung des Sen­ders DT64, Plat­ten über die Gren­ze geschmuggelt.

Wolf­gang Mül­ler und Moni­ka Döring nach der Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung Lyrik und Punk in der Aka­de­mie der Küns­te, Ber­lin, 16.03.2018, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Wolf­gang Mül­ler ist eben­falls gut mit dem Osten ver­traut. Er war noch zu DDR-Zei­ten bei Lesun­gen mit Hei­ner Mül­ler (kei­ner von uns bei­den ist mit Hei­ner Mül­ler ver­wandt) und hat ver­sucht, eine von sei­ner Band Die Töd­li­che Doris pro­du­zier­te Schall­plat­te bei Ami­ga raus­zu­brin­gen. Die Plat­te war so, dass man sie ein­zeln hören konn­te, genau­so wie die nach­fol­gen­de Plat­te. Aber bei­de Plat­ten gemein­sam gehört erga­ben eine neue Plat­te mit kohä­ren­tem Text und selbst die Cover waren over­lay-fähig. Ein gran­dio­ses deutsch-deut­sches Meis­ter­werk! Hät­te es wer­den kön­nen. Aber Ami­ga war zu spie­ßig. Immer­hin wur­de Die Töd­li­che Doris dann im Rock­le­xi­kon der DDR erwähnt.

Auch hat Wolf­gang Mül­ler Ant­wor­ten auf drän­gen­de Fra­gen unse­rer Zeit. In einem sei­ner Bücher beschreibt er eine klei­ne Vor­rich­tung, die Arbeiter*innen in Chi­na benut­zen, um die Augen offen zu hal­ten, wenn ihnen die­se gegen Ende der Schicht, in der sie unse­ren Wohl­stands­müll zusam­men­bau­en, zuzu­fal­len dro­hen. So etwas wie klei­ne Wäscheklammern.

Künst­ler Wolf­gang Mül­ler und Kura­to­rin An Paen­huy­sen bei der Vor­stel­lung des neu­en Buches „11 Objects of the Sci­ence of Misun­derstan­dings“ in der Bel­gi­schen Bot­schaft. Ber­lin, 17.02.2018, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Wolf­gang Mül­ler hat die Idee kon­se­quent durch­ge­ar­bei­tet und bie­tet in Zusam­men­ar­beit mit einem Gold­schmied die­se Augen­of­fen­hal­te­klam­mern für 1600€ als Bestand­teil des Buches an.

Wolf­gang Mül­ler arbei­tet seit Jah­ren zur Blau­mei­se und zu Sta­ren. Er hat nach­ge­wie­sen und auch durch Ton­auf­nah­men doku­men­tiert, dass die Sta­re, die in der Nähe von Kurt Schwit­ters Wohn­haus in Nor­we­gen leben, auch noch nach meh­re­ren Genera­tio­nen die Urso­na­te sin­gen. Wolf­gang Mül­ler wird von Linguist*innen dafür gefei­ert und gilt dies­be­züg­lich als Star. Wolf­gang Mül­ler kennt sich auch mit Copy­right­fra­gen sehr gut aus, denn die dama­li­gen Rech­te­inha­ber der Urso­na­te, die Kie­pen­heu­er GmbH, haben ihn ver­klagt (kein Quatsch). Er kann also dies­be­züg­lich auch gut mit den ande­ren Minis­te­ri­en zusammenarbeiten.

Auf­grund sei­ner Exper­ti­se wird er oft um Text­bei­trä­ge gebe­ten. So schrieb er zum Bei­spiel den Text „Du bist gut zu Vögeln“ für einen Song von Ste­reo Total.

„Du bist gut zu Vögeln“ von Ste­reo Total mit Text von Wolf­gang Müller

Da er sich so gut mit Tie­ren aus­kennt, kann er auch das Umwelt­mi­nis­te­ri­um über­neh­men. Die Atom­kraft­wer­ke wer­den mit mei­nem Amts­an­tritt sofort abge­schal­tet. Die Bezeich­nung des Minis­te­ri­ums für Umwelt und Reak­tor­si­cher­heit wird aus his­to­ri­schen Grün­den aber beibehalten. 

Er ist berühmt für Tex­te in der Sie­ges­säu­le und sei­ne Kunst­hap­pe­nings sind legendär.

Der Per­for­mance-Künst­ler Dani­el Chlu­ba zusam­men mit Wolf­gang Mül­ler bei der Ver­nis­sa­ge „Chro­mo­som XY Männerkunst – Her­ren­kunst“ einer Aus­stel­lung von Wolf­gang Mül­ler und An Paen­huy­sen im art space Bar­biche, Ber­lin, 01.03.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Ich höre Sie jetzt schon fra­gen: „Ist ja schön und gut, aber hät­te es da zur Illus­tra­ti­on wirk­lich einen halb­nack­ten Mann gebraucht?“ Mei­ne Ant­wort: „Halb­nackt?“ Aber es stimmt natür­lich: Ich hät­te auch das fol­gen­de Pho­to neh­men kön­nen. Das hät­te völ­lig gereicht. Auch mit Dani­el Chlu­ba, dies­mal als „der/die/das Weih­nachts­män­nin“ und wenigs­ten nicht nackt. Aber ein Sinn die­ses Blogs ist auch, die csU mit ihrer ver­lo­ge­nen, heuch­le­ri­schen, homo­pho­ben Hal­tung zu ärgern (sie­he mei­nen Bei­trag Mensch & Fami­lie).

Ober­staats­an­walt a.D. und Anti­fa­schist Diet­rich Kuhl­brodt, Per­for­mer Dani­el Chub­la und Super-Star Wolf­gang Mül­ler bei der Weih­nachts­fei­er der Töd­li­che Doris, Acqua­ri­um, Ber­lin, 15.11.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Wolf­gang Mül­ler kennt sich mit Elfen sehr gut aus und stand in engem Kon­takt mit der islän­di­schen Elfen­be­auf­trag­ten (Mül­ler, 2007). Er war lan­ge Zeit als Kul­tur­bot­schaf­ter für das Goe­the-Insti­tut in Reykja­vík und dann spä­ter, als der Bun­des­re­pu­blik das Geld aus­ging, für die Walt­her von Goe­the Foun­da­ti­on tätig. Wenn er das Amt annimmt, kann er das Außen­mi­nis­te­ri­um in der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Minis­te­ri­um für Zau­be­rei und auch mit dem stra­te­gisch wich­ti­gen Part­ner Island unterstützen.

Ups, das Mül­ler-Fea­ture ist etwas lang gera­ten. Ich bin wirk­lich nicht mit ihm ver­wandt. Es gibt ein­fach viel zu sagen, denn er ist SEHR GUT!

Ministerin für Justiz

Bis­her war es eigent­lich so: Wer wofür Minis­ter wird, ist eigent­lich egal. Wich­tig ist das rich­ti­ge Par­tei­buch. So war zum Bei­spiel Peter Alt­mai­er Umwelt­mi­nis­ter (sic!) und ist jetzt Wirt­schaft­mi­nis­ter. Kann er bei­des? Man wür­de irgend­wie den­ken, kann nicht sein, aber wenn der Sinn des Umwlt­mi­nis­te­ri­ums dar­in besteht, der Wirt­schaft nicht in die Que­re zu kom­men, dann macht eine sol­che Beset­zung auch Sinn. Julia Klöck­ner ist Jour­na­lis­tin. Sie hät­te das Minis­te­ri­um für Des­in­for­ma­ti­on ver­dient (taz, 20.04.2021), aber ihr Minis­te­ri­um ist das für Land­wirt­schaft. Sie hat es per­fekt drauf, von den wesent­li­chen Fra­gen abzu­len­ken. Da zieht sie eine Tier­wohl­kam­pa­gne auf für Zir­kus­tie­re. Die­ses Affen­thea­ter hilft aber kei­nem Schwein. Die ste­hen immer noch im Kas­ten­stand, was in vie­len ande­ren Län­dern längst ver­bo­ten ist. Ande­res Bei­spiel: Scheu­er. Der hat zur poli­ti­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on der CSU im Sys­tem Bay­erns „pro­mo­viert“ (sie­he Wiki­pe­dia­ein­trag zu sei­ner Pro­mo­ti­on und Ver­fah­ren wegen Titel­miss­brauchs im Bun­des­tags­wahl­kampf 2005). Sei­ne Abschluss­ar­beit kann man wohl für die poli­ti­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on in der csU brau­chen, aber sonst? Ansons­ten hat er im Neben­fach Sozio­lo­gie und Wirt­schafts­wis­sen­schaft stu­diert. Bei Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten hat er aber ent­we­der geschla­fen oder war Krei­de holen. Sonst hät­te er gewusst, dass man Ver­trä­ge nicht unter­schreibt, bevor die Gerich­te geur­teilt haben, weil das sonst teu­er wer­den könn­te. Auch die Dro­gen­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung und all ihre Vorgänger*innen sind zuge­ge­be­ner­ma­ßen (sie­he oben) nicht vom Fach gewe­sen und oben­drein (auch zuge­ge­ben) inkompetent.

Wie dem auch sei, bei den Jus­tiz­mi­nis­tern ist das anders. Das sind nor­ma­ler­wei­se wirk­lich Fach­leu­te (wie zum Bei­spiel der kor­rup­te Jus­tiz­mi­nis­ter Bay­erns Alfred Sau­ter). Da ich dafür bin, Minis­te­ri­en mit Expert*innen zu beset­zen, möch­te ich mit die­ser Tra­di­ti­on nicht brechen.

Wahr­schein­lich könn­te man für die­sen Pos­ten irgend­ei­ne Richter*in aus dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­schla­gen, denn die sind jetzt bes­tens ein­ge­ar­bei­tet in die Kli­ma­pro­ble­ma­tik und haben wis­sen­schafts­ba­siert ent­schie­den, dass das Han­deln der abzu­lö­sen­den Bun­des­re­gie­rung nicht ver­fas­sungs­ge­recht ist. Macht­tak­tisch ist es aber wohl bes­ser, die­se Richter*innen in ihrer Posi­ti­on zu belas­sen und eine jun­ge Juris­tin zur Minis­te­rin zu machen. Ich habe des­halb Baro Gab­bert ange­fragt. Sie ist SEHR GUT. Zumin­dest hat sie auf dem Kli­ma­mon­tag den Ent­scheid des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts sehr gut erklärt.

Die Jura­stu­den­tin und Kli­ma­ak­ti­vis­tin Baro Gab­bert erklärt die Bedeu­tung des Ent­scheids des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum Kli­ma­schutz, Kli­ma­mon­tag, Ber­lin, Alex­an­der­platz, 03.05.2021, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Lei­der ist sie noch nicht fer­tig mit dem Stu­di­um. Es gibt zwar vie­le unfer­ti­ge Politiker*innen, aber für das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um … sie­he oben. Die Zwi­schen­zeit, bis sie fer­tig ist, wür­den wir irgend­wie über­brü­cken. Ich wür­de alle Ver­fah­ren gegen Klimaaktivist*innen sofort ein­stel­len las­sen (Was? Die Gerich­te sind unab­hän­gig? Mist. Na, hat ja irgend­wie auch sein Gutes. Bis zur Wahl haben die Gerich­te das dann hof­fent­lich ohne­hin schon gemacht, denn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat ja ent­schie­den, dass das Han­deln der bis­he­ri­gen Regie­rung nicht ver­fas­sungs­ge­recht ist.) und außer­dem wür­de ich eine Gene­ral­am­nes­tie für Schwarzfahrer*innen anord­nen. Die­je­ni­gen, die die Ein­wei­sung mit­tel­lo­ser Men­schen wegen Schwarz­fah­rens in Gefäng­nis­se zu ver­ant­wor­ten haben, gehö­ren vor Gericht. Ehm. Sol­che Maß­nah­men sind in jedem Fall sinn­los, denn die betrof­fe­nen Men­schen haben ein­fach kein Geld, die Stra­fen zu bezah­len und der Gefäng­nis­auf­ent­halt kommt die Steuerzahler*innen viel teu­rer als die Ein­nah­men, die man mit Fahr­kar­ten erzie­len könn­te. Zu Ersatz­zeit­stra­fen sie­he das Inter­view mit Reh­zi Mal­zahn in der taz). Das Pro­blem wird sich aber ohne­hin schnell lösen, denn wir wer­den den kos­ten­frei­en Nah­ver­kehr ein­füh­ren. In Ber­lin ist die Benut­zung des ÖPNV für Schüler*innen bereits kos­ten­los und man könn­te das als ers­ten Schritt auf die sozi­al Schwa­chen ausdehnen. 

PS: Eigent­lich müss­te Dr. Dr. habil Felix Eckard Jus­tiz­mi­nis­ter wer­den, denn er hat mit sei­ner Habi­li­ta­ti­ons­schrft die Grund­la­ge für die Kli­ma­kla­ge geschaf­fen und war einer der Kläger*innen. Aber er ist kei­ne Frau, aus dem Wes­ten und der eigent­li­che Grund ist, dass ich kein Foto von ihm habe. Tja, was für komish­ce Details manch­mal Kar­rie­ren beinflussen. 

Minister für Wiederaufbau West und Integration

Prof. Dr. Stef­fen Mau (ange­fragt) ist Sozio­lo­ge an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät. Er ist Ossi und kennt sich sehr gut mit den Trans­for­ma­tio­nen von Gesell­schaf­ten aus (sehr zu emp­feh­len ist sein Buch Lüt­ten Klein über den Osten in der Zeit nach der Wen­de). Wir ste­hen vor enor­men Her­aus­for­de­run­gen mit dem anste­hen­den Wie­der­auf­bau des Wes­tens, also ins­be­son­de­re Bay­erns, das von der csU sys­te­ma­tisch her­un­ter­ge­wirt­schaf­tet wur­de. Ich habe bereits in Auf­bau West dar­über geschrie­ben. Außer­dem hat er sich in Lüt­ten Klein auch mit Eli­ten beschäf­tigt und da das E in Die PARTEI für Eli­ten­för­derng steht, ist er der Rich­ti­ge für mein neu­es Kabinett.

Wir wer­den ein paar Ost-Halo­dris die maro­den Fir­men, die durch gna­den­lo­se Markt­wirt­schaft und Pro­fit­gier („Jeder Tag, an dem wir Ver­bren­ner ver­kau­fen, ist ein guter Tag!“) jetzt nicht mehr umwelt­kom­pa­tibl und wett­be­werbs­fä­hig sind, für drei Euro auf­kau­fen und dann schlie­ßen las­sen. Das betrifft ins­be­son­de­re die Auto­in­dus­trie. Was Arbeits­plät­ze? Das hat vor 30 Jah­ren auch nie­man­den inter­es­siert. Wer’s nicht glaubt, möge sich die Doku­men­ta­ti­on über die Treu­hand ansehen: 

Histo­ry repea­ting. Aber es gibt einen klei­nen Unter­schied: Mei­ne Regie­rung wird kei­ne Busch­zu­la­ge zah­len. Denn die Ossis sind längst vor Ort. Sie sind unter Euch und Ihr wisst es viel­leicht noch nicht ein­mal (Stef­fen Mau. 2020. Lüt­ten Klein, S. 190–194).

„Allein 1989 und 1990 ver­lor das klei­ne Ost­deutsch­land jähr­lich fast 400 ooo Ein­woh­ner. Danach ging die Zahl der Abwand­c­rer zunächst etwas zurück, Anfang der null­cr Jah­re stieg sie erneut deut­lich an. Von 1991 bis 2013 ver­lie­ßen ins­ge­samt fast 1,8 Mil­lio­nen Men­schen Ost­deutsch­land, mehr als zehn Pro­zent der Bevölkerung.“ Stef­fen Mau, Lüt­ten Klein, S. 191

Wie, Ihr hat­tet Euch Euer Leben bis zur Ren­te anders vor­ge­stellt? Ihr müsst noch Euer Haus abbe­zah­len und Eure Frau hat nie woan­ders gear­bei­tet als in Eurem Haus­halt? Seid Ihr denn über­haupt nicht fle­xi­bel? Es gibt lei­der kei­ne Alter­na­ti­ven zum Grü­nen Schrump­fen. Redet mal mit der zukünf­ti­gen Wirt­schafts­mi­nis­te­rin. Ulri­ke Herr­mann hat von vie­len neu­en Jobs gespro­chen, die ent­ste­hen wer­den. Zum Bei­spiel ist eine nach­hal­ti­ge Land­wirt­schaft sehr arbeits­in­ten­siv. Da könn­ten dann die­je­ni­gen Arbeiter*innen arbei­ten, die nicht mehr für die Her­stel­lung der Bus­se, Bah­nen und der weni­gen auto­nom fah­ren­den Fahr­zeu­ge gebraucht wer­den (und deren Frau­en auch). Also, sucht Euch da schö­ne Jobs aus und hört auf zu jam­mern, Ihr Jammer-Wessis!

Die Fami­lie Quandt wird ent­eig­net. Das beschlag­nahm­te Ver­mö­gen (Susan­ne Klat­ten: 21 Mil­li­ar­den, Ste­fan Quandt: 15,15 Mil­li­ar­den) wird für die Repa­ra­tur von Umwelt­schä­den, den Rück­bau nicht mehr benö­tig­ter Auto­bah­nen und die Wie­der­auf­fors­tung des Dan­nen­rö­der Wal­des ver­wen­det. Ach, ich hab’ heu­te gute Lau­ne. Las­sen wir den bei­den mal eine Mil­li­ar­de 100 Mil­lio­nen. Ich kann schon sehen, wie sie sich über die Ver­tei­lung strei­ten wer­den. Das tut mir leid.6

Rei­chen die­se Vor­schlä­ge jetzt eigent­lich für eine Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz aus? Ver­fas­sungs­schutz ist auch The­ma im nächs­ten Abschnitt.

Minister des Innern

Für das Innen­mi­nis­te­ri­um möch­te ich unbe­dingt ein*en Hausbesetzer*in. Lei­der muss sich Prof. Dr. Stef­fen Mau schon um den Auf­bau West küm­mern (zur Haus­be­set­zung sie­he Lüt­ten Klein, S. 131). Die­se Arbeit wird ihn kom­plett aus­fül­len, so dass er für das Innen­mi­nis­te­ri­um nicht in Fra­ge kommt. Aber ich habe auch zwei Woh­nun­gen besetzt (nach­ein­an­der). Sep­tem­ber 1989. Das war damals so. Politiker*innen bzw. von Uni­ver­si­tä­ten ein­ge­setz­te Kom­mis­sio­nen argu­men­tie­ren in Pla­gi­ats­ver­fah­ren oft, dass ihre Arbeit den dama­li­gen Stan­dards ent­spro­chen habe. Das ist natür­lich frag­wür­dig. Bei uns war das aber wirk­lich der Fall: Die Kom­mu­na­le Woh­nungs­ver­wal­tung (KWV) hat­te einen Was­ser­scha­den und kom­plett den Über­blick ver­lo­ren, wer in wel­cher Woh­nung leb­te und wel­che über­haupt belegt war. Die ers­te besetz­te Woh­nung hat­te 11 Mona­te leer gestan­den und eine KWV-Mit­ar­bei­te­rin hat mir den Schlüs­sel zur Besich­ti­gung geborgt, mich gebe­ten, danach wie­der gut zuzu­schlie­ßen und mir das Kon­to mit­ge­teilt, auf das ich die Mie­te über­wei­sen kön­ne. Ich habe dort schon zwei Wochen gewohnt, Mie­te bezahlt und bin dann zur KWV, die fand das nicht lus­tig und irgend­wann klin­gel­te dann eine Frau mit klei­nem Baby auf dem Arm an mei­ner Tür. Mit einer Woh­nungs­zu­wei­sung. Ich bin frei­wil­lig aus­ge­zo­gen. In mei­ne zwei­te besetz­te Woh­nung. Ich habe der KWV 21 leer­ste­hen­de Woh­nun­gen gemel­det, die in der ich wohn­te ein­ge­schlos­sen. Sie sag­ten mir, ich kön­ne die­se nicht haben, denn da woh­ne jemand drin (das war natür­lich ich, Eigen­tor), aber irgend­wann gaben sie mir die zwei Stock­wer­ke tie­fer. Ein fins­te­res Loch im zwei­ten Hin­ter­hof. In die Woh­nung oben zog dann ein Freund ein. Ansons­ten ken­ne ich nur noch einen Haus­be­set­zer näher, aber der ist schon im Bun­des­tag. Es ist wich­tig, dass der unab­hän­gig von der Regie­rung bleibt, da er die Regie­rungs­fä­hig­keit sichern muss, denn neben den 299 Direkt­man­da­ten brau­chen wir noch ein Man­dat für die Mehr­heit (sie­he aber Fuß­no­te 1). Da ich sonst kei­nen weitere*n Hausbesetzer*in gut genug ken­ne, bleibt mir nichts wei­ter übrig, als das Minis­te­ri­um selbst zu über­neh­men. Auf der Lan­des­ebe­ne wird das mit­un­ter gemacht, aber auf Bun­des­ebe­ne? Ach was, wird schon.

Polizei

Als ers­tes wür­de ich dafür sor­gen, dass die Quer­schwur­be­ler und Cor­na-Nazis nicht nur leicht bereg­net wer­den, son­der gründ­lich geduscht. So mit Auge raus und so. Die Poli­zei kann das. Nein! Ich bin gegen Gewalt. Aber zum Glück hat sich das mit den Quer­schwur­b­lern ja nach der Wahl erle­digt, weil Coro­na dann vor­bei ist. Die Wahl­par­ties wer­den gigantisch!

Ansons­ten fin­de ich es ok, wenn die Poli­zei auf­passt und wenn das Kräf­te­ver­hält­nis acht zu eins ist, geht das schon in Ordnung.

Gutes Betreu­e­ungs­ver­hält­nis bei der Ber­li­ner Poli­zei: 8:1 bei der Rebel­li­on of One, einer Stra­ßen­blo­cka­de durch Extinc­tion Rebel­li­on. Ber­lin, Fried­richs­hain, 27.03.2021, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Was nicht in Ord­nung ist, sind die Quarz­sand­hand­schu­he der Prü­gel­po­li­zis­ten. Die sind nicht nur fies, son­dern auch ille­gal. Ich wür­de als ers­te Amts­hand­lung alle Ein­hei­ten per­sön­lich inspi­zie­ren und die Quarz­sand­hand­schu­he beschlag­na­men. Ich höre sie schon sagen: „Ih, sol­len wir das Pack jetzt mit blo­ßen Hän­den anfas­sen?“ Nein, natür­lich nicht. Prü­gel­po­li­zis­ten wür­den kos­ten­los blaue Hand­schu­he bekom­men, wie sie Rei­ni­gungs­kräf­te ver­wen­den. Die­se wür­den auch sehr gut zu den neu­en Uni­for­men passen.

Ich war in Ber­lin bei meh­re­ren Poli­zei­ein­sät­zen dabei und die Polizist*innen waren immer sehr freund­lich und haben mich als Mensch mit Kame­ra auch gut behan­delt und fast nicht ein­ge­schränkt. Mit den Aktivist*innen haben sie auf Augen­hö­he gesprochen:

Die Poli­zei dis­ku­tiert auf Augen­hö­he. Rebell von Extinc­tion Rebel­li­on blo­ckiert Stra­ße. Ber­lin, 27.03.2021, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Mit­un­ter durf­ten die Aktivist*innen ein biss­chen im Bus mit­fah­ren, aber meis­tens waren sie nach der Fest­stel­lung der Per­so­na­li­en wie­der frei.

Klet­te­rer von Am Boden blei­ben, die sich von einem Gebäu­de abge­seilt haben, um die Flug­ha­fe­n­er­öff­nung zu stö­ren und auf Kli­ma­pro­ble­me hin­zu­wei­sen, wur­de ver­haf­tet und in einen Gefan­ge­nen­trans­por­ter gesperrt. Ber­lin, 31.10.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY
Rebell von Extinc­tion Rebel­li­on wird nach Fest­stel­lung der Per­so­na­li­en ent­las­sen. Ber­lin, 27.03.2021

Bei allem, was ich erlebt habe, war die Ber­li­ner Poli­zei pro­fes­sio­nell und freund­lich. Bei der Blo­cka­de des Ber­li­ner Regie­rungs­vier­tels war sie sogar regel­recht gut gelaunt. Das lag wohl dar­an, dass sie die Rebell*innen auf Floo­r­boards durch die Gegend rol­lern konn­ten, statt drei­ßig, vier­zig Leu­te weg­tra­gen zu müs­sen.7

Rebel­li­on wave: Tag 3, Poli­zei räumt Blo­cka­de des Regie­rungs­vier­tels. Ber­lin, Yitz­hak-Rabin-Stra­ße/­Schei­de­mann­stra­ße, 07.10.2020

Ha, ha. Bus fah­ren und Floar­boards, lus­tig, oder? Nein, lei­der ist das nicht lus­tig, denn sich weg­tra­gen las­sen ist nicht ein­fach und mit­un­ter ist die Poli­zei umwer­fend, aber nicht in Bezug auf Freundlichkeit.

Die Bil­der zei­gen einen Klet­te­rer von Am Boden Blei­ben bei der Blo­cka­de der BER-Eröff­nung. Sie wur­den mit einem extre­men Tele von einer ange­mel­de­ten Mahn­wa­che gegen­über auf­ge­nom­men. (Bild: Ste­fan Mül­ler CC-BY)

Auch in den Tage­bau­en und im Dan­nen­rö­der Forst ging es hart zur Sache. Wenn ich Kanz­ler bin, wer­den Aktio­nen zivi­len Unge­hor­sams in Flug­hä­fen, Tage­bau­en und Wäl­dern zum Glück nicht mehr nötig sein. Aber auch bei Quer­schwur­bel-Nazi-Demos ver­hält sich die Poli­zei oft nicht ange­mes­sen. Fahr­rä­der der Gegendemonstrant*innen wer­den zer­stört, Pressemitarbeiter*innen behin­dert und teil­wei­se sogar aggres­siv ange­gan­gen. Das hat schon zu einer Her­ab­stu­fung Deutsch­lands im Ran­king der Pres­se­frei­heit von „gut“ zu „zufrie­den­stel­lend“ geführt (taz, 20.04.2021).

Ich habe über Stu­di­en gele­sen, in denen gezeigt wur­de, dass die Gewalt in Gefäng­nis­sen abnimmt, wenn die Insass*innen rosa Anstalts­klei­dung tra­gen müs­sen. Die­se wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se wer­de ich auf die Poli­zei über­tra­gen. Die neu­en Uni­for­men wer­den rosa sein. Das hat auch den Vor­teil, dass man sie nachts bes­ser sieht und die Gefahr von Zusam­men­stö­ßen damit ver­rin­gert wird. Nehmt Euch in acht vor rosa Polizist*innen mit blau­en Klohand­schu­hen: Das sind die, die vor­her die Quarz­sand­hand­schu­he hatten.

Lei­der sind damit noch nicht alle Pro­ble­me gelöst: Auch wenn Coro­na vor­bei ist und die Schwur­be­ler nichts mehr zu schwur­beln haben, sind die Nazis noch da. Man müss­te sie also irgend­wie dazu zwin­gen, dass sie auch rosa Sachen anziehen.

Damit wäre das Pro­blem der gewalt­be­rei­ten Nazis von staat­li­cher Sei­te gelöst und die Anti­fa müss­te das nicht mehr sel­ber machen.

„Egal, wo ihr auf­taucht, wir sind zuerst da“ Aler­ta, aler­ta, anti­fa­scis­ta. ZSK, Peop­le Like You Records, 2013

Sie könn­te sich dann ande­ren Din­gen, wie zum Bei­spiel den nicht gewalt­be­rei­ten Nazis und der poli­ti­schen Auf­klä­rung widmen. 

Verfassungsschutz

Als Bun­des­in­nen­mi­nis­ter bin ich nicht nur für die Poli­zei, son­dern auch für den Ver­fas­sungs­schutz zustän­dig. Mar­tin Son­ne­born hat­te ja ver­sucht, eine Beob­ach­tung der Par­tei Die PARTEI durch den Ver­fas­sungs­schutz zu errei­chen, was ihm lei­der nicht gelun­gen ist (taz, 27.01.2012). Ich habe das­sel­be Ziel für mich per­sön­lich, denn dadurch wür­de die Zahl der Leser*innen die­ses Blogs mas­siv anstei­gen. Sie wür­de sich ver­dop­peln: Außer mei­nem Bru­der8 wür­de dann noch die Dame vom Amt mit­le­sen. Die Lin­ke will den Ver­fas­sungs­schutz ja ein­fach auf­lö­sen (taz, 10.04.2021). Das ist kein so schlech­ter Gedan­ke, da ich ja mit mei­nen bei­den Funk­tio­nen eh zu viel zu tun haben wer­de. Das ist natür­lich in unse­rer Gesell­schaft von Work­aho­lics ein schwer ver­mit­tel­ba­rer Grund, aber es gibt noch vie­le ande­re SEHR GUTE Grün­de. Der Ver­fas­sungschutz war bei den NSU-Mor­den live dabei (taz, 03.04.2017) und der vori­ge Prä­si­dent Hans Georg Maaßen konn­te selbst unter Zuhil­fe­nah­me bei­der Augen kei­ne Hetz­jag­den auf den Vide­os aus Chemitz erken­nen (sie­he auch Soll die Mau­er wie­der auf­ge­baut wer­den zum Hase-Du-bleibst-hier-Video). Selbst See­hofer konn­te ihn irgend­wann nicht mehr hal­ten und wir haben jetzt einen bes­se­ren. Nor­ma­ler­wei­se weiß man nicht so genau, was Ver­fas­sungs­schutz­prä­si­den­ten so den­ken, aber vom vori­gen wis­sen wir es inzwi­schen sehr gut. Er teilt Posts von rechts­ex­tre­men Sei­ten und ver­wen­det anti­se­mi­ti­sche Codes (sie­he oben bzw. Quel­len unten). Als Jurist und ehe­ma­li­ger Ver­fas­sugs­schutz­prä­si­dent soll­te er wis­sen, was er tut.

Also, wenn ich den Ver­fas­sungs­schutz nicht wegen Über­las­tung auf­lö­se (also mei­ner, nicht sei­ner), wer­de ich sehr inten­si­ve Gesprä­che mit der ein­zu­set­zen­den Prä­si­den­tin und den Abteilungsleiter*innen eine Eta­ge drun­ter füh­ren. Da sie mich dann nicht mehr beob­ach­ten wer­den, sind Kapa­zi­tä­ten frei, die man für die Beob­ach­tung von Hans-Georg Maaßen ein­set­zen könnte.

Ministerin für Migration

Minis­te­rin für Migra­ti­on wird Caro­la Racke­te (ange­fragt). Sie ist SEHR GUT und SEHR MUTIG. Eigent­lich gehört die­ser Auf­ga­ben­be­reich zu den Auf­ga­ben des Innen­mi­nis­te­ri­ums, aber da ich mir das auf­ge­bür­det habe und da Migra­ti­on eine der Haupt­fra­gen sein wird, die auch im Zusam­men­hang mit der Kli­ma­kri­se zu bewäl­ti­gen ist, möch­te ich die­sen Bereich nicht auch noch übernehmen.

Caro­la Racke­te bei der Ver­lei­hung des Karl-Küp­per-Prei­ses, Bild: Rai­mond Spek­king, CC BY-SA 4.0

Caro­la Racke­te hat als Kapi­tä­nin der Sea Watch‑3 Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer geret­tet, so wie es gel­ten­des See­nots­recht vor­sieht. Sie ist dann in Itia­li­en in einen Hafen ein­ge­lau­fen, obwohl Ita­li­en das ver­hin­dern woll­te. Gerichts­ver­fah­ren gegen sie wur­den eingestellt.

Ihr Enga­ge­ment für Flücht­lin­ge unter­schei­det sie recht stark vom der­zei­ti­gen Innen­mi­nis­ter Horst See­hofer (csU), der stolz dar­auf war, dass an sei­nem 69ten Geburts­tag 69 Asylbewerber*innen nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wur­den (taz, 14.05.2021). Das poli­ti­sche Chris­ten­tum hat zwar eine C im Namen, ist aber vom Chris­ten­tum wahr­schein­lich genau­so weit ent­fernt wie der so genann­te „poli­ti­sche Islam“ vom Islam. Das C hat sich jeden­falls schon lan­ge von der Uni­on getrennt und geis­tert jetzt allein herum.

Das C hat sich vom DU getrennt und hält jetzt Reden. Hier bei der Demo #Neu­start­Kli­ma von Fri­days­For­Fu­ture, Ber­lin, Bran­den­bur­ger Tor, Ber­lin, 29.11.2019. Akti­on Green­peace, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Auf der Unteil­bar-Demo gab es ein Pla­kat mit der Auf­schrift „See­hofer ins Meer!“.

„See­hofer ins Meer“ For­de­rung bei der Unteil­bar-Demo zum Abschluss der Kund­ge­bung, Ber­lin, 13.10.2018, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Eine ver­län­ger­te Schwimm­stun­de oder ein­fach eine Fahrt im Schlauch­boot auf dem Mit­tel­meer wür­de sicher bei man­chem Hard­li­ner hilf­reich sein, aber irgend­wie ist das nicht mein Poli­tik­stil (sie­he Auf­rüs­tung oder Abrüs­tung?). In Aner­ken­nung sei­ner beson­de­ren Leis­tun­gen wür­den mei­ne Migra­ti­ons­mi­nis­te­rin und ich statt­des­sen See­hofer ab Sep­tem­ber zu jedem sei­ner Geburts­ta­ge eine ent­spre­chen­de Anzahl auf­ge­nom­me­ne Flücht­lin­ge und ange­nom­me­ne Asyl­an­trä­ge schen­ken. Zum 70ten 70 auf­ge­nom­me­ne Flücht­lin­ge und 70 akzep­tier­te Asyl­an­trä­ge, zum 71ten dann 71, … zum 100ten dann 100, usw. Bis See­hofer end­gül­tig abtritt. 

Caro­la Racke­te hat für Green­peace gear­bei­tet und ist Unter­stüt­ze­rin von Extinc­tion Rebel­li­on. Sie kennt sich in Fra­gen der Kli­ma­kri­se bes­tens aus. Wie ich auch in Denn sie wis­sen nicht, was sie tun dar­ge­legt habe, wer­den in bestimm­ten Sze­na­ri­en zum wei­te­ren Ver­lauf der Kli­ma­kri­se gro­ße Tei­le der Erde unbe­wohn­bar, weil an über 100 Tagen im Jahr die Tem­pe­ra­tu­ren zu hoch sind (Spratt & Dun­lop. 2019). 2 Mil­lar­den Men­schen sind von Dür­ren bedroht (WRI-Stu­die zu Was­ser­knapp­heit: 17 Staa­ten droht Ver­wüs­tung). Es ist klar, dass die Län­der das glo­ba­len Nor­dens nicht 2 Mil­lar­den Men­schen auf­neh­men wer­den. Des­halb müs­sen wir jetzt dafür sor­gen, dass die­se Men­schen dort leben kön­nen, wo sie leben wol­len, näm­lich dort, wo sie jetzt woh­nen bzw. im Nachbarort.

Ich habe das Gefühl, dass Die gol­de­nen Zitro­nen das alles irgend­wie schon mal bes­ser gesagt haben. Auf More than a Fee­ling. Also hier: Sag’s mit Musik:

„Baut doch eine Mau­er queer übers Meer.“ Die gol­de­nen Zitro­nen, More Than a Fee­ling ℗ 2019 Buback Ton­trä­ger GmbH

Ministerin für Landwirtschaft

Mela­nie Mai, Spre­che­rin von Ani­mal Rebel­li­on, (ange­fragt) wird Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin. Sie ist SEHR AKTIV. Ihre Auf­ga­be ist es, sich kon­se­quent für das Tier­wohl ein­zu­set­zen und dafür, dass Getrei­de über­wie­gend direkt für Ernäh­rung und nicht als Tier­fut­ter ein­ge­setzt wird.

Mela­nie Mai bei der Blo­cka­de des Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums durch Ani­mal Rebel­li­on wäh­rend der Rebel­li­on Wave im Okto­ber 2020. Sie streamt von außer­halb der Poli­zei­ab­sper­rung, Ber­lin, 05.10.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Zusammenfassung

Das ist eine run­de Sache! Somit haben wir eine zukunfts­fä­hi­ge Regie­rung. Sie ist der Bevöl­ke­rungs­struk­tur ent­spre­chend zusam­men­ge­setzt und mit fünf Ossis sind so vie­le wie noch nie in der Regie­rung ver­tre­ten. Und es ist die ers­te Bun­des­re­gie­rung über­haupt mit eine*m in Ost­deutsch­land gebo­re­nen Kanzler*in. .… Ha, got you. You did not know that Ange­la Mer­kel was born in Ham­burg. Stimmt’s? Und Dank mei­ner Toch­ter stimmt auch das Durch­schnitts­al­ter einigermaßen.

Das per­fek­te Team! Wir wer­den fröh­lich regie­ren bis ans Ende unse­rer Tage. Halt, nee. Ich habe einen Feh­ler gemacht: Ich habe den Poli­tik­ko­dex der Plattform.PRO unter­schrie­ben (sie­he Trans­pa­renz, Nach­hal­tig­keit und der Poli­tik­ko­dex). Mist! Die­ser sieht vor, dass man höchs­tens drei Legis­la­tur­pe­ri­oden im Bun­des­tag sein darf. Ärger­lich. Na, mal sehen. Putin hat ja ein ähn­li­ches Pro­blem auch irgend­wie gelöst. Und wenn nicht, machen wir dann eben Platz für die Pro­fis von morgen.

Pro­fi von mor­gen auf Fri­days For Future Demons­tra­ti­on in Ber­lin, Kom­men­tar zu Chris­ti­an Lind­ners Rat­schlag, die Fri­days soll­ten das mit der Kli­ma­po­li­tik doch den Pro­fis über­las­sen, 15.03.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Wenn Ihr das alles so wollt und in Erlan­gen/Er­lan­gen-Höch­stadt wohnt, wählt Ste­fan Mül­ler. Und für alle: Wählt nie­mals cdU/csU!

Und wenn ich Visio­nen habe, bespre­che ich sie mit dem zukünf­ti­gen Gesund­heits­mi­nis­ter Dr. Hen­ning Tho­le. (falls er das Amt annimmt, sonst bespre­che ich sie mit Dr. Hen­ning Thole)

Sag’s mit Musik

Sag’s mit Musik heu­te mit den Gol­de­nen Zitro­nen: Was sie sin­gen, trifft auch auf die­ses Kabi­nett zu: „Die­se Leu­te sind ehr­lich! Und somit sind sie gefährlich!“

Die Gol­de­nen Zitro­nen: „Die­se Men­schen sind ehr­lich“. Das Biss­chen Tot­schlag, Sub Up Records, 1994

Quellen

afp. 2019. WRI-Stu­die zu Was­ser­knapp­heit: 17 Staa­ten droht Ver­wüs­tung. Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung. (https://www.faz.net/aktuell/wissen/wasserknappheit-und-trockenheit-17-staaten-droht-verwuestung-16320363.html?GEPC=s3)

dpa. 2012. Aggres­si­ve Insas­sen: Gefäng­nis­zel­len wer­den rosa. Han­dels­blatt. (https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/aus-aller-welt/aggressive-insassen-gefaengniszellen-werden-rosa/6239372.html)

Göpel, Maja. 2020. Unse­re Welt neu den­ken: Eine Ein­la­dung. Ber­lin: Ull­stein Verlag.

Herr­mann, Ulri­ke. 2021. Wahl­pro­gramm der SPD: Kein Plan, nir­gends. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Wahlprogramm-der-SPD/!5766417)

Hues­mann, Felix & Stern­berg, Jan. 2021. Ver­brei­tet Hans-Georg Maaßen anti­se­mi­ti­sche Inhal­te? Das ist an dem Vor­wurf dran. RND Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. (https://www.rnd.de/politik/luisa-neubauer-gegen-hans-georg-maassen-was-ist-an-dem-antisemitismus-vorwurf-dran-3LRKI2EAKZAONMNGHRPEPKY6JU.html)

Jakob, Chris­ti­an. 2021. Deut­sche Flücht­lings­po­li­tik: Prak­tisch im Stich gelas­sen. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Deutsche-Fluechtlingspolitik/!5767355)

Litsch­ko, Kon­rad. 2017. Neu­es Gut­ach­ten zu NSU-Mord. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Archiv-Suche/!5397496/)

Mau, Stef­fen. 2020. Lüt­ten Klein: Leben in der ost­deut­schen Trans­for­ma­ti­ons­ge­sell­schaft (Schrif­ten­rei­he 10490). Bonn: Zen­tra­le für Poli­ti­sche Bil­dung. (https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/303713/luetten-klein)

Mau­rin, Jost. 2021. Agrar­mi­nis­te­rin biegt Fak­ten zurecht: Klöck­ners Des­in­for­ma­ti­on. taz. Ber­lin, https://taz.de/Agrarministerin-biegt-Fakten-zurecht/!5762088.

May­er-Rüth, Oli­ver. 2020. Tür­kei errich­tet Mau­er: Ein Boll­werk an der Gren­ze zum Iran. tages­schau. (https://www.tagesschau.de/ausland/asien/tuerkei-iran-mauer-101.html)

Mül­ler, Wolf­gang. 1998. BLUE TIT – das deutsch-islän­di­sche Blau­mei­sen­buch – Þýsk-íslensk blá­meis­a­bók, Ber­lin: Ver­lag Mar­tin Schmitz.

Mül­ler, Wolf­gang. 2007. Neu­es von der Elfen­front – Die Wahr­heit über Island. Frankfurt/Main: edi­ti­on suhrkamp.

Mül­ler, Wolf­gang. 2014. Sub­kul­tur West­ber­lin 1979–1989. Frei­zeit. 4. Auf­la­ge. Ham­burg: Phi­lo Fine Arts.

San­y­al, Mit­hu. 2019. Zukunfts­vi­si­on für Deutsch­land: Welt ohne Gefäng­nis­se. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Zukunftsvision-fuer-Deutschland/!5641422)

Speit, Andre­as. 2021. Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz: Geheim­dienst späht Lin­ke aus. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Beobachtung-durch-den-Verfassungsschutz/!5760341)

Spratt, David & Dun­lop, Ian. 2019. Exis­ten­ti­al cli­ma­te-rela­ted secu­ri­ty risk: A sce­n­a­rio approach. Mel­bourne, Aus­tra­lia: Bre­akthrough — Natio­nal Cent­re for Cli­ma­te Res­to­ra­ti­on. (https://www.preventionweb.net/publications/view/65812) (Acces­sed April 4, 2021.)

Stern­berg, Jan. 2021. Anti­se­mi­tis­mus­for­scher über Maaßen: „Er weiß, wo er da unter­wegs ist“. RND Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. (https://www.rnd.de/politik/hans-georg-maassen-antisemitismusforscher-gibt-luisa-neubauer-recht-JD7QAKY7RNFO7OPDKI2FLJ6DU4.html)

taz. 2012. Hal­lo, Ver­fas­sungs­schutz! Über­wacht uns auch! 2012. taz. Ber­lin. (https://taz.de/!5102092/)

Zing­her, Eri­ca. 2021. Pres­se­frei­heit in Deutsch­land: Behör­den haben ver­sagt. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Pressefreiheit-in-Deutschland/!5762239)

  1. Lei­der ist die Sache nicht so ein­fach, denn es gibt Aus­gleichs­man­da­te. Das bringt alles durch­ein­an­der. Es ist sehr kom­pli­ziert und wur­de in der Ver­gan­gen­heit auch mehr­fach geän­dert, so dass ich gro­ße Mühe habe, es zu ver­ste­hen. Ich habe mich als Ossi des­halb schon öfter gefragt, ob ich über­haupt demo­kra­tiefä­hig bin. Wie dem auch sei, ich gehe erst mal von der Arbeits­hy­po­the­se aus, dass wir 299 Man­da­te in einem Bun­des­tag mit 598 Sit­zen haben werden. 
  2. Oh, Mist, der ging nach hin­ten los, denn die Par­tei hat auch (noch) kein Wahl­pro­gramm. Dafür hat sie ein all­ge­mei­nes Pro­gramm. Das ist SEHR GUT. Es deckt sich im Wesent­li­chen mit mei­nen Ansich­ten. Nur den Abschnitt bzgl. der SBZ fand ich erst doof. Es ist ein Witz auf Kos­ten von Min­der­hei­ten und Schwa­chen und unter der Wür­de einer so mäch­ti­gen Orga­ni­sa­ti­on wie der Par­tei Die PARTEI. Aber das Füh­rungs­per­so­nal dort hat mit­un­ter Pro­ble­me mit Wit­zen auf Kos­ten von Min­der­hei­ten. Was soll man machen? Ich habe über die For­de­rung des Wie­der­auf­baus der Mau­er nach­ge­dacht und bin jetzt auch dafür. Sie­he unten.
  3. Faxen ist der fach­sprach­li­che eng­li­sche Plu­ral von Fax. Ana­log zu oxen.
  4. Also, DER Ver­bre­cher Ver­lag ist SEHR GUT. Das ist ein klei­ner, sehr guter Ver­lag. De Gruy­ter ist EIN Ver­bre­cher-Ver­lag. Davon gibt es noch mehr: Els­vier, Wiley, Sprin­ger (der Wissenschaftsverlag).
  5. Das trifft wahr­schein­lich auf die meis­ten Men­schen zu. Lei­der. Ich arbei­te an mir. Aber wenn man so eine mis­sio­na­ri­sche Ader hat, ist das echt schwie­rig und die Sache mit dem Kli­ma ist wirk­lich ernst.
  6. Rei­che Men­schen haben es sehr schwer. Ich habe dar­über auch in Maß & Ziel geschrie­ben, wo ich mich für Erleich­te­run­gen für Höchstverdiener*innen aus­ge­spro­chen habe.
  7. Ich ver­mu­te auch, dass das der eigent­li­che Grund dafür war, dass Laschet wäh­rend Coro­na die Möbel­häu­ser offen­ge­las­sen hat. So war der Nach­schub an Floo­r­boards gewährleitet.
  8. Sor­ry, wenn ich Dich jetzt in irgend­was mit dem Ver­fas­sungs­schutz rein­ge­zo­gen habe.

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