Soll die Mauer wieder aufgebaut werden?

Die PARTEI hat einen Pro­gramm­punkt, in dem gefor­dert wird, die SBZ (Son­der­be­wirt­schaf­tungs­zo­ne) auch bau­lich vom rest­li­chen Land zu tren­nen. Ich habe lan­ge dar­über nach­ge­dacht. Inzwi­schen bin ich dem­ge­gen­über gar nicht mehr so abge­neigt, denn es gibt gewis­se Punk­te, die für einen Wie­der­auf­bau der Mau­er spre­chen: Kunst­för­de­rung und Anti­fa­schis­mus. Pro­ble­me mit der Rei­se­frei­heit las­sen sich mei­ner Mei­nung nach lösen. 

Kunstförderung

Der ers­te Punkt, der für ein gro­ßes Bau­werk sprä­che, wäre, dass es wie­der mehr Platz für Graf­fi­ti geben würde. 

Ber­li­ner Mau­er: Quell ste­ti­ger Freu­de und groß­ar­ti­ger Kunst­wer­ke, die zum Teil im MoMa in New York aus­ge­stellt werden

In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten bin ich oft den Mau­er­rad­weg rund um West-Ber­lin gefah­ren. Das ist der ehe­ma­li­ge Pos­ten­weg der Grenz­trup­pen der DDR. Die­sen Rad­weg wür­de ich gern erhal­ten. Ich wür­de des­halb vor­schla­gen, dass die Bewa­chung von der ande­ren Sei­te der Mau­er aus erfolgt.

Der ehe­ma­li­ge Pos­ten­weg der Grenz­trup­pen der DDR führt 165km um West-Ber­lin. Zum Teil durch blü­hen­de Land­schaf­ten. Auch der Grenz­be­reich zum rest­li­chen Bun­des­ge­biet ist heu­te ein grü­nes Band und soll­te als sol­ches erhal­ten blei­ben. Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Die Alter­na­ti­ve, die Mar­tin Son­ne­born ins Gespräch gebracht hat, ist, für Ber­lin eine Aus­nah­me zu machen und ein­fach einen ande­ren Bereich als das his­to­ri­sche West-Ber­lin ein­zu­mau­ern. Er hat den Prenz­lau­er Berg vor­ge­schla­gen. Da dort inzwi­schen 90% der ursprüng­lich ost­deut­schen Bevöl­ke­rung nicht mehr wohnt (ich bin auch vor 10 Jah­ren weg­ge­zo­gen), kann man das als West-Ber­lin gel­ten las­sen. Mir scheint das eine adäqua­te Lösung zu sein.

Antifaschistischer Schutzwall

Die ursprüng­li­che Idee der Mau­er war, einen anti­fa­schis­ti­schen Schutz­wall zu errich­ten. Als net­ter Neben­ef­fekt aus Sicht der Staats­füh­rung war es außer ein paar Bal­lon­fah­rern den Men­schen aus der DDR nicht mehr mög­lich, das Land zu ver­las­sen, so dass es nicht öko­no­misch aus­blu­te­te.1

Der Film „Bal­lon“ zeigt, dass es weder tech­nisch noch logis­tisch ein­fach war, einen Bal­lon für die Flucht zu bau­en. Men­schen kamen bei ent­spre­chen­den Flucht­ver­su­chen ums Leben. Einer Thü­rin­ger Fami­lie gelang beim zwei­ten Ver­such die Flucht nach Franken.

Da nach der Wen­de, nach­dem die Mau­er geöff­net wur­de, nun aber alle, die woll­ten, und eini­ge, die nicht woll­ten aber trotz blü­hen­der Land­schaf­ten hier kei­ne Per­spek­ti­ve mehr gese­hen haben, das Land ver­las­sen haben, ist die­se Funk­ti­on der Mau­er hin­fäl­lig gewor­den.2

Die ande­re Funk­ti­on der Mau­er, die des anti­fa­schis­ti­schen Schutz­walls, konn­te sie lei­der nach 1989 auch nicht mehr erfül­len. So kamen vie­le Alt-Nazis zurück und noch neue dazu. Mei­ne Bedin­gung für den Wie­der­auf­bau der Mau­er wäre also, dass die West-Nazis aus­ge­wie­sen wer­den. Das betrifft ins­be­son­de­re fol­gen­de Personen:

Karl-Heinz Hoffmann

Karl-Heinz Hoff­mann, der die DDR 1953 ver­las­sen hat, im Wes­ten 1973 die Wehr­sport­grup­pe Hoff­mann gegrün­det und mit 400–600 mili­tan­ten Neo­na­zis bis zu sei­ner Fest­nah­me 1981betrieben hat. Nach einem Gefäng­nis­auf­ent­halt kam er gera­de pas­send zur Wen­de wegen guter Füh­rung ohne jeg­li­che Auf­la­gen wie­der raus und hat im Osten in sei­ner Hei­mat­stadt Kah­la das getan, was man halt so tut als Nazi (inklu­si­ve NSU). Er bezeich­net sich selbst immer noch als Faschisten.

„Nazis neh­men uns die Arbeits­plät­ze weg!“ Graf­fi­to in Kah­la, 22.07.2013 Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY 

Leitende AfD-Mitglieder

Die Lan­des­vor­sit­zen­den etc. der AfD, zum Teil bekann­te Neo-Nazis und Mit­glie­der des rechts­ex­tre­men Flügels:

  • Den­nis Augus­tin (Lan­des­vor­sit­zen­der Meck­len­burg-Vor­po­mern aus Ham­burg, 2017–2019, NPD-Mit­glied, 2019 wegen Ver­heim­li­chung der NPD-Mit­glied­schaft ausgeschlossen)
  • Ste­phan Brand­ner (Spit­zen­kan­di­dat der AfD Thü­rin­gen zur Bun­des­tags­wahl 2017. Zuvor Thü­rin­ger Land­tag aus Her­ten, NRW, wegen Anti­se­mi­tis­mus aus dem Rechts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges ausgeschlossen)
  • Hei­ko Heß­enk­em­per (Lan­des­lis­te auf Platz 6 der AfD Sach­sen 2017 aus Hamm)
  • Björn Höcke (Lan­des­vor­sit­zen­der AfD Thü­rin­gen, aus Lünen, Westfalen)
  • Andre­as Kal­bitz (ehem. Lan­des­vor­sit­zen­der Bran­den­burg, aus München)
  • Jens Mei­er (Bre­men, 2017 über Lan­des­lis­te Sach­sen (Platz 2) in den Bun­des­tag ein­ge­zo­gen, vom Säch­si­schen Ver­fas­sungs­schutz als rechts­ex­trem ein­ge­stuft, er war Obman des Flügels)
  • Mar­tin Rei­chardt (Lan­des­chef AfD Sach­sen-Anhalt, aus Gos­lar, Niedersachsen)
  • Dr. phil. Hans-Tho­mas Till­schnei­der (Land­tag von Sach­sen-Anhalt, aus Freu­den­stadt, Baden-Würt­tem­berg, Flü­gel)

(Eine Auf­lis­tung von AfD-Nazis, die auch im Wes­ten arbei­ten­de ein­schließt, sie­he Der Ossi ist nicht demo­kra­tiefä­hig. Merkt Ihr’s noch?)

Den ehemaligen Verfassungschutzchef

Der ehe­ma­li­ge Ver­fas­sungs­schutz­chef Hans-Georg Maaßen (CDU, Mön­chen­glad­bach, Nord­rhein-West­fa­len) konn­te bei und nach Demos in Chem­nitz, zu denen die rechts­ex­tre­men „Bür­ger­be­we­gung Pro Chemitz“, Pegi­da und die AfD auf­ge­ru­fen hat­te, kei­ne Hetz­jag­den erken­nen und es hat ein Jahr gebraucht, bis dann irgend­wie doch klar war, dass es Hetz­jag­den gab und Maaßen als Ver­fas­sungs­schutz­chef ent­las­sen wurde. 

Das berühm­te Hase-Du-bleibst-hier-Video

Man könn­te mei­nen, er hat nur getan, was Ver­fas­sungschutz­chefs halt so tun, aber er ist ein ech­ter Nazi. Wer’s nicht glaubt, möge sich den fol­gen­den Zusam­men­schnitt anse­hen, in dem er in Bezug auf die Kli­ma­schutz­maß­nah­men Deutsch­lands doch tat­säch­lich sagt: „Wir kön­nen nicht die gan­ze Welt ret­ten, das haben wir schon zwei­mal versucht“.

Maaßen, ein AfD-freund­li­cher Anwalt und jemand mit merk­wür­di­gen Auf­fas­sun­gen zur deut­schen Geschich­te, kan­di­diert nun in Thü­rin­gen für die CDU. Bit­te nehmt ihn zurück!3 4

Um gegen die Pro­tes­te der rechts­ex­tre­men „Bür­ger­be­we­gung Pro Chemitz“, Pegi­da und AfD mit meh­re­ren Tau­send Teilnehmer*innen zu pro­tes­tie­ren, hat die Chem­nit­zer Band Kraft­klub die Kund­ge­bung „Wir sind mehr“ orga­ni­siert, an der 65.000 Antifaschist*innen teil­ge­nom­men haben, Chem­nitz 03.09.2018, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Inzwi­schen sind eini­ge der Nazis im Osten ange­wach­sen, haben gehei­ra­tet und Kin­der bekom­men. Die­se Fami­li­en zu tren­nen, ist natür­lich hart, aber sol­che nach­ran­gi­gen Aspek­te haben bei Abschie­bun­gen eigent­lich noch nie eine Rol­le gespielt. Übrig geblie­be­ne Kin­der könn­te man kurz vor der Gren­ze in Hei­me ste­cken. Dan­ke Trump, wäre ich von allein nicht drauf gekommen.

Reisefreiheit

Wegen der Rei­se­frei­heit hat­te ich ursprüng­lich etwas Sor­gen, aber beim Ste­fan-Mül­ler-Cas­ting der Par­tei Die PARTEI Erlan­gen wur­de mir erklärt, dass ich als Kan­di­dat der Par­tei Die PARTEI einen Aus­weis bekom­men wür­de, auf dem steht, dass der Besit­zer des Aus­wei­ses über­all durch darf. Somit wäre es mir trotz Wohn­sitz in Ber­lin mög­lich, mei­ne Wähler*innen in Erlan­gen zu besu­chen. Ande­re Men­schen müss­ten auch nur in die Par­tei ein­tre­ten, um in den Wes­ten rei­sen zu kön­nen. Das ist so ähn­lich wie frü­her, wo Rei­se­ka­der ja auch noch zu Leb­zei­ten in den Wes­ten durften.

Das dürf­te zu einer Wel­le von PAR­TEI-Ein­trit­ten füh­ren und auf die­se Wei­se wür­de die Wen­de 2.0 glatt ohne AfD stattfinden.

Bernd Höcke war zur Wen­de noch ganz klein und ist in West­fa­len in die Schu­le gegan­gen. 2019 fasel­te er von der Wen­de 2.0.

Anhang: Offene Fragen

Unge­klärt ist, wie demo­kra­tisch gewähl­te Vertreter*innen unde­mo­kra­ti­scher Par­tei­en dann in Ber­lin ihren Auf­ga­ben nach­ge­hen sol­len, denn sie könn­ten nicht durch die SBZ fah­ren. Hier scheint es nur die Mög­lich­keit eines Innen­stadt­flug­ha­fens zu geben. Das ist wegen der Lärm­be­läs­ti­gung ein Pro­blem und außer­dem gibt es im Prenz­lau­er Berg kei­ne Flä­chen, die für Lan­de­bah­nen groß genug wären. Die prak­ti­ka­bels­te Vari­an­te wäre des­halb wohl ein Shut­tle mit Ballons.

Nachtrag

Es soll nie­mand den­ken, ich wür­de wirk­lich die Mau­er gern wie­der­ha­ben. Ich bin sehr froh, in einem Land zu leben, in dem ich Mar­kus Söder einen Heuch­ler nen­nen kann.

Quellen

Duwe, Sil­vio & Pohl, Mar­kus. 2021. Ver­fas­sungs­schüt­zer über Maaßen: „Klas­si­sche anti­se­mi­ti­sche Ste­reo­ty­pe“. tages­schau. (https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/maassen-antisemitismus-101.html)

Her­big, Micha­el. 2018. Bal­lon. (https://www.youtube.com/watch?v=IUM_s2EusXI)

Hues­mann, Felix & Stern­berg, Jan. 2021. Ver­brei­tet Hans-Georg Maaßen anti­se­mi­ti­sche Inhal­te? Das ist an dem Vor­wurf dran. RND Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. (https://www.rnd.de/politik/luisa-neubauer-gegen-hans-georg-maassen-was-ist-an-dem-antisemitismus-vorwurf-dran-3LRKI2EAKZAONMNGHRPEPKY6JU.html)

Mau, Stef­fen. 2020. Lüt­ten Klein: Leben in der ost­deut­schen Trans­for­ma­ti­ons­ge­sell­schaft (Schrif­ten­rei­he 10490). Bonn: Zen­tra­le für Poli­ti­sche Bil­dung. (https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/303713/luetten-klein)

Tages­schau. 07.09.2018. Chem­nitz: Maaßen bezwei­felt Hetz­jagd und sorgt für Dis­kus­si­on über Video. (https://www.youtube.com/watch?v=bLaWN4_cnJg)

Wer ich bin und warum ich für den Bundestag kandidiere

Im Janu­ar 2021 begann Die PARTEI Erlan­gen mit einem Ste­fan-Mül­ler-Cas­ting zur Bestim­mung eines Kandidaten/einer Kan­di­da­tin für die Bun­des­tags­wahl (Pres­se­mit­tei­lung). Der Grund für die­ses Cas­ting war, dass Die PARTEI fest­ge­stellt hat, dass Ste­fan Mül­ler von der csU, ohne dass dafür irgend­wel­che Grün­de erkenn­bar wären, seit 2002 immer den Wahl­kreis 242 (Erlan­gen, Land­kreis Erlan­gen-Höch­stadt, die Gemein­den Dach­s­bach, Ger­hards­ho­fen und Uehl­feld) direkt gewinnt. Die logi­sche Schluss­fol­ge­rung war, dass man Wähler*innen geben muss, was sie wol­len, wes­halb sie einen Ste­fan Mül­ler bzw. eine Ste­fa­nie Mül­ler gesucht haben. In einem lang­wie­ri­gen Cas­ting-Ver­fah­ren habe ich mich gegen Tau­sen­de Ste­fan Mül­lers durch­ge­setzt und tre­te nun als par­tei­lo­ser Direkt­kan­di­dat in Erlan­gen an. Man kann mich dort nur mit der Erst­stim­me wäh­len. Zweit­stim­men will ich kei­ne und kann ich auch tech­nisch nicht bekommen. 

Klima und Nazis

In der Aus­schrei­bung hat Die PARTEI dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Ste­fan Mül­ler (csU) Huf­ei­sen­theo­rien anhängt und den Reichs­tag stür­men­de Nazis „kin­disch-krei­schen­de Chao­ten“ nennt und mit Öko-Demonstrant*innen gleichsetzt. 

Das hat mich hart getrig­gert, weil ich einer­seits Anti­fa­schist und ande­rer­seits Öko bin. (Ich bin bei Scientits4Future und an ande­ren Stel­len in der Kli­ma­be­we­gung aktiv und set­ze mich an der Uni und in Fach­ge­sell­schaf­ten für Kli­ma­schutz ein.1) Also habe ich beschlos­sen, alles dafür zu tun, dass Ste­fan Mül­ler nicht wie­der direkt in den Bun­des­tag gewählt wird.

Demons­tra­ti­on „1 Jahr nur blo­ckiert“ von Fri­days for Future gegen die Blo­cka­de­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung in Sachen Kli­ma­schutz vor dem Reichs­tag. Die Demons­tra­ti­on war offi­zi­ell ange­mel­det und es gehört zu unse­rer Demo­kra­tie, dass Men­schen sich ver­sam­meln und gegen die Regie­rung pro­tes­tie­ren dür­fen. Bild: Ste­fan Mül­ler, 13.12.2020. CC-BY.

Rassismus

Die Ansicht, dass Ste­fan Mül­ler nicht in den Bun­des­tag gehört, tei­le ich auch mit einem Autor der Welt: Fré­dé­ric Schwil­den schreibt über fol­gen­den Tweet von Ste­fan Mül­ler auf Facebook:

„Sie sind ein wei­ßer deut­scher Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter, der von Migran­ten schreibt, weil er sich nicht vor­stel­len kann, dass Leu­te, die nur ein biss­chen anders aus­se­hen oder einen ande­ren Namen tra­gen, auch Mit­bür­ger und Mit­bür­ge­rin­nen sind.“ Wei­ter betont Schwil­den, „dass das deut­sche Volk neben Mül­ler und Schmidt auch Lee, Pal­mer, Iyi­bas, Akbay, Bako­vic oder Baj­bouj heißt“. Wol­le der CSU-Abge­ord­ne­te dies nicht wahr­ha­ben, habe er im Bun­des­tag nichts zu suchen.

Gie­bel, Mar­cus. 2020. CSU-Abge­ord­ne­ter greift unver­hoh­len Migran­ten an – def­ti­ger Kon­ter eines Jour­na­lis­ten geht nun viral. Mer­kur.

Soziale Gerechtigkeit

Sozia­le Aspek­te wie Teil­ha­be und sozia­le Gerech­tig­keit sind mir schon immer wich­tig gewe­sen. In Gesprä­chen im April 2021 habe ich erfah­ren, dass die Infra­struk­tur in Erlan­gen maro­de ist. Zum Bei­spiel sind alle Stra­ßen­la­ter­nen extrem umsturz­ge­fär­det, so dass maxi­mal ein Wahl­pla­kat pro Later­ne auf­ge­hängt wer­den darf. Mich hat das scho­ckiert und ich möch­te mich ernst­haft für bes­se­re Lebens­be­din­gun­gen in Erlan­gen ein­set­zen. Da der Osten ja nun durch­sa­niert ist und über­all blü­hen­de Land­schaf­ten sind, ist es Zeit für den Auf­bau West! Für Licht in Dunkeldeutschland!

Sonstiges zur Person

Ich habe im Gesund­heits­be­reich in der Pfle­ge gear­bei­tet (1982?), als Erd­beer­pflü­cker (1984) als Post­bo­te (1983–1986), als Bus­rei­ni­ger bei der BVG (1983–1986), im Braun­koh­le­kraft­werk Espen­hain (im Win­ter 1986/1987) und als Fahr­rad­ku­rier (1991–1992) und bin jetzt Wis­sen­schaft­ler (ORCID-ID, Wiki­pe­dia-Ein­trag). Unter ande­rem habe ich auch Mathe­ma­tik stu­diert. Ich habe berech­net, dass ich die­sen Wahl­kreis gewin­nen wer­de (sie­he War­um ich das Direkt­man­dat für die Bun­des­tags­wahl in Erlan­gen gewin­nen wer­de). Sonst hät­te ich mich nicht auf­stel­len las­sen. Bin ja nicht blöd.

Korrektur des Lebenslaufs

Weil Ana­le­na Baer­bock, Olaf Scholz und Armin Laschet ihre Lebens­läu­fe kor­ri­giert haben, möch­te ich das auch tun. Die Anga­ben im vori­gen Abschnitt sind von der Art her so wie man­che das eben machen in Lebens­läu­fen: Ich habe in der Tat im Kran­ken­haus, als Erd­beer­pflü­cker, Post­bo­te und Bus­rei­ni­ger und in der Nacht­schicht im Koh­le­kraft­werk gear­bei­tet. Das waren aber jeweils nur drei Wochen, weil ich da als Schü­ler gear­bei­tet habe bzw. als Sol­dat. Fahr­rad­ku­rier war ich län­ger, aber auch nur eini­ge Wochen am Stück in den Semes­ter­fe­ri­en. Wäh­rend des Semes­ters war es nur ein Tag in der Woche. Die Jah­res­zah­len waren aber ange­ge­ben, so dass auch klar war, dass ich als 14Jähriger nicht wirk­lich Kran­ken­pfle­ger gewe­sen sein konn­te (obwohl, der Osten, wer weiß …). Eine Sache habe ich aber wirk­lich unter­schla­gen und muss sie nun hier nach­rei­chen: Ich bin schon sehr lan­ge Mit­glied in einer übels­ten Lob­by-Orga­ni­sa­ti­on. Nicht nur das: Ich neh­me kei­ner­lei Ver­güns­ti­gun­gen in Anspruch, so dass all mei­ne Mit­glieds­bei­trä­ge in die Machen­schaf­ten die­ser Orga­ni­sa­ti­on gehen. Ja, ich habe es ver­heim­licht und nun ist es raus. Frü­her oder spä­ter hät­ten fin­di­ge Jour­na­lis­ten der Bild-Zei­tung oder die Freaks von der INSM es ohne­hin her­aus­ge­fun­den: Ich bin im ADFC! Seit 1994, glaub ich.

ADFC-Mit­glieds­aus­weis, hier der von 2006

Zweite Korrektur des Lebenslaufs

Ich hat­te auch ver­ges­sen, eine der höchs­ten Aus­zeich­nun­gen, die ich je bekom­men habe, anzu­ge­ben: Ich bin Ehren­pio­nier der Sowjet­uni­on. Da das frü­her oder spä­ter ohne­hin her­aus­ge­kom­men wäre, habe ich einen Blog­post dazu geschrieben.

Nichts hier ist ernst

Die­se Sei­te ist eine Sati­re­sei­te und alles hier ist von der Kunst­frei­heit gedeckt. Nichts hier ist ernst, außer den Sachen über Nazis, über die Kli­ma­kri­se und über den Osten. Also lei­der doch irgend­wie alles. Ich neh­me nie­man­den ernst, kei­nen von den Spaßvögel*innen, die die poli­ti­schen Büh­nen die­ses Lan­des bevöl­kern und schon gar nicht mich sel­ber (sie­he War­um ich das Direkt­man­dat für die Bun­des­tags­wahl in Erlan­gen gewin­nen wer­de).

Ich, du, er, sie, es, wir, ihr, Sie

Ich habe lan­ge dar­über nach­ge­dacht, ob ich mei­ne Wähler*innen duzen oder sie­zen soll. Für die Gen­der­ge­rech­tig­keit betrei­be ich gern Auf­wand und schrei­be das Stern­chen und das in (sie­he Gen­dern, arbei­ten und der Osten), aber jedes mal „Ihr bzw. Sie“ und ver­schie­de­ne Verb­for­men zu schrei­ben, ist mir zu umständ­lich. Ich habe mich des­halb für gna­den­lo­ses Duzen ent­schie­den. Der Grund ist, dass ich mich nicht an Letztwähler*innen son­dern an Erstwähler*innen wen­de. An Erstwähler*innen, auch nicht an Zweitwähler*innen, denn man kann mich nur mit der Erst­stim­me wäh­len, auf der Lan­des­lis­te tre­te ich nicht an.

Sie kennen mich

Das Mot­to des Blogs „Sie ken­nen mich“ habe ich von Win­fried Kret­sch­mann (cdU) geklaut, der in Baden-Wür­tem­berg zusam­men mit den Grü­nen regiert. Die PARTEI hat als ein Ziel die Über­win­dung von Inhal­ten und das ist die Wahl­kampf­lo­sung, die per­fekt zu sol­chen Zie­len passt.

Sag’s mit Musik

Eini­ge der Sei­ten haben Musik­vi­de­os ein­ge­bun­den: Knor­ka­tor, Fun­ny van Dan­nen, Deich­kind, COR. Es gibt eine spe­zi­el­le Kate­go­rie­sei­te zu Posts mit Musik. Ein­zel­ne Bands kann man auch rechts in der Sei­ten­leis­te unter Kate­go­rien auswählen.

Wer sagt denn das?

„Ale­xa und Siri, die Cloud und dein Boss
die stil­le Post und die Stim­men in dei­nem Kopf
der Guru, die Trai­ner, der TÜV und der Mob.
Der hat’s von Tin­der und die haben’s von Gott“

Deich­kind, Wer sagt denn das?

Deich­kind: „Wer sagt denn das?“ Sul­tan Gün­ther Musik, 2019

Bei allen Behaup­tun­gen habe ich Quel­len ange­ge­ben. Das gehört sich so für Wissenschaftler*innen. Dar­über hin­aus gibt es auf vie­len Sei­ten Bil­der von Men­schen, die etwas zum The­ma gesagt haben. Damit wird die gan­ze Sache per­sön­li­cher und Ihr wisst wirk­lich, wer hin­ter Ansich­ten steht. Die meis­ten der Bil­der von Vor­tra­gen­den sind beim Kli­ma­mon­tag ent­stan­den. Ich dan­ke, den Organisator*innen recht herz­lich für die Aus­wahl der Redner*innen. Obwohl ich schon lan­ge in der Kli­ma­be­we­gung aktiv bin, ler­ne ich immer noch neue Dinge. 

Quellen

Gie­bel, Mar­cus. 2020. CSU-Abge­ord­ne­ter greift unver­hoh­len Migran­ten an – def­ti­ger Kon­ter eines Jour­na­lis­ten geht nun viral. Mer­kur. (https://www.merkur.de/politik/rassismus-stuttgart-usa-george-floyd-stefan-mueller-csu-migration-frederic-schwilden-kritik-zr-13809464.html)

Kun­ze, Mela­nie. 2020. Nach Migra­ti­ons-Post: Wir­bel um Erlan­ger CSU-Poli­ti­ker. Nürn­ber­ger Nach­rich­ten. (https://www.nordbayern.de/region/erlangen/nach-migrations-post-wirbel-um-erlanger-csu-politiker‑1.10204672)