Mein Kabinett

Mar­tin Son­ne­born, Chef der Par­tei Die PARTEI, beant­wor­tet die Fra­ge der taz nach mög­li­chen Koali­ti­ons­part­nern, indem er eine Koali­ti­on mit der CDU/CSU, der SPD, den Grü­nen, der AfDP, und der Lin­ken aus­schließt (taz, 11.05.2021). Das ist soweit ok, aber dann fährt er fort: „Wir sind die ein­zi­ge Par­tei, die mit abso­lu­ter Sicher­heit auch nach der Wahl Oppo­si­ti­on ist.“ Die­se Mut­lo­sig­keit hat mich zutiefst erschüt­tert und als Par­tei­lo­ser, der für die PARTEI antritt, sehe ich es als mei­ne Pflicht, den PAR­TEI-Chef zu kri­ti­sie­ren. Die SPD stürzt sich mit einem Kanz­ler­kan­di­da­ten in den Wahl­kampf und wir geben jetzt schon auf? Wir haben 299 Direktkandidat*innen und alle sind SEHR GUT. Ich habe die Wahl­krei­se mit viel­ver­spre­chen­den Kandidat*innen grau markiert.

Kar­te vom Bun­des­wahl­lei­ter. Alle Wahl­krei­se, die von der Par­tei Die PARTEI höchst­wahr­schein­lich direkt gewon­nen wer­den, habe ich grau eingefärbt.

299 Man­da­te. Das wäre die Hälf­te aller Bun­des­tags­man­da­te und wir brau­chen dann also nur einen Abge­ord­ne­ten der ande­ren Par­tei­en, der uns dul­det und den habe ich schon.1 Sie­he dazu Minis­ter des Innern. Es gibt also einen Weg für die PARTEI, die Macht zu über­neh­men und Mar­tin Son­ne­born will trotz­dem ein­fach auf­ge­ben? Gibt es jetzt selbst in der Par­tei Die PARTEI schon Rea­los? Als der Mut Mar­tin Son­ne­born noch nicht ver­las­sen hat­te, hat­te er ver­kün­det, dass die Par­tei alle Direktkandidat*innen zu Kanzlerkandidat*innen nomi­niert. Das war ein groß­ar­ti­ger Schritt, denn alle sind SEHR GUT und glei­cher­ma­ßen geeig­net. Das ist es, was wir brau­chen, in die­ser krie­sen­ge­schüt­tel­ten Zeit: Visio­nen! Wäh­rend die SPD zum Arzt gehen wür­de, wenn sie Visio­nen hät­te, kann ich das nicht machen, denn dann säße ich dau­ernd beim Arzt.

Ich bin wahr­schein­lich der ein­zi­ge Politiker*in, der/die ihren Wähler*innen und Wäh­lern all ihre Gedan­ken offen mit­teilt. Ich kann das tun, weil ich kei­ne Stim­men­ver­lus­te befürch­ten muss, denn ich habe bereits wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen, dass ich das Direkt­man­dat in Erlan­gen und Erlan­gen-Höch­stadt erlan­gen wer­de (sie­he War­um ich das Direkt­man­dat gewin­nen wer­de). Des­halb wer­de ich jetzt hier auch bereits zu einem Zeit­punkt mei­ne zukünf­ti­ge Regie­rung vor­stel­len, zu dem man­che Par­tei­en noch nicht ein­mal ein Wahl­pro­gramm haben.2

Kri­te­ri­en für die Aus­wahl waren Kom­pa­ti­bi­li­tät mit mei­ner kom­pro­miss­lo­sen, sozi­al ver­träg­li­chen 1,5°-Politik, fach­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on, reprä­sen­ta­ti­ve Zusam­men­set­zung in Bezug auf Geschlecht, Diver­si­tät und ein aus­ge­wo­ge­nes Ost-West-Verhältnis.

Kabinett Müller I

Es ist üblich, dass bei Regie­rungs­neu­bil­dun­gen Minis­te­ri­en anders zuge­schnit­ten wer­den. Hier mei­ne Vision:

Bundeskanzler

Ste­fan Mül­ler. Das bin ich. Sie­he Wer ich bin und war­um ich für den Bun­des­tag kan­di­die­re.

Minister für Transparenz

Mar­co Bülow (ange­fragt) war in der SPD und als SPD-Abge­ord­ne­ter auch im Bun­des­tag. Er war dort von 2005 bis 2009 Spre­cher der Frak­ti­ons­ar­beits­grup­pe für Umwelt, Natur­schutz und Reak­tor­si­cher­heit. Von 2009 bis 2013 war er Ener­gie­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD. Er ist aus Pro­test gegen Kor­rup­ti­on und Lob­by­is­mus dort aus­ge­tre­ten. Er ist SEHR GUT.

Mar­co Bülow spricht auf der Mon­tags­de­mo für Kli­ma­schutz von Berlin4Future über Kor­rup­ti­on und Lob­by­is­mus, Ber­lin, Alex­an­der­platz, 07.09.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Das ein­zi­ge Pro­blem mit Mar­co Bülow ist, dass er viel popu­lä­rer ist als ich. Aber das hat ja bei der Kanz­ler­kan­di­da­tur der cdU/csU auch kei­ne Rol­le gespielt. Wir eini­gen uns sicher irgend­wie. Mög­lich wäre ja auch eine Dop­pel­spit­ze. Wir tau­schen dann jede Woche die Ämter.

Ministerin für Abrüstung und Verteidigung

Anna Brom­ley kann Kungfu. Sie hat als Door­wo­man gear­bei­tet und ist SEHR STARK. Zusam­men sind wir ein Dream­team. Ich habe ja bereits dar­ge­legt, wie ich als Pazi­fist in der gegen­wär­ti­gen geo­po­li­ti­schen Lage agie­ren wer­de (sie­he Auf­rüs­ten oder Abrüs­ten). Ich kann Kara­te und sie Kungfu. Die Kungfu-Sti­le ahmen Tie­re nach. Ster­ben­der Schwan und so. Wäh­rend sie also eine Tier­vor­füh­rung macht, ist Putin abge­lenkt und dann kommt mein Lasso.

Anna Brom­ley bei SAVVY Funk, SAVVY Con­tem­pora­ry, Deutsch­land­ra­dio Kul­tur und docu­men­ta 14, Ber­lin, 25.06.2017, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Außer­dem pro­mo­viert Anna gera­de über Albern­heit (kein Witz!). Sie wür­de also per­fekt ins Kabi­nett Mül­ler I pas­sen. Also zu mir. Die ande­ren sind alle total ernst. Dem Ernst der Lage ange­mes­sen (sie­he Denn sie wis­sen nicht, was sie tun, die Über­schrift bezieht sich auf die cdU/csU, nicht auf mein Kabi­nett. Obviously).

Mein Bru­der war sau­er, als er mein Kabi­nett gese­hen hat. Er mein­te, er wäre auch ein guter Minis­ter für Abrüs­tung gewe­sen. Das stimmt, denn er ist dees­ka­lie­rend und fröh­lich. Aber ers­tens ist er, glau­be ich, nicht so stark wie Anna, kann kei­ne ster­ben­den Schwä­ne tan­zen und außer­dem geht die­ses Minis­te­ri­um ohne­hin tra­di­tio­nell an Frau­en. Aber er wird jetzt Außenminister.

Ministerin für Verbraucherschutz

Das macht die­se Frau (noch nicht ange­fragt). Ihr Haupt­auf­ga­be ist es, die Verbraucher*innen davor zu schüt­zen, Müll-Mode zu Dum­ping­prei­sen zu kau­fen, die sie dann unge­tra­gen wegwerfen.

Frau, die gegen Fast Fashion demons­triert. Fri­days For Future Demons­tra­ti­on in Ber­lin, 20.09.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Lei­der weiß sie noch nichts von ihrem Amt, da ich sie nicht per­sön­lich ken­ne. Sach­dien­li­che Hin­wei­se zur Per­son neh­me ich unter St.Mueller@diepartei-erlangen.de entgegen.

Minister für Finanzen 

Maja Göpel (ange­fragt) hat meh­re­re Bücher über kli­ma­kom­pa­ti­ble Trans­for­ma­ti­on geschrie­ben. Sie ist SEHR GUT. Das Finanz­mi­nis­te­ri­um wäre bei ihr in guten Händen. 

Soll­te sie wider Erwar­ten ableh­nen und wei­ter nur bera­tend mit­wir­ken wol­len, wür­de ich als nächs­tes Lui­sa Neu­bau­er fra­gen. Auch sie kennt sich in Kli­ma­fra­gen bes­tens aus und hat Visio­nen. Sie hält eine ande­re Welt für mög­lich. Sie ist SEHR GUT! Lui­sa Neu­bau­er hat bereits gezeigt, dass sie sich nicht kor­rum­pie­ren lässt, denn sie hat das Ange­bot im Sie­mens-Auf­sichts­rat mit­zu­wir­ken abgelehnt.

Lui­sa Neu­bau­er liest auf der Demo #1JahrNurBlockiert ihre Rede vor, die sie vor einem Jahr beim ers­ten Streik von Fri­days For Future Ber­lin gehal­ten hat. Ber­lin, 13.12.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Sie hat Hans-Georg Maaßen zu Recht öffent­lich vor­ge­wor­fen, dass er anti­se­mi­ti­sche Codes ver­wen­det und ent­spre­chen­de Inhal­te teilt (RND, 10.05.2021, RND, 13.05.2021) und wür­de sicher auch mei­nen Kurs einer Aus­wei­sung Maaßens aus der SBZ mit­tra­gen (sie­he mei­nen Bei­trag zum Anti­fa­schis­ti­schen Schutz­wall).

All die sehr guten Din­ge, die die ande­ren Minis­te­ri­en umset­zen sol­len, wer­den Geld kos­ten. Viel Geld. Der gegen­wär­ti­ge Finanz­mi­nis­ter (Olaf Scholz von der SPD) hat kei­nen Plan (taz, 14.05.2021), wie er sein Wahl­pro­gramm finan­zie­ren soll. Ich dage­gen habe einen. Steu­ern, Steu­ern, Steu­ern. Wir alle ken­nen die Spit­zen­steu­er­sät­ze aus Skan­di­na­vi­en und wis­sen, dass Men­schen in Gesell­schaf­ten mit gerin­ge­rem Reich­tums­ge­fäl­le glück­li­cher sind. Und es sind nicht nur die beson­de­ren Skan­di­na­vi­er: Wie der nie­der­län­di­sche His­to­ri­ker Rut­ger Breg­man 2019 auf dem Welt­wirt­schafts­gip­fel in Davos dar­ge­legt hat, gab es in den USA in den 50er Jah­ren unter dem repu­bli­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Eisen­ho­wer einen Spit­zen­steu­er­satz von 91% und eine Erb­schafts­steu­er von 70%. Geht alles. Wir müs­sen nur wollen.

Rut­ger Breg­man for­dert auf dem Welt­wirt­schafts­gip­fel in Davos Steu­ern, Steu­ern, Steu­ern. 2019

Rut­ger Breg­man wur­de übri­gens im Jahr dar­auf nicht wie­der zum Welt­wirt­schafts­gip­fel ein­ge­la­den. Tja.

Minister für Gesundheit

Dr. Hen­ning Toh­le (ange­fragt) ist Arzt und gegen Flug­lärm aktiv. Er ist SEHR GUT.

Dr. Hen­ning Tho­le bei einem Tref­fen der Anwohner*innen des Flug­ha­fens Tegel zum The­ma Flug­lärm im Rat­haus Pan­kow, 26.09.2015, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Flug­lärm ist ein enor­mes Gesund­heits­ri­si­ko, was durch epi­de­mo­lo­gi­sche Stu­di­en am Flug­ha­fen Frankfurt/Main nach­ge­wie­sen wur­de. Gemein­sam wer­den wir mit der Ver­kehrs­mi­nis­te­rin dafür sor­gen, dass unren­ta­ble Regio­nal­flug­hä­fen (also alle?) geschlos­sen wer­den und der Ver­kehr auf den gro­ßen Flug­hä­fen redu­ziert wird. Das kann man ins­be­son­de­re durch strik­te Nacht­flug­ver­bo­te und die Reduk­ti­on von Inlands­flü­gen erreichen.

Ansons­ten gibt es im Gesund­heits­we­sen viel zu tun und auch im Okto­ber wird die Pan­de­mie noch nicht vor­bei sein. Hen­ning Tho­le ist auch bei Sci­en­tists For Future aktiv und kennt sich mit den gesund­heit­li­chen Fol­gen des Kli­ma­wan­dels bes­tens aus.

Ministerin für Wirtschaft

Ulri­ke Herr­mann (ange­fragt) ist stu­dier­te Öko­no­min und Wirt­schafts­re­dak­teue­rin bei der taz. Sie sagt ganz klar, dass unbe­grenz­tes Wachs­tum nicht funk­tio­niert, dass Kli­ma­ver­träg­lich­keit bedeu­tet, dass es kei­ne pri­va­ten Pkws und kei­ne pri­va­ten Flü­ge geben kann. Wir müs­sen den Pro­zess des grü­nen Schrump­fens ein­lei­ten, wenn wir kli­ma­kom­pa­ti­bel wer­den wollen.

Ulri­ke Herr­mann, Öko­no­min von der taz spricht auf dem Kli­ma­mon­tag, Ber­lin, Alex­an­der­platz, 03.05.2021, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Ulri­ke Herr­mann arbei­tet in einer Fir­ma, an der ich Antei­le hal­te, aber ich den­ke, dass der zukünf­ti­ge Trans­pa­renz­mi­nis­ter das schon gut­hei­ßen wird, denn die Bei­tei­li­gung ist öffent­lich (sie­he Trans­pa­renz­er­klä­rung)

Minister für Arbeit, Familie und Soziales

Minis­ter für Arbeit und Sozia­les wird mein Freund Klaus. Er ist sehr gut. Also nicht nur SEHR GUT. Ein­fach sehr gut. Er war lan­ge Jah­re gesund­heits­be­dingt arbeits­los und lebt nun von Mindestrente. 

Der Ste­fan Mül­ler von der csU woll­te ja einen Arbeits­dienst für Arbeits­lo­se ein­füh­ren (sie­he Wiki­pe­dia­ein­trag) und Jens Spahn fin­det, dass man mit Hartz IV ein kom­for­ta­bles Aus­kom­men habe (sie­he mein Bei­trag Soll sie der Blitz … Filz bei der Uni­on). Wir wür­den in Zusam­men­ar­beit mit dem Finanz­mi­nis­te­ri­um die Hartz IV-Sät­ze anhe­ben und uns für ein Bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men ein­set­zen. Es ist klar, dass das nicht ein­fach ist und es vie­les zu beden­ken gibt, aber dar­an wer­den wir arbei­ten. Bevor das Bedin­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men ein­ge­führt ist, wer­den wir die Min­dest­löh­ne anhe­ben und auf extre­mer (Selbst-)Ausbeutung basie­ren­de Ange­bo­te, die immer wie­der Wege fin­den, die Sozi­al­stan­dards zum umge­hen, wie zum Bei­spiel Uber verbieten.

Klaus hat neun Kin­der und als Ossi weiß er ohne­hin, wie wich­tig Kin­der­be­treu­ung ist und wie sie so funk­tio­nie­ren kann, dass Frau­en auch arbei­ten kön­nen. Lie­be Wähler*innen und Wäh­ler, die Fra­ge der Gen­der­ge­rech­tig­keit lösen wir nicht mit einem Stern­chen. Und wenn Ihr Euch anguckt, was Merz und sei­ne Kum­pels gera­de machen, dann merkt Ihr es selbst. Immer wenn der Kor­rup­ti­ons­skan­dal-Topf am Über­ko­chen ist, dann rufen sie laut: Gen­der­stern­chen und alle sind eine Woche beschäf­tigt. Die Fra­ge der Gen­der­ge­rech­tig­keit ist eine öko­no­mi­sche Fra­ge und so lan­ge die Mut­ter von Söders unehe­li­chem Kind kei­ne Kin­der­be­treu­ung hat, weil Söder dage­gen ist, dass in Bay­ern Krip­pen­plät­ze geschaf­fen wer­den, so lan­ge wer­den Frau­en öko­no­misch abhän­gig sein bzw. in Armut leben. Sie­he hier­zu und zur ver­lo­ge­nen Fami­li­en­po­li­tik der csU auch mei­nen Post Mensch & Fami­lie. Hat­te ich schon erwähnt, dass die csU eine kor­rup­te Par­tei ist und die cdU auch? Könnt Ihr in Denn sie wis­sen nicht, was sie tun und Soll sie der Blitz … Filz bei der Uni­on nachlesen.

Minister für Zukunft und Klimafragen

Gre­gor Hage­dorn (ange­fragt) ist Aka­de­mi­scher Direk­tor am Muse­um für Natur­kun­de Ber­lin, Mit­grün­der und Spre­cher von Sci­en­tists for Future und SEHR GUT. Er ist bes­tens ver­netzt und weiß auf alle Zukunfts­fra­gen eine Antwort.

Dr. Gre­gor Hage­dorn (Musee­um für Natur­kun­de) bei der Vor­füh­rung des Films von S4F im Del­phi-Kino, Ber­lin, 26.09.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY 

Er ist nicht nur sehr gut, son­dern auch SEHR MÄCHTIG, denn er hat 26.800 Sci­en­tists For Future hin­ter sich und es wer­den täg­lich mehr. Das Wachs­tum der Unterstützer*innen ist expo­nen­ti­ell und Ihr wisst, was das heißt, oder? 

„Auf die grü­ne Sei­te der Macht du kom­men sollst“ Pla­kat bei Demo von Fri­days For Future in Ber­lin, 24.05.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Ministerium für Zauberei

Wir sind nicht allein auf die­sem Pla­ne­ten, obwohl wir gera­de hart dar­an arbei­ten, alles ande­re Leben aus­zu­rot­ten (sie­he Arten­ster­ben im Bei­trag Denn sie wis­sen nicht, was sie tun). Aber es gibt noch ande­re Lebe­we­sen, die wir nicht so leicht umbrin­gen kön­nen. Und sie sind SEHR MÄCHTIG, noch mäch­ti­ger als Gre­gor Hage­dorn. Die drei hier Abge­bil­de­ten arbei­ten im Minis­te­ri­um für Zau­be­rei. Ich konn­te 2019 wäh­rend der Rebel­li­on Wave in Lon­don mit ihnen sprechen.

Vertreter*innen des Minis­try of Magic unter­stüt­zen Extinc­tion Rebel­li­on bei der Blo­cka­de das Tra­fal­gar Squa­re, Lon­don, 10.10.2019, Der jun­ge Mann rechts hat­te schon vor Coro­na eine Mas­ke. Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Wenn wir das 1,5°-Ziel errei­chen wol­len, wer­den wir Unter­stüt­zung des Minis­te­ri­ums für Zau­be­rei brau­chen. Ich habe auf die Beset­zung der Pos­ten dort lei­der kei­nen Ein­fluss, aber immer­hin habe ich Kon­takt dahin. Sie haben mei­ne Erin­ne­rung an die Begeg­nung nicht gelöscht, was ich für ein gutes Zei­chen hal­te. Wenn sie uns unter­stüt­zen wür­den, wäre das zauberhaft!

Minister für Energie

Prof. Dr. Vol­ker Qua­sch­ning (ange­fragt) ist Pro­fes­sor für Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­sys­te­me an der Hoch­schu­le für Tech­nik und Wirt­schaft in Ber­lin und er ist SEHR GUT.

Prof. Dr. Vol­ker Qua­sch­ning von Sci­en­tists For Future spricht bei der ers­ten Berlin4Future Mon­tags­de­mo, Ber­lin, Alex­an­der­platz, 06.07.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Sei­ne Haupt­auf­ga­be wird die Elek­tri­fi­zie­rung der rück­stän­di­gen Bun­des­län­dern Bay­ern und NRW sein (zu den Brem­sern Söder und Laschet sie­he auch Denn sie wis­sen nicht, was sie tun Abschnitt zur Ener­gie). Ich habe bereits in Auf­bau West über die maro­de Infra­struk­tur in Erlan­gen geschrie­ben. Die Stra­ßen­la­ter­nen sind dort laut offi­zi­el­ler Ver­laut­ba­rung extrem ein­sturz­ge­fähr­det. Die zu erwar­ten­den Trans­for­ma­tio­nen in die­sen zurück­ge­blie­be­nen Bun­des­län­dern wer­den so gigan­tisch sein, dass ich ein eige­nes Minis­te­ri­um für den Wie­der­auf­bau ein­rich­te (sie­he unten). 

Vol­ker Qua­sch­ning hat noch nicht geant­wor­tet. Da wir noch nicht bei 100% Öko­en­er­gie sind, ver­wen­det er sei­ne Ener­gie wohl für ande­re Dinge.

Ministerin für Verkehr

Prof. Dr. Dr. Mar­ti­na Schä­fer (ange­fragt) ist Bio­lo­gin, in Umwelt­tech­nik und Sozio­lo­gie an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Ber­lin pro­mo­viert. Sie lei­tet dort das Zen­trum Tech­nik und Gesell­schaft. Sie ist SEHR GUT. Das sieht man schon dar­an, dass sie viel mehr Dok­tor­ti­tel als Andre­as Scheu­er, M.A. hat.

Prof. Dr. Dr. Mar­ti­na Schä­fer (TU Ber­lin) bei der Film­vor­füh­rung des Films von S4F im Del­phi-Kino, Ber­lin, 26.09.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY 

Mar­ti­na Schä­fer hat gemein­sam mit Gis­bert Fan­se­low von der Uni Pots­dam und mir eine Ber­lin/­Bran­den­burg-wei­te Akti­on zur Slebst­ver­pflich­tung von Wissenschaftler*innen zum Ver­zicht auf Kurz­stre­cken­flü­ge durchgeführt.

Ver­kün­dung der Ergeb­nis­se der Selbst­ver­pflich­tungs­ak­ti­on gegen Kurz­stre­cken­flü­ge wäh­rend einer gro­ßen Kli­ma­de­mo von Fri­days For Future am Bran­den­bur­ger Tor, Mar­ti­na Schä­fer ganz links, Gis­bert Fan­se­low (Post­mi­nis­ter) rechts davor unten, Ber­lin, 20.09.2019, Bild: Mela­nie Quilitz

Außer­dem hat sie an der TU ein coo­les Pro­jekt, bei dem Men­schen ihre Auto­schlüs­sel abge­ben kön­nen und unter kon­trol­lier­tem Ent­zug eini­ge Mona­te betreut ohne (eige­nes) Auto ver­brin­gen kön­nen. Man­che fan­gen danach nicht wie­der an (2019 ein Drit­tel der Teilnehmer*innen).

Ich hof­fe sehr, dass sie es macht. Bis­her hat sie noch nicht geant­wor­tet. Sie ist immer schwer beschäf­tigt. Wahr­schein­lich regelt sie gera­de irgend­was mit Verkehr.

Minister für Post- und Fernmeldewesen

Minis­ter für Post und Fern­mel­de­we­sen wird Prof. Dr. Gis­bert Fan­se­low. Er ist ein guter Freund von mir und SEHR GUT! Außer­dem hat er mit der desi­gnier­ten Ver­kehrs­mi­nis­te­rin Mar­ti­na Schä­fer die Selbst­ver­pflich­tungs­ak­ti­on zum Ver­zicht auf Kurz­stre­cken­flü­ge ins Leben geru­fen (sie­he auch Bild oben).

Gis­bert Fan­se­low und Hart­mut Ehm­ler beim Kli­ma­st­reik von Fri­days For Future. Gis­bert Fan­se­low hät ein Schild mit der Zahl der Wissenschaftler*innen der Uni Pots­dam, die sich ver­pflich­tet haben, auf dienst­li­che Kurz­stre­cken­flü­ge zu ver­zich­ten. Ber­lin, 20.09.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler CC-BY

Er woll­te unbe­dingt mit­ma­chen und hat sich die­ses Minis­te­ri­um selbst aus­ge­sucht. Ich fin­de, dass der Bereich Post und Fern­mel­de­we­sen seit 1997 sträf­lichst ver­nach­läs­sigt wur­de. Die Haupt­auf­ga­be von Gis­bert Fan­se­low wird es sein, die Über­tra­gung von Faxen3 zu beschleu­ni­gen und neue Stan­dards dafür in allen Behör­den zu eta­blie­ren. Das wird alle Ver­wal­tungs­ver­fah­ren erheb­lich beschleu­ni­gen und dazu bei­tra­gen, dass zu Beginn mei­ner Regie­rungs­zeit die Ver­fah­ren gegen Klimaaktivist*innen schnel­ler ein­ge­stellt wer­den können.

Gis­bert Fan­se­low arbei­tet in Pots­dam, ich in der Doro­the­en­stra­ße. Es liegt also nahe, die bestehen­de Tele­gra­phen-Ver­bin­dung von der Ber­li­ner Stern­war­te in der Doro­the­en­stra­ße über den Tele­gra­fen­berg in Pots­dam zur Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft nach Köln auszubauen.

Zei­ger­te­le­graf in Bra­ke, Bild: Wil­fried Witt­kow­sky, CC BY-SA 3.0, Link

Dazu wür­de ich die Zei­ger­te­le­gra­fen mit E‑Motoren für die schnel­le Umstel­lung der Zei­chen aus­rüs­ten und die Ener­gie dafür wür­de natür­lich aus Solar­zel­len stammen. 

In Bay­ern wird zur Zeit immer noch mit Flag­gen gear­bei­tet (Quel­le: Wiki­pe­dia­ein­trag zur opti­schen Tele­gra­fie), da der aktu­ell zustän­di­ge Minis­ter mit Maut-Skan­da­len beschäf­tigt ist. Aber nach der Elek­tri­fi­zie­rung von Bay­ern und NRW (sie­he oben Ener­gie­mi­nis­te­ri­um) kön­nen auch die Tele­gra­fie­li­ni­en in den Süden aus­ge­baut wer­den. Gis­bert Fan­se­low dürf­te gera­de auch die Ent­wick­lung von Bay­ern eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit sein, da er selbst aus Bay­ern stammt. Ich ver­spre­che mir von der Elek­tri­fi­zie­rung und dem Aus­bau der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­me wich­ti­ge Impul­se für die Wis­sen­schaft und die Wirtschaft.

Wie Wolf­gang Mül­ler inter­es­siert sich Gis­bert Fan­se­low für Vögel und könn­te also gut mit dem Unter­mi­nis­ter für Sub­kul­tur und dem Minis­ter für Umwelt und Reak­tor­si­cher­heit zusammenarbeiten.

Inzwi­schen ist sich Gis­bert Fan­se­low sei­ner Zusa­ge wohl lei­der nicht mehr so sicher, da ich ihn dar­auf hin­ge­wie­sen habe, dass es nicht um ein „Minis­te­ri­um für Pos­ten und Fern­mel­de­we­sen“ geht.

Ministerin für Bildung

XY todo

Mein Bru­der Prof. Dr. Frank Mül­ler wäre auch ein sehr guter Bil­dungs­mi­nis­ter. Er arbei­tet im Bereich Inklu­si­on und setzt sich für Open Edu­ca­tio­nal Resour­ces (OER) ein. 

Beim letz­ten gro­ßen Student*innenstreik hat­te der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Prof. Hajo Fun­ke ein gute For­de­rung: die 10/20/30-Regel. Im Kin­der­gar­ten einen Betreuuungs­schlüs­sel von 1:10, in der Schu­le 1:20 und im Stu­di­um dann 1:30. Mei­ne Kin­der hat­ten in der Grund­schu­le 26er Klas­sen, im Gym­na­si­um 32 und über die Semi­nar- und Vor­le­sungs­grö­ßen an Uni­ver­si­tä­ten reden wir lie­ber nicht. In den letz­ten Jahr­zehn­ten wur­de im Bil­dungs­sys­tem immer mehr gespart. Bis zum Quit­schen. Das wür­de ich ändern.

Außer­dem ist das deut­sche Hoch­schul­sys­tem sehr hier­ar­chisch orga­ni­siert. Es gibt weni­ge Professor*innen mit fes­ten Stel­len und einen brei­ten Mit­tel­bau, der auf Schleu­der­sit­zen sitzt. Ver­trä­ge sind auf drei Jah­re befris­tet, in man­chen Wis­sen­schaf­ten lau­fen die Ver­trä­ge noch kür­zer. Es gibt eine Vor­schrift, die Ket­ten­ver­trä­ge ver­hin­dern soll. Inter­es­san­ter­wei­se führt sie aber dazu, dass Mitarbeiter*innen ein­fach ent­las­sen wer­den. Uni­ver­si­tä­ten lau­fen hier­zu­lan­de mit 80% der Beleg­schaft. Wenn eine Stel­le aus­läuft wird sie für eini­ge Zeit (etwa ein hal­bes Jahr) gesperrt. Da fes­te Stel­len nicht gesperrt wer­den, sind sie teu­rer als befris­te­te Stel­len. Wenn nun jemand die Höchst­be­schäf­ti­gungs­dau­er von 12 Jah­ren erreicht hat und eigent­lich ent­fris­tet wer­den müss­te, weil er oder sie ja offen­sicht­lich gebraucht wird, wird die Stel­le nicht ver­län­gert, weil sie dann ja teu­rer wer­den wür­de. Die­ser absur­de Miss­stand muss abge­stellt wer­den. Dazu braucht es mehr Geld im Bildungssystem.

Ministerin für Digitalisierung und Drogen

Minis­te­rin für Digi­ta­li­sie­rung wird Frie­de­ri­ke Mül­ler. Sie ist SEHR GUT. Außer­dem ist sie mei­ne Toch­ter. Als sie mit­be­kom­men hat, dass mei­ne Frau Minis­te­rin wird, woll­te sie auch mit­ma­chen. Ich habe ihr lang und breit erklärt, dass Poli­tik eine erns­te Sache ist, dass sie noch zu klein ist (173cm) und dass sie das mal lie­ber den Pro­fis über­las­sen soll. Sie hat gekon­tert, dass sie bis zur Wahl grö­ßer als ihre Mut­ter sein wird und außer­dem ist es nicht von der Hand zu wei­sen, dass sie sich aus­kennt. Sie erklärt uns, wo man am Han­dy wie drü­cken muss und was dann pas­sie­ren müss­te. Sie kennt jedes Funk­loch in Thü­rin­gen und Bran­den­burg, wo wir immer Urlaub machen, und sie hat neu­lich ihr Tele­fon mit einer Bru­te-For­ce-Atta­cke geknackt. Das alles ist viel­ver­spre­chend und sie hat jetzt schon mehr Kom­pe­tenz als so man­cher Digi­ta­li­sie­rungs­mi­nis­ter vor ihr. Auch mit Dro­gen kennt sie sich aus. Sie ist gera­de im kal­ten Ent­zug, weil das Han­dy beschlag­nahmt wur­de. Den Dopa­min-Film von Arte haben wir schon oft gese­hen. Zu Dopa­min sie­he auch Face­book ist evil. Wir wer­den uns dann gemein­sam für die Besteue­rung der gro­ßen Digi­tal­kon­zer­ne und eine Zer­schla­gung von Facebook/Whatsapp/Instagram einsetzen.

Ein wei­te­rer SEHR GUTER Kan­di­dat wäre Sebas­ti­an Nord­hoff, Press Direc­tor bei Lan­guage Sci­ence Press. Er kennt sich mit der Digi­ta­li­sie­rung her­vor­ra­gend aus, hat Poli­tik­erfah­rung (Pira­ten-Par­tei, hab’s mit Wiki­pe­dia ver­linkt, weil heut­zu­ta­ge nie­mand mehr weiß, was das war). Er hat in weni­gen Jah­ren einen kom­plet­ten digi­ta­len Open-Access-Ver­lag mit über 1000 Autor*innen und einer Mil­li­on Down­loads hoch­ge­zo­gen und die tech­ni­sche Infra­struk­tur läuft her­vor­ra­gend. Das unter­schei­det sei­nen Ver­lag vom Ver­bre­cher-Ver­lag4 De Gruy­ter, der unse­re Arbei­ten hin­ter einer Pay­wall ver­steckt und dann noch nicht mal DOIs kor­rekt auf­lö­sen kann, so dass die Lite­ra­tur selbst für zah­len­de Kund*innen (und wir zah­len über 100.000€ pro Jahr als Uni­ver­si­tät) nicht zugäng­lich ist. 275jährige Ver­lags­er­fah­rung nützt da auch nichts.

Sei­ne Erfah­run­gen mit und sein Wis­sen über Dro­gen geht nicht über das der jet­zi­gen Dro­gen­be­auf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung Danie­la Lud­wig (CDU) hin­aus, was aber nicht schlimm ist, denn er hat sich bis­her auch in kom­ple­xe The­men­fel­der SEHR GUT ein­ge­ar­bei­tet und Frie­de­ri­ke kann ihn auch bera­ten. Zum benö­tig­ten Vor­wis­sen auch ein State­ment eines CDU-Politikers:

[De]r Umstand, dass Frau Lud­wig kei­ne dro­gen­po­li­ti­sche Exper­ti­se hat, muss ja nicht zwin­gend dazu füh­ren, dass sie das Amt nicht beklei­den kann. […] Im Übri­gen war es nach mei­ner Erin­ne­rung auch nicht so, dass die ande­ren Dro­gen­be­auf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung in der Ver­gan­gen­heit da so einen Hin­ter­grund hatten.

Spre­cher des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit, Oli­ver Ewald

Wer’s nicht glaubt, kann es sich hier noch ein­mal anse­hen (kli­cken für Video):

Sebas­ti­an Nord­hoffs Qua­li­fi­ka­ti­on ist also SEHR GUT bzw. aus­rei­chend. Es gibt aller­dings auch gewis­se Zwei­fel an sei­ner Eig­nung, denn er hat schon öfter natür­lich abso­lut berech­tig­te Ände­rungs­wün­sche von mir abge­lehnt und irgend­et­was von Per­fek­ti­ons­wahn gemur­melt. Ande­rer­seits wür­de ich natür­lich auch die Geset­ze nicht dau­ernd ändern müs­sen, weil die Gerich­te sie für unzu­rei­chend hal­ten, wie das bei ande­ren Par­tei­en gera­de der Fall war. Also könn­te es viel­leicht etwas wer­den. Ich den­ke, er wäre eine gute Ver­tre­tung, wenn mei­ne Toch­ter auf Ent­zug ist.

Minister des Auswärtigen (Außenminister)

Prof. Dr. Frank Mül­ler wird Außen­mi­nis­ter. Er ist SEHR GUT! Und außer­dem ist er mein Bru­der. Er ist unge­fähr so wie ich, nur jün­ger und er ist viel diplo­ma­ti­scher.5 Er ist also nicht nur sehr gut, son­dern VIEL BESSER. Er war in den USA und im Iran couch­sur­fen. Er kennt sich also inter­na­tio­nal aus und kennt wirk­lich die Men­schen vor Ort und nicht nur den Golf­club. Er wird sich also dage­gen aus­spre­chen, Ihnen eine Bom­be auf den Kopf zu wer­fen und ist inso­fern die per­fek­te Ergän­zung zu unse­rer Minis­te­rin für Ver­tei­di­gung und Abrüstung. 

Es tut mir Leid, dass damit schon drei Mit­glie­der mei­ner Fami­lie der zukünf­ti­gen Bun­des­re­gie­rung ange­hö­ren wer­den. Aber wenn man ein­mal anfängt, dann wol­len alle ande­ren auch. Wo soll das nur hin­füh­ren? Was wenn mei­ne Eltern jetzt auch noch ankom­men und mit­ma­chen wol­len? Na, die­se Gefahr ist wohl rela­tiv gering, denn als ich mei­nem Vater von mei­ner Kan­di­da­tur für die Par­tei Die PARTEI berich­te­te, fand er das nicht gut, denn 1) ist Poli­tik eine erns­te Sache und 2) bin ich – sei­ner Mei­nung nach – nicht qua­li­fi­ziert dafür. Ich habe dar­über auch in Was qua­li­fi­ziert Sie eigent­lich für den Bun­des­tag? geschrie­ben. Aber mei­ne Schwes­ter könn­te noch mit­ma­chen wol­len. Sie ist Metero­lo­gin, war 14 Mona­te am Süd­pol, hat also eine kom­plet­te Polar­nacht hin­ter sich und kommt erwie­se­ner­ma­ßen auch in dunk­len Zei­ten gut zurecht.

Also, alles Mül­ler, oder was? Nee, nicht gut! Es gibt zwar auch Bei­spie­le aus ande­ren Län­dern, wo Fami­li­en­clans geherrscht haben, aber die Trumps wur­den dann zum Glück nicht wie­der­ge­wählt. Um mei­ne Wie­der­wahl nicht zu gefär­den, ver­pflich­te ich mich, alle Mül­lers bei Unbot­mä­ßig­keit sofort aus dem Kabi­nett zu entfernen. 

Ministerin für Kultur

Manon Ger­hardt ist Brat­schis­tin an der Deut­schen Oper Ber­lin und SEHR GUT. Sie wird die per­fek­te Kul­tur­mi­nis­te­rin sein.

Manon Ger­hardt spielt Brat­sche beim Die In auf der Mar­schall­brü­cke wäh­rend der (von ihr) ange­mel­de­ten Demons­tra­ti­on von Extinc­tion Rebel­li­on „Trau­er­zug der toten Bäu­me“, Ber­lin, 05.10.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Unterminister für Subkultur und Minister für Umwelt und Reaktorsicherheit

Da sich gezeigt hat, dass prak­tisch der gesam­te Main­stream aus irgend­wel­chen Sub­kul­tu­ren her­vor­geht (zum Bei­spiel die Tef­lon­pfan­ne), kann man die Sub­kul­tur nicht hoch genug schät­zen. Der Unter­mi­nis­ter für Sub­kul­tur wird Wolf­gang Mül­ler (ange­fragt). Nein, er ist nicht mit mir ver­wandt. Es gibt meh­re­re Men­schen mit dem Nach­na­men Mül­ler. Ja, ins­ge­samt so vie­le, dass es nicht mal eine ein­ein­deu­ti­ge Abbil­dung von Per­so­nen auf Men­schen mit glei­chem Vor- und Nach­na­men gibt. So kommt es vor, dass es zum Bei­spiel meh­re­re Wolf­gang Mül­lers gibt. Hier ist der gemeint, der ein Buch über die Sub­kul­tur in West-Ber­lin geschrie­ben hat, das bereits in der fünf­ten Auf­la­ge erschie­nen ist (Mül­ler, 2014). Er ist bes­tens in der Kul­tur­bran­che und mit Veranstalter*innen ver­netzt. Das fol­gen­de Bild zeigt ihn zusam­men mit Moni­ka Döring, die lan­ge das LOFT in West-Ber­lin gelei­tet hat und sich gro­ße Ver­diens­te bei der Vor­sor­gung des Ostens mit Musik erwor­ben hat: Sie hat für Roland Galen­za und Lutz Schramm vom Parock­ti­kum, einer Unter­grund­sen­dung des Sen­ders DT64, Plat­ten über die Gren­ze geschmuggelt.

Wolf­gang Mül­ler und Moni­ka Döring nach der Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung Lyrik und Punk in der Aka­de­mie der Küns­te, Ber­lin, 16.03.2018, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Wolf­gang Mül­ler ist eben­falls gut mit dem Osten ver­traut. Er war noch zu DDR-Zei­ten bei Lesun­gen mit Hei­ner Mül­ler (kei­ner von uns bei­den ist mit Hei­ner Mül­ler ver­wandt) und hat ver­sucht, eine von sei­ner Band Die Töd­li­che Doris pro­du­zier­te Schall­plat­te bei Ami­ga raus­zu­brin­gen. Die Plat­te war so, dass man sie ein­zeln hören konn­te, genau­so wie die nach­fol­gen­de Plat­te. Aber bei­de Plat­ten gemein­sam gehört erga­ben eine neue Plat­te mit kohä­ren­tem Text und selbst die Cover waren over­lay-fähig. Ein gran­dio­ses deutsch-deut­sches Meis­ter­werk! Hät­te es wer­den kön­nen. Aber Ami­ga war zu spie­ßig. Immer­hin wur­de Die Töd­li­che Doris dann im Rock­le­xi­kon der DDR erwähnt.

Auch hat Wolf­gang Mül­ler Ant­wor­ten auf drän­gen­de Fra­gen unse­rer Zeit. In einem sei­ner Bücher beschreibt er eine klei­ne Vor­rich­tung, die Arbeiter*innen in Chi­na benut­zen, um die Augen offen zu hal­ten, wenn ihnen die­se gegen Ende der Schicht, in der sie unse­ren Wohl­stands­müll zusam­men­bau­en, zuzu­fal­len dro­hen. So etwas wie klei­ne Wäscheklammern.

Künst­ler Wolf­gang Mül­ler und Kura­to­rin An Paen­huy­sen bei der Vor­stel­lung des neu­en Buches „11 Objects of the Sci­ence of Misun­derstan­dings“ in der Bel­gi­schen Bot­schaft. Ber­lin, 17.02.2018, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Wolf­gang Mül­ler hat die Idee kon­se­quent durch­ge­ar­bei­tet und bie­tet in Zusam­men­ar­beit mit einem Gold­schmied die­se Augen­of­fen­hal­te­klam­mern für 1600€ als Bestand­teil des Buches an.

Wolf­gang Mül­ler arbei­tet seit Jah­ren zur Blau­mei­se und zu Sta­ren. Er hat nach­ge­wie­sen und auch durch Ton­auf­nah­men doku­men­tiert, dass die Sta­re, die in der Nähe von Kurt Schwit­ters Wohn­haus in Nor­we­gen leben, auch noch nach meh­re­ren Genera­tio­nen die Urso­na­te sin­gen. Wolf­gang Mül­ler wird von Linguist*innen dafür gefei­ert und gilt dies­be­züg­lich als Star. Wolf­gang Mül­ler kennt sich auch mit Copy­right­fra­gen sehr gut aus, denn die dama­li­gen Rech­te­inha­ber der Urso­na­te, die Kie­pen­heu­er GmbH, haben ihn ver­klagt (kein Quatsch). Er kann also dies­be­züg­lich auch gut mit den ande­ren Minis­te­ri­en zusammenarbeiten.

Auf­grund sei­ner Exper­ti­se wird er oft um Text­bei­trä­ge gebe­ten. So schrieb er zum Bei­spiel den Text „Du bist gut zu Vögeln“ für einen Song von Ste­reo Total.

„Du bist gut zu Vögeln“ von Ste­reo Total mit Text von Wolf­gang Müller

Da er sich so gut mit Tie­ren aus­kennt, kann er auch das Umwelt­mi­nis­te­ri­um über­neh­men. Die Atom­kraft­wer­ke wer­den mit mei­nem Amts­an­tritt sofort abge­schal­tet. Die Bezeich­nung des Minis­te­ri­ums für Umwelt und Reak­tor­si­cher­heit wird aus his­to­ri­schen Grün­den aber beibehalten. 

Er ist berühmt für Tex­te in der Sie­ges­säu­le und sei­ne Kunst­hap­pe­nings sind legendär.

Der Per­for­mance-Künst­ler Dani­el Chlu­ba zusam­men mit Wolf­gang Mül­ler bei der Ver­nis­sa­ge „Chro­mo­som XY Männerkunst – Her­ren­kunst“ einer Aus­stel­lung von Wolf­gang Mül­ler und An Paen­huy­sen im art space Bar­biche, Ber­lin, 01.03.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Ich höre Sie jetzt schon fra­gen: „Ist ja schön und gut, aber hät­te es da zur Illus­tra­ti­on wirk­lich einen halb­nack­ten Mann gebraucht?“ Mei­ne Ant­wort: „Halb­nackt?“ Aber es stimmt natür­lich: Ich hät­te auch das fol­gen­de Pho­to neh­men kön­nen. Das hät­te völ­lig gereicht. Auch mit Dani­el Chlu­ba, dies­mal als „der/die/das Weih­nachts­män­nin“ und wenigs­ten nicht nackt. Aber ein Sinn die­ses Blogs ist auch, die csU mit ihrer ver­lo­ge­nen, heuch­le­ri­schen, homo­pho­ben Hal­tung zu ärgern (sie­he mei­nen Bei­trag Mensch & Fami­lie).

Ober­staats­an­walt a.D. und Anti­fa­schist Diet­rich Kuhl­brodt, Per­for­mer Dani­el Chub­la und Super-Star Wolf­gang Mül­ler bei der Weih­nachts­fei­er der Töd­li­che Doris, Acqua­ri­um, Ber­lin, 15.11.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Wolf­gang Mül­ler kennt sich mit Elfen sehr gut aus und stand in engem Kon­takt mit der islän­di­schen Elfen­be­auf­trag­ten (Mül­ler, 2007). Er war lan­ge Zeit als Kul­tur­bot­schaf­ter für das Goe­the-Insti­tut in Reykja­vík und dann spä­ter, als der Bun­des­re­pu­blik das Geld aus­ging, für die Walt­her von Goe­the Foun­da­ti­on tätig. Wenn er das Amt annimmt, kann er das Außen­mi­nis­te­ri­um in der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Minis­te­ri­um für Zau­be­rei und auch mit dem stra­te­gisch wich­ti­gen Part­ner Island unterstützen.

Ups, das Mül­ler-Fea­ture ist etwas lang gera­ten. Ich bin wirk­lich nicht mit ihm ver­wandt. Es gibt ein­fach viel zu sagen, denn er ist SEHR GUT!

Ministerin für Justiz

Bis­her war es eigent­lich so: Wer wofür Minis­ter wird, ist eigent­lich egal. Wich­tig ist das rich­ti­ge Par­tei­buch. So war zum Bei­spiel Peter Alt­mai­er Umwelt­mi­nis­ter (sic!) und ist jetzt Wirt­schaft­mi­nis­ter. Kann er bei­des? Man wür­de irgend­wie den­ken, kann nicht sein, aber wenn der Sinn des Umwlt­mi­nis­te­ri­ums dar­in besteht, der Wirt­schaft nicht in die Que­re zu kom­men, dann macht eine sol­che Beset­zung auch Sinn. Julia Klöck­ner ist Jour­na­lis­tin. Sie hät­te das Minis­te­ri­um für Des­in­for­ma­ti­on ver­dient (taz, 20.04.2021), aber ihr Minis­te­ri­um ist das für Land­wirt­schaft. Sie hat es per­fekt drauf, von den wesent­li­chen Fra­gen abzu­len­ken. Da zieht sie eine Tier­wohl­kam­pa­gne auf für Zir­kus­tie­re. Die­ses Affen­thea­ter hilft aber kei­nem Schwein. Die ste­hen immer noch im Kas­ten­stand, was in vie­len ande­ren Län­dern längst ver­bo­ten ist. Ande­res Bei­spiel: Scheu­er. Der hat zur poli­ti­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on der CSU im Sys­tem Bay­erns „pro­mo­viert“ (sie­he Wiki­pe­dia­ein­trag zu sei­ner Pro­mo­ti­on und Ver­fah­ren wegen Titel­miss­brauchs im Bun­des­tags­wahl­kampf 2005). Sei­ne Abschluss­ar­beit kann man wohl für die poli­ti­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on in der csU brau­chen, aber sonst? Ansons­ten hat er im Neben­fach Sozio­lo­gie und Wirt­schafts­wis­sen­schaft stu­diert. Bei Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten hat er aber ent­we­der geschla­fen oder war Krei­de holen. Sonst hät­te er gewusst, dass man Ver­trä­ge nicht unter­schreibt, bevor die Gerich­te geur­teilt haben, weil das sonst teu­er wer­den könn­te. Auch die Dro­gen­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung und all ihre Vorgänger*innen sind zuge­ge­be­ner­ma­ßen (sie­he oben) nicht vom Fach gewe­sen und oben­drein (auch zuge­ge­ben) inkompetent.

Wie dem auch sei, bei den Jus­tiz­mi­nis­tern ist das anders. Das sind nor­ma­ler­wei­se wirk­lich Fach­leu­te (wie zum Bei­spiel der kor­rup­te Jus­tiz­mi­nis­ter Bay­erns Alfred Sau­ter). Da ich dafür bin, Minis­te­ri­en mit Expert*innen zu beset­zen, möch­te ich mit die­ser Tra­di­ti­on nicht brechen.

Wahr­schein­lich könn­te man für die­sen Pos­ten irgend­ei­ne Richter*in aus dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­schla­gen, denn die sind jetzt bes­tens ein­ge­ar­bei­tet in die Kli­ma­pro­ble­ma­tik und haben wis­sen­schafts­ba­siert ent­schie­den, dass das Han­deln der abzu­lö­sen­den Bun­des­re­gie­rung nicht ver­fas­sungs­ge­recht ist. Macht­tak­tisch ist es aber wohl bes­ser, die­se Richter*innen in ihrer Posi­ti­on zu belas­sen und eine jun­ge Juris­tin zur Minis­te­rin zu machen. Ich habe des­halb Baro Gab­bert ange­fragt. Sie ist SEHR GUT. Zumin­dest hat sie auf dem Kli­ma­mon­tag den Ent­scheid des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts sehr gut erklärt.

Die Jura­stu­den­tin und Kli­ma­ak­ti­vis­tin Baro Gab­bert erklärt die Bedeu­tung des Ent­scheids des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum Kli­ma­schutz, Kli­ma­mon­tag, Ber­lin, Alex­an­der­platz, 03.05.2021, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Lei­der ist sie noch nicht fer­tig mit dem Stu­di­um. Es gibt zwar vie­le unfer­ti­ge Politiker*innen, aber für das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um … sie­he oben. Die Zwi­schen­zeit, bis sie fer­tig ist, wür­den wir irgend­wie über­brü­cken. Ich wür­de alle Ver­fah­ren gegen Klimaaktivist*innen sofort ein­stel­len las­sen (Was? Die Gerich­te sind unab­hän­gig? Mist. Na, hat ja irgend­wie auch sein Gutes. Bis zur Wahl haben die Gerich­te das dann hof­fent­lich ohne­hin schon gemacht, denn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat ja ent­schie­den, dass das Han­deln der bis­he­ri­gen Regie­rung nicht ver­fas­sungs­ge­recht ist.) und außer­dem wür­de ich eine Gene­ral­am­nes­tie für Schwarzfahrer*innen anord­nen. Die­je­ni­gen, die die Ein­wei­sung mit­tel­lo­ser Men­schen wegen Schwarz­fah­rens in Gefäng­nis­se zu ver­ant­wor­ten haben, gehö­ren vor Gericht. Ehm. Sol­che Maß­nah­men sind in jedem Fall sinn­los, denn die betrof­fe­nen Men­schen haben ein­fach kein Geld, die Stra­fen zu bezah­len und der Gefäng­nis­auf­ent­halt kommt die Steuerzahler*innen viel teu­rer als die Ein­nah­men, die man mit Fahr­kar­ten erzie­len könn­te. Zu Ersatz­zeit­stra­fen sie­he das Inter­view mit Reh­zi Mal­zahn in der taz). Das Pro­blem wird sich aber ohne­hin schnell lösen, denn wir wer­den den kos­ten­frei­en Nah­ver­kehr ein­füh­ren. In Ber­lin ist die Benut­zung des ÖPNV für Schüler*innen bereits kos­ten­los und man könn­te das als ers­ten Schritt auf die sozi­al Schwa­chen ausdehnen. 

PS: Eigent­lich müss­te Dr. Dr. habil Felix Eckard Jus­tiz­mi­nis­ter wer­den, denn er hat mit sei­ner Habi­li­ta­ti­ons­schrft die Grund­la­ge für die Kli­ma­kla­ge geschaf­fen und war einer der Kläger*innen. Aber er ist kei­ne Frau, aus dem Wes­ten und der eigent­li­che Grund ist, dass ich kein Foto von ihm habe. Tja, was für komish­ce Details manch­mal Kar­rie­ren beinflussen. 

Minister für Wiederaufbau West und Integration

Prof. Dr. Stef­fen Mau (ange­fragt) ist Sozio­lo­ge an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät. Er ist Ossi und kennt sich sehr gut mit den Trans­for­ma­tio­nen von Gesell­schaf­ten aus (sehr zu emp­feh­len ist sein Buch Lüt­ten Klein über den Osten in der Zeit nach der Wen­de). Wir ste­hen vor enor­men Her­aus­for­de­run­gen mit dem anste­hen­den Wie­der­auf­bau des Wes­tens, also ins­be­son­de­re Bay­erns, das von der csU sys­te­ma­tisch her­un­ter­ge­wirt­schaf­tet wur­de. Ich habe bereits in Auf­bau West dar­über geschrie­ben. Außer­dem hat er sich in Lüt­ten Klein auch mit Eli­ten beschäf­tigt und da das E in Die PARTEI für Eli­ten­för­derng steht, ist er der Rich­ti­ge für mein neu­es Kabinett.

Wir wer­den ein paar Ost-Halo­dris die maro­den Fir­men, die durch gna­den­lo­se Markt­wirt­schaft und Pro­fit­gier („Jeder Tag, an dem wir Ver­bren­ner ver­kau­fen, ist ein guter Tag!“) jetzt nicht mehr umwelt­kom­pa­tibl und wett­be­werbs­fä­hig sind, für drei Euro auf­kau­fen und dann schlie­ßen las­sen. Das betrifft ins­be­son­de­re die Auto­in­dus­trie. Was Arbeits­plät­ze? Das hat vor 30 Jah­ren auch nie­man­den inter­es­siert. Wer’s nicht glaubt, möge sich die Doku­men­ta­ti­on über die Treu­hand ansehen: 

Histo­ry repea­ting. Aber es gibt einen klei­nen Unter­schied: Mei­ne Regie­rung wird kei­ne Busch­zu­la­ge zah­len. Denn die Ossis sind längst vor Ort. Sie sind unter Euch und Ihr wisst es viel­leicht noch nicht ein­mal (Stef­fen Mau. 2020. Lüt­ten Klein, S. 190–194).

„Allein 1989 und 1990 ver­lor das klei­ne Ost­deutsch­land jähr­lich fast 400 ooo Ein­woh­ner. Danach ging die Zahl der Abwand­c­rer zunächst etwas zurück, Anfang der null­cr Jah­re stieg sie erneut deut­lich an. Von 1991 bis 2013 ver­lie­ßen ins­ge­samt fast 1,8 Mil­lio­nen Men­schen Ost­deutsch­land, mehr als zehn Pro­zent der Bevölkerung.“ Stef­fen Mau, Lüt­ten Klein, S. 191

Wie, Ihr hat­tet Euch Euer Leben bis zur Ren­te anders vor­ge­stellt? Ihr müsst noch Euer Haus abbe­zah­len und Eure Frau hat nie woan­ders gear­bei­tet als in Eurem Haus­halt? Seid Ihr denn über­haupt nicht fle­xi­bel? Es gibt lei­der kei­ne Alter­na­ti­ven zum Grü­nen Schrump­fen. Redet mal mit der zukünf­ti­gen Wirt­schafts­mi­nis­te­rin. Ulri­ke Herr­mann hat von vie­len neu­en Jobs gespro­chen, die ent­ste­hen wer­den. Zum Bei­spiel ist eine nach­hal­ti­ge Land­wirt­schaft sehr arbeits­in­ten­siv. Da könn­ten dann die­je­ni­gen Arbeiter*innen arbei­ten, die nicht mehr für die Her­stel­lung der Bus­se, Bah­nen und der weni­gen auto­nom fah­ren­den Fahr­zeu­ge gebraucht wer­den (und deren Frau­en auch). Also, sucht Euch da schö­ne Jobs aus und hört auf zu jam­mern, Ihr Jammer-Wessis!

Die Fami­lie Quandt wird ent­eig­net. Das beschlag­nahm­te Ver­mö­gen (Susan­ne Klat­ten: 21 Mil­li­ar­den, Ste­fan Quandt: 15,15 Mil­li­ar­den) wird für die Repa­ra­tur von Umwelt­schä­den, den Rück­bau nicht mehr benö­tig­ter Auto­bah­nen und die Wie­der­auf­fors­tung des Dan­nen­rö­der Wal­des ver­wen­det. Ach, ich hab’ heu­te gute Lau­ne. Las­sen wir den bei­den mal eine Mil­li­ar­de 100 Mil­lio­nen. Ich kann schon sehen, wie sie sich über die Ver­tei­lung strei­ten wer­den. Das tut mir leid.6

Rei­chen die­se Vor­schlä­ge jetzt eigent­lich für eine Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz aus? Ver­fas­sungs­schutz ist auch The­ma im nächs­ten Abschnitt.

Minister des Innern

Für das Innen­mi­nis­te­ri­um möch­te ich unbe­dingt ein*en Hausbesetzer*in. Lei­der muss sich Prof. Dr. Stef­fen Mau schon um den Auf­bau West küm­mern (zur Haus­be­set­zung sie­he Lüt­ten Klein, S. 131). Die­se Arbeit wird ihn kom­plett aus­fül­len, so dass er für das Innen­mi­nis­te­ri­um nicht in Fra­ge kommt. Aber ich habe auch zwei Woh­nun­gen besetzt (nach­ein­an­der). Sep­tem­ber 1989. Das war damals so. Politiker*innen bzw. von Uni­ver­si­tä­ten ein­ge­setz­te Kom­mis­sio­nen argu­men­tie­ren in Pla­gi­ats­ver­fah­ren oft, dass ihre Arbeit den dama­li­gen Stan­dards ent­spro­chen habe. Das ist natür­lich frag­wür­dig. Bei uns war das aber wirk­lich der Fall: Die Kom­mu­na­le Woh­nungs­ver­wal­tung (KWV) hat­te einen Was­ser­scha­den und kom­plett den Über­blick ver­lo­ren, wer in wel­cher Woh­nung leb­te und wel­che über­haupt belegt war. Die ers­te besetz­te Woh­nung hat­te 11 Mona­te leer gestan­den und eine KWV-Mit­ar­bei­te­rin hat mir den Schlüs­sel zur Besich­ti­gung geborgt, mich gebe­ten, danach wie­der gut zuzu­schlie­ßen und mir das Kon­to mit­ge­teilt, auf das ich die Mie­te über­wei­sen kön­ne. Ich habe dort schon zwei Wochen gewohnt, Mie­te bezahlt und bin dann zur KWV, die fand das nicht lus­tig und irgend­wann klin­gel­te dann eine Frau mit klei­nem Baby auf dem Arm an mei­ner Tür. Mit einer Woh­nungs­zu­wei­sung. Ich bin frei­wil­lig aus­ge­zo­gen. In mei­ne zwei­te besetz­te Woh­nung. Ich habe der KWV 21 leer­ste­hen­de Woh­nun­gen gemel­det, die in der ich wohn­te ein­ge­schlos­sen. Sie sag­ten mir, ich kön­ne die­se nicht haben, denn da woh­ne jemand drin (das war natür­lich ich, Eigen­tor), aber irgend­wann gaben sie mir die zwei Stock­wer­ke tie­fer. Ein fins­te­res Loch im zwei­ten Hin­ter­hof. In die Woh­nung oben zog dann ein Freund ein. Ansons­ten ken­ne ich nur noch einen Haus­be­set­zer näher, aber der ist schon im Bun­des­tag. Es ist wich­tig, dass der unab­hän­gig von der Regie­rung bleibt, da er die Regie­rungs­fä­hig­keit sichern muss, denn neben den 299 Direkt­man­da­ten brau­chen wir noch ein Man­dat für die Mehr­heit (sie­he aber Fuß­no­te 1). Da ich sonst kei­nen weitere*n Hausbesetzer*in gut genug ken­ne, bleibt mir nichts wei­ter übrig, als das Minis­te­ri­um selbst zu über­neh­men. Auf der Lan­des­ebe­ne wird das mit­un­ter gemacht, aber auf Bun­des­ebe­ne? Ach was, wird schon.

Polizei

Als ers­tes wür­de ich dafür sor­gen, dass die Quer­schwur­be­ler und Cor­na-Nazis nicht nur leicht bereg­net wer­den, son­der gründ­lich geduscht. So mit Auge raus und so. Die Poli­zei kann das. Nein! Ich bin gegen Gewalt. Aber zum Glück hat sich das mit den Quer­schwur­b­lern ja nach der Wahl erle­digt, weil Coro­na dann vor­bei ist. Die Wahl­par­ties wer­den gigantisch!

Ansons­ten fin­de ich es ok, wenn die Poli­zei auf­passt und wenn das Kräf­te­ver­hält­nis acht zu eins ist, geht das schon in Ordnung.

Gutes Betreu­e­ungs­ver­hält­nis bei der Ber­li­ner Poli­zei: 8:1 bei der Rebel­li­on of One, einer Stra­ßen­blo­cka­de durch Extinc­tion Rebel­li­on. Ber­lin, Fried­richs­hain, 27.03.2021, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Was nicht in Ord­nung ist, sind die Quarz­sand­hand­schu­he der Prü­gel­po­li­zis­ten. Die sind nicht nur fies, son­dern auch ille­gal. Ich wür­de als ers­te Amts­hand­lung alle Ein­hei­ten per­sön­lich inspi­zie­ren und die Quarz­sand­hand­schu­he beschlag­na­men. Ich höre sie schon sagen: „Ih, sol­len wir das Pack jetzt mit blo­ßen Hän­den anfas­sen?“ Nein, natür­lich nicht. Prü­gel­po­li­zis­ten wür­den kos­ten­los blaue Hand­schu­he bekom­men, wie sie Rei­ni­gungs­kräf­te ver­wen­den. Die­se wür­den auch sehr gut zu den neu­en Uni­for­men passen.

Ich war in Ber­lin bei meh­re­ren Poli­zei­ein­sät­zen dabei und die Polizist*innen waren immer sehr freund­lich und haben mich als Mensch mit Kame­ra auch gut behan­delt und fast nicht ein­ge­schränkt. Mit den Aktivist*innen haben sie auf Augen­hö­he gesprochen:

Die Poli­zei dis­ku­tiert auf Augen­hö­he. Rebell von Extinc­tion Rebel­li­on blo­ckiert Stra­ße. Ber­lin, 27.03.2021, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Mit­un­ter durf­ten die Aktivist*innen ein biss­chen im Bus mit­fah­ren, aber meis­tens waren sie nach der Fest­stel­lung der Per­so­na­li­en wie­der frei.

Klet­te­rer von Am Boden blei­ben, die sich von einem Gebäu­de abge­seilt haben, um die Flug­ha­fe­n­er­öff­nung zu stö­ren und auf Kli­ma­pro­ble­me hin­zu­wei­sen, wur­de ver­haf­tet und in einen Gefan­ge­nen­trans­por­ter gesperrt. Ber­lin, 31.10.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY
Rebell von Extinc­tion Rebel­li­on wird nach Fest­stel­lung der Per­so­na­li­en ent­las­sen. Ber­lin, 27.03.2021

Bei allem, was ich erlebt habe, war die Ber­li­ner Poli­zei pro­fes­sio­nell und freund­lich. Bei der Blo­cka­de des Ber­li­ner Regie­rungs­vier­tels war sie sogar regel­recht gut gelaunt. Das lag wohl dar­an, dass sie die Rebell*innen auf Floo­r­boards durch die Gegend rol­lern konn­ten, statt drei­ßig, vier­zig Leu­te weg­tra­gen zu müs­sen.7

Rebel­li­on wave: Tag 3, Poli­zei räumt Blo­cka­de des Regie­rungs­vier­tels. Ber­lin, Yitz­hak-Rabin-Stra­ße/­Schei­de­mann­stra­ße, 07.10.2020

Ha, ha. Bus fah­ren und Floar­boards, lus­tig, oder? Nein, lei­der ist das nicht lus­tig, denn sich weg­tra­gen las­sen ist nicht ein­fach und mit­un­ter ist die Poli­zei umwer­fend, aber nicht in Bezug auf Freundlichkeit.

Die Bil­der zei­gen einen Klet­te­rer von Am Boden Blei­ben bei der Blo­cka­de der BER-Eröff­nung. Sie wur­den mit einem extre­men Tele von einer ange­mel­de­ten Mahn­wa­che gegen­über auf­ge­nom­men. (Bild: Ste­fan Mül­ler CC-BY)

Auch in den Tage­bau­en und im Dan­nen­rö­der Forst ging es hart zur Sache. Wenn ich Kanz­ler bin, wer­den Aktio­nen zivi­len Unge­hor­sams in Flug­hä­fen, Tage­bau­en und Wäl­dern zum Glück nicht mehr nötig sein. Aber auch bei Quer­schwur­bel-Nazi-Demos ver­hält sich die Poli­zei oft nicht ange­mes­sen. Fahr­rä­der der Gegendemonstrant*innen wer­den zer­stört, Pressemitarbeiter*innen behin­dert und teil­wei­se sogar aggres­siv ange­gan­gen. Das hat schon zu einer Her­ab­stu­fung Deutsch­lands im Ran­king der Pres­se­frei­heit von „gut“ zu „zufrie­den­stel­lend“ geführt (taz, 20.04.2021).

Ich habe über Stu­di­en gele­sen, in denen gezeigt wur­de, dass die Gewalt in Gefäng­nis­sen abnimmt, wenn die Insass*innen rosa Anstalts­klei­dung tra­gen müs­sen. Die­se wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se wer­de ich auf die Poli­zei über­tra­gen. Die neu­en Uni­for­men wer­den rosa sein. Das hat auch den Vor­teil, dass man sie nachts bes­ser sieht und die Gefahr von Zusam­men­stö­ßen damit ver­rin­gert wird. Nehmt Euch in acht vor rosa Polizist*innen mit blau­en Klohand­schu­hen: Das sind die, die vor­her die Quarz­sand­hand­schu­he hatten.

Lei­der sind damit noch nicht alle Pro­ble­me gelöst: Auch wenn Coro­na vor­bei ist und die Schwur­be­ler nichts mehr zu schwur­beln haben, sind die Nazis noch da. Man müss­te sie also irgend­wie dazu zwin­gen, dass sie auch rosa Sachen anziehen.

Damit wäre das Pro­blem der gewalt­be­rei­ten Nazis von staat­li­cher Sei­te gelöst und die Anti­fa müss­te das nicht mehr sel­ber machen.

„Egal, wo ihr auf­taucht, wir sind zuerst da“ Aler­ta, aler­ta, anti­fa­scis­ta. ZSK, Peop­le Like You Records, 2013

Sie könn­te sich dann ande­ren Din­gen, wie zum Bei­spiel den nicht gewalt­be­rei­ten Nazis und der poli­ti­schen Auf­klä­rung widmen. 

Verfassungsschutz

Als Bun­des­in­nen­mi­nis­ter bin ich nicht nur für die Poli­zei, son­dern auch für den Ver­fas­sungs­schutz zustän­dig. Mar­tin Son­ne­born hat­te ja ver­sucht, eine Beob­ach­tung der Par­tei Die PARTEI durch den Ver­fas­sungs­schutz zu errei­chen, was ihm lei­der nicht gelun­gen ist (taz, 27.01.2012). Ich habe das­sel­be Ziel für mich per­sön­lich, denn dadurch wür­de die Zahl der Leser*innen die­ses Blogs mas­siv anstei­gen. Sie wür­de sich ver­dop­peln: Außer mei­nem Bru­der8 wür­de dann noch die Dame vom Amt mit­le­sen. Die Lin­ke will den Ver­fas­sungs­schutz ja ein­fach auf­lö­sen (taz, 10.04.2021). Das ist kein so schlech­ter Gedan­ke, da ich ja mit mei­nen bei­den Funk­tio­nen eh zu viel zu tun haben wer­de. Das ist natür­lich in unse­rer Gesell­schaft von Work­aho­lics ein schwer ver­mit­tel­ba­rer Grund, aber es gibt noch vie­le ande­re SEHR GUTE Grün­de. Der Ver­fas­sungschutz war bei den NSU-Mor­den live dabei (taz, 03.04.2017) und der vori­ge Prä­si­dent Hans Georg Maaßen konn­te selbst unter Zuhil­fe­nah­me bei­der Augen kei­ne Hetz­jag­den auf den Vide­os aus Chemitz erken­nen (sie­he auch Soll die Mau­er wie­der auf­ge­baut wer­den zum Hase-Du-bleibst-hier-Video). Selbst See­hofer konn­te ihn irgend­wann nicht mehr hal­ten und wir haben jetzt einen bes­se­ren. Nor­ma­ler­wei­se weiß man nicht so genau, was Ver­fas­sungs­schutz­prä­si­den­ten so den­ken, aber vom vori­gen wis­sen wir es inzwi­schen sehr gut. Er teilt Posts von rechts­ex­tre­men Sei­ten und ver­wen­det anti­se­mi­ti­sche Codes (sie­he oben bzw. Quel­len unten). Als Jurist und ehe­ma­li­ger Ver­fas­sugs­schutz­prä­si­dent soll­te er wis­sen, was er tut.

Also, wenn ich den Ver­fas­sungs­schutz nicht wegen Über­las­tung auf­lö­se (also mei­ner, nicht sei­ner), wer­de ich sehr inten­si­ve Gesprä­che mit der ein­zu­set­zen­den Prä­si­den­tin und den Abteilungsleiter*innen eine Eta­ge drun­ter füh­ren. Da sie mich dann nicht mehr beob­ach­ten wer­den, sind Kapa­zi­tä­ten frei, die man für die Beob­ach­tung von Hans-Georg Maaßen ein­set­zen könnte.

Ministerin für Migration

Minis­te­rin für Migra­ti­on wird Caro­la Racke­te (ange­fragt). Sie ist SEHR GUT und SEHR MUTIG. Eigent­lich gehört die­ser Auf­ga­ben­be­reich zu den Auf­ga­ben des Innen­mi­nis­te­ri­ums, aber da ich mir das auf­ge­bür­det habe und da Migra­ti­on eine der Haupt­fra­gen sein wird, die auch im Zusam­men­hang mit der Kli­ma­kri­se zu bewäl­ti­gen ist, möch­te ich die­sen Bereich nicht auch noch übernehmen.

Caro­la Racke­te bei der Ver­lei­hung des Karl-Küp­per-Prei­ses, Bild: Rai­mond Spek­king, CC BY-SA 4.0

Caro­la Racke­te hat als Kapi­tä­nin der Sea Watch‑3 Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer geret­tet, so wie es gel­ten­des See­nots­recht vor­sieht. Sie ist dann in Itia­li­en in einen Hafen ein­ge­lau­fen, obwohl Ita­li­en das ver­hin­dern woll­te. Gerichts­ver­fah­ren gegen sie wur­den eingestellt.

Ihr Enga­ge­ment für Flücht­lin­ge unter­schei­det sie recht stark vom der­zei­ti­gen Innen­mi­nis­ter Horst See­hofer (csU), der stolz dar­auf war, dass an sei­nem 69ten Geburts­tag 69 Asylbewerber*innen nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wur­den (taz, 14.05.2021). Das poli­ti­sche Chris­ten­tum hat zwar eine C im Namen, ist aber vom Chris­ten­tum wahr­schein­lich genau­so weit ent­fernt wie der so genann­te „poli­ti­sche Islam“ vom Islam. Das C hat sich jeden­falls schon lan­ge von der Uni­on getrennt und geis­tert jetzt allein herum.

Das C hat sich vom DU getrennt und hält jetzt Reden. Hier bei der Demo #Neu­start­Kli­ma von Fri­days­For­Fu­ture, Ber­lin, Bran­den­bur­ger Tor, Ber­lin, 29.11.2019. Akti­on Green­peace, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Auf der Unteil­bar-Demo gab es ein Pla­kat mit der Auf­schrift „See­hofer ins Meer!“.

„See­hofer ins Meer“ For­de­rung bei der Unteil­bar-Demo zum Abschluss der Kund­ge­bung, Ber­lin, 13.10.2018, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Eine ver­län­ger­te Schwimm­stun­de oder ein­fach eine Fahrt im Schlauch­boot auf dem Mit­tel­meer wür­de sicher bei man­chem Hard­li­ner hilf­reich sein, aber irgend­wie ist das nicht mein Poli­tik­stil (sie­he Auf­rüs­tung oder Abrüs­tung?). In Aner­ken­nung sei­ner beson­de­ren Leis­tun­gen wür­den mei­ne Migra­ti­ons­mi­nis­te­rin und ich statt­des­sen See­hofer ab Sep­tem­ber zu jedem sei­ner Geburts­ta­ge eine ent­spre­chen­de Anzahl auf­ge­nom­me­ne Flücht­lin­ge und ange­nom­me­ne Asyl­an­trä­ge schen­ken. Zum 70ten 70 auf­ge­nom­me­ne Flücht­lin­ge und 70 akzep­tier­te Asyl­an­trä­ge, zum 71ten dann 71, … zum 100ten dann 100, usw. Bis See­hofer end­gül­tig abtritt. 

Caro­la Racke­te hat für Green­peace gear­bei­tet und ist Unter­stüt­ze­rin von Extinc­tion Rebel­li­on. Sie kennt sich in Fra­gen der Kli­ma­kri­se bes­tens aus. Wie ich auch in Denn sie wis­sen nicht, was sie tun dar­ge­legt habe, wer­den in bestimm­ten Sze­na­ri­en zum wei­te­ren Ver­lauf der Kli­ma­kri­se gro­ße Tei­le der Erde unbe­wohn­bar, weil an über 100 Tagen im Jahr die Tem­pe­ra­tu­ren zu hoch sind (Spratt & Dun­lop. 2019). 2 Mil­lar­den Men­schen sind von Dür­ren bedroht (WRI-Stu­die zu Was­ser­knapp­heit: 17 Staa­ten droht Ver­wüs­tung). Es ist klar, dass die Län­der das glo­ba­len Nor­dens nicht 2 Mil­lar­den Men­schen auf­neh­men wer­den. Des­halb müs­sen wir jetzt dafür sor­gen, dass die­se Men­schen dort leben kön­nen, wo sie leben wol­len, näm­lich dort, wo sie jetzt woh­nen bzw. im Nachbarort.

Ich habe das Gefühl, dass Die gol­de­nen Zitro­nen das alles irgend­wie schon mal bes­ser gesagt haben. Auf More than a Fee­ling. Also hier: Sag’s mit Musik:

„Baut doch eine Mau­er queer übers Meer.“ Die gol­de­nen Zitro­nen, More Than a Fee­ling ℗ 2019 Buback Ton­trä­ger GmbH

Ministerin für Landwirtschaft

Mela­nie Mai, Spre­che­rin von Ani­mal Rebel­li­on, (ange­fragt) wird Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin. Sie ist SEHR AKTIV. Ihre Auf­ga­be ist es, sich kon­se­quent für das Tier­wohl ein­zu­set­zen und dafür, dass Getrei­de über­wie­gend direkt für Ernäh­rung und nicht als Tier­fut­ter ein­ge­setzt wird.

Mela­nie Mai bei der Blo­cka­de des Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums durch Ani­mal Rebel­li­on wäh­rend der Rebel­li­on Wave im Okto­ber 2020. Sie streamt von außer­halb der Poli­zei­ab­sper­rung, Ber­lin, 05.10.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Zusammenfassung

Das ist eine run­de Sache! Somit haben wir eine zukunfts­fä­hi­ge Regie­rung. Sie ist der Bevöl­ke­rungs­struk­tur ent­spre­chend zusam­men­ge­setzt und mit fünf Ossis sind so vie­le wie noch nie in der Regie­rung ver­tre­ten. Und es ist die ers­te Bun­des­re­gie­rung über­haupt mit eine*m in Ost­deutsch­land gebo­re­nen Kanzler*in. .… Ha, got you. You did not know that Ange­la Mer­kel was born in Ham­burg. Stimmt’s? Und Dank mei­ner Toch­ter stimmt auch das Durch­schnitts­al­ter einigermaßen.

Das per­fek­te Team! Wir wer­den fröh­lich regie­ren bis ans Ende unse­rer Tage. Halt, nee. Ich habe einen Feh­ler gemacht: Ich habe den Poli­tik­ko­dex der Plattform.PRO unter­schrie­ben (sie­he Trans­pa­renz, Nach­hal­tig­keit und der Poli­tik­ko­dex). Mist! Die­ser sieht vor, dass man höchs­tens drei Legis­la­tur­pe­ri­oden im Bun­des­tag sein darf. Ärger­lich. Na, mal sehen. Putin hat ja ein ähn­li­ches Pro­blem auch irgend­wie gelöst. Und wenn nicht, machen wir dann eben Platz für die Pro­fis von morgen.

Pro­fi von mor­gen auf Fri­days For Future Demons­tra­ti­on in Ber­lin, Kom­men­tar zu Chris­ti­an Lind­ners Rat­schlag, die Fri­days soll­ten das mit der Kli­ma­po­li­tik doch den Pro­fis über­las­sen, 15.03.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Wenn Ihr das alles so wollt und in Erlan­gen/Er­lan­gen-Höch­stadt wohnt, wählt Ste­fan Mül­ler. Und für alle: Wählt nie­mals cdU/csU!

Und wenn ich Visio­nen habe, bespre­che ich sie mit dem zukünf­ti­gen Gesund­heits­mi­nis­ter Dr. Hen­ning Tho­le. (falls er das Amt annimmt, sonst bespre­che ich sie mit Dr. Hen­ning Thole)

Sag’s mit Musik

Sag’s mit Musik heu­te mit den Gol­de­nen Zitro­nen: Was sie sin­gen, trifft auch auf die­ses Kabi­nett zu: „Die­se Leu­te sind ehr­lich! Und somit sind sie gefährlich!“

Die Gol­de­nen Zitro­nen: „Die­se Men­schen sind ehr­lich“. Das Biss­chen Tot­schlag, Sub Up Records, 1994

Quellen

afp. 2019. WRI-Stu­die zu Was­ser­knapp­heit: 17 Staa­ten droht Ver­wüs­tung. Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung. (https://www.faz.net/aktuell/wissen/wasserknappheit-und-trockenheit-17-staaten-droht-verwuestung-16320363.html?GEPC=s3)

dpa. 2012. Aggres­si­ve Insas­sen: Gefäng­nis­zel­len wer­den rosa. Han­dels­blatt. (https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/aus-aller-welt/aggressive-insassen-gefaengniszellen-werden-rosa/6239372.html)

Göpel, Maja. 2020. Unse­re Welt neu den­ken: Eine Ein­la­dung. Ber­lin: Ull­stein Verlag.

Herr­mann, Ulri­ke. 2021. Wahl­pro­gramm der SPD: Kein Plan, nir­gends. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Wahlprogramm-der-SPD/!5766417)

Hues­mann, Felix & Stern­berg, Jan. 2021. Ver­brei­tet Hans-Georg Maaßen anti­se­mi­ti­sche Inhal­te? Das ist an dem Vor­wurf dran. RND Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. (https://www.rnd.de/politik/luisa-neubauer-gegen-hans-georg-maassen-was-ist-an-dem-antisemitismus-vorwurf-dran-3LRKI2EAKZAONMNGHRPEPKY6JU.html)

Jakob, Chris­ti­an. 2021. Deut­sche Flücht­lings­po­li­tik: Prak­tisch im Stich gelas­sen. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Deutsche-Fluechtlingspolitik/!5767355)

Litsch­ko, Kon­rad. 2017. Neu­es Gut­ach­ten zu NSU-Mord. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Archiv-Suche/!5397496/)

Mau, Stef­fen. 2020. Lüt­ten Klein: Leben in der ost­deut­schen Trans­for­ma­ti­ons­ge­sell­schaft (Schrif­ten­rei­he 10490). Bonn: Zen­tra­le für Poli­ti­sche Bil­dung. (https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/303713/luetten-klein)

Mau­rin, Jost. 2021. Agrar­mi­nis­te­rin biegt Fak­ten zurecht: Klöck­ners Des­in­for­ma­ti­on. taz. Ber­lin, https://taz.de/Agrarministerin-biegt-Fakten-zurecht/!5762088.

May­er-Rüth, Oli­ver. 2020. Tür­kei errich­tet Mau­er: Ein Boll­werk an der Gren­ze zum Iran. tages­schau. (https://www.tagesschau.de/ausland/asien/tuerkei-iran-mauer-101.html)

Mül­ler, Wolf­gang. 1998. BLUE TIT – das deutsch-islän­di­sche Blau­mei­sen­buch – Þýsk-íslensk blá­meis­a­bók, Ber­lin: Ver­lag Mar­tin Schmitz.

Mül­ler, Wolf­gang. 2007. Neu­es von der Elfen­front – Die Wahr­heit über Island. Frankfurt/Main: edi­ti­on suhrkamp.

Mül­ler, Wolf­gang. 2014. Sub­kul­tur West­ber­lin 1979–1989. Frei­zeit. 4. Auf­la­ge. Ham­burg: Phi­lo Fine Arts.

San­y­al, Mit­hu. 2019. Zukunfts­vi­si­on für Deutsch­land: Welt ohne Gefäng­nis­se. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Zukunftsvision-fuer-Deutschland/!5641422)

Speit, Andre­as. 2021. Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz: Geheim­dienst späht Lin­ke aus. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Beobachtung-durch-den-Verfassungsschutz/!5760341)

Spratt, David & Dun­lop, Ian. 2019. Exis­ten­ti­al cli­ma­te-rela­ted secu­ri­ty risk: A sce­n­a­rio approach. Mel­bourne, Aus­tra­lia: Bre­akthrough — Natio­nal Cent­re for Cli­ma­te Res­to­ra­ti­on. (https://www.preventionweb.net/publications/view/65812) (Acces­sed April 4, 2021.)

Stern­berg, Jan. 2021. Anti­se­mi­tis­mus­for­scher über Maaßen: „Er weiß, wo er da unter­wegs ist“. RND Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. (https://www.rnd.de/politik/hans-georg-maassen-antisemitismusforscher-gibt-luisa-neubauer-recht-JD7QAKY7RNFO7OPDKI2FLJ6DU4.html)

taz. 2012. Hal­lo, Ver­fas­sungs­schutz! Über­wacht uns auch! 2012. taz. Ber­lin. (https://taz.de/!5102092/)

Zing­her, Eri­ca. 2021. Pres­se­frei­heit in Deutsch­land: Behör­den haben ver­sagt. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Pressefreiheit-in-Deutschland/!5762239)

Soll sie der Blitz … Filz bei der Union

In Sie wis­sen nicht, was sie tun habe ich schon lang und breit über die jüngs­ten Kor­rup­ti­ons­fäl­le in der cdU/csU geschrie­ben. Lei­der (oder zum Glück) hören die Mel­dun­gen über Kor­rup­ti­ons­fäl­le und pro­ble­ma­ti­sche Ver­flech­tun­gen nicht auf.

Jens Spahn: Villa und Hartz IV

Spenden & Corona

Spahn hat sich am 20.10.2020 in Leip­zig mit einem Dut­zend Spen­dern getrof­fen, die ins­ge­samt 119.988€ an die CDU bezahlt haben. Für die Teil­nah­me am Essen wur­de eine Spen­de von 9.999€ erwar­tet. Bei 10.000€ liegt die Gren­ze, ab der die Namen der Spender*innen ver­öf­fent­licht wer­den müs­sen. Alles kom­plett legal. 

Komisch aber: Coro­na & Par­ty. Und Gesun­heits­mi­nis­ter. Hm? Damals war die zwei­te Wel­le am Rol­len und Spahn wur­de einen Tag spä­ter posi­tiv getes­tet. (taz, 05.04.2021)

Der MDR zitiert Spahn vom Tag vor sei­ner pri­va­ten Dinnerparty:

„Wir wis­sen vor allem, wo es die Haupt­an­ste­ckungs­punk­te gibt. Näm­lich beim Fei­ern, beim gesel­lig sein, zuhau­se, pri­vat.“ Jens Spahn am Tag vor einer pri­va­ten Din­ner­par­ty in Leipzig

MDR, 03.03.2021: Spahn bei Spen­den­din­ner in Leipzig

Filz & Immobilien

Jens Spahn hat eine Vil­la mit sie­ben Zim­mern und 515 m2 Wohn- und Nutz­flä­che für 4,125 Mil­lio­nen Euro gekauft. Kann man ja machen außer, na ja, die Umwelt­aspek­te. Dazu sie­he unten. Aber ansons­ten ist es ja die Pri­vat­sa­che von Men­schen, was sie mit ihrem hart ver­dien­ten Geld machen. Oder? Wie? Er hat­te das Geld gar nicht und hat es sich geborgt? Aber das ist doch auch OK. Dafür gibt es ja die Ban­ken. Sie prü­fen die Kre­dit­wür­dig­keit von Per­so­nen und ver­ge­ben dann Kre­di­te. Wenn es eine Aus­sicht auf Rück­zah­lung gibt, dann kriegt man – ent­spre­chen­de Eigen­be­tei­li­gung vor­aus­ge­setzt – einen Kre­dit. Aber wie war das bei Spahn?

Seit 2015 hat sich Spahn – teil­wei­se gemein­sam mit sei­nem Ehe­mann – bei der Spar­kas­se West­müns­ter­land 5,5 Mil­lio­nen Euro gelie­hen. Zählt man den Anteil der stets an den Kre­di­ten betei­lig­ten Pro­vin­zi­al-Ver­si­che­rung dazu, kommt man auf eine Dar­le­hens­sum­me von ins­ge­samt 6,35 Mil­lio­nen Euro. Bis Juli 2015 saß Jens Spahn selbst im Ver­wal­tungs­rat der Spar­kas­se West­müns­ter­land, einem Gre­mi­um, das die Geschäf­te der Bank überwacht.

Die Zeit 05.05.2021: Jens Spahn: Der Minis­ter und die Mil­lio­nen.

Ups. Der kur­ze Dienst­weg sozu­sa­gen. Die Zeit drö­selt das noch wei­ter auf. Spahn hat gemein­sam mit sei­nem Mann meh­re­re Woh­nun­gen gekauft und Kre­di­te über den gesam­ten Wert bekom­men. Das funk­tio­niert super, denn die Mie­ter bezah­len den Kre­dit ab. Die Bank muss das nur auch glau­ben und sich sicher sein, dass der Kre­dit zurück gezahlt wird. Schon mal als Frei­schaf­fen­der einen Kre­dit bekom­men? Ist nicht so leicht. Es hilft aber natür­lich, wenn man schon ein paar Woh­nun­gen hat. Oder eben Minis­ter ist. Oder mit den Vor­stän­den der Bank im sel­ben Bud­del­kas­ten gespielt hat.

Spahn hat die­se Bezie­hun­gen, auch nach sei­nem Aus­schei­den aus dem Ver­wal­tungs­rat der Bank. Sein Nach­fol­ger dort heißt Mar­kus Jasper, er war Spahns per­sön­li­cher Refe­rent und ist heu­te Geschäfts­füh­rer der CDU im Kreis Bor­ken. Und der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Ver­wal­tungs­rats der Spar­kas­se West­müns­ter­land heißt Kai Zwi­cker, er ist ein lang­jäh­ri­ger Par­tei­freund Spahns und der Bor­ke­ner Landrat.

Wer mit Mit­glie­dern der CDU und ande­rer Par­tei­en im West­müns­ter­land spricht, hört immer die­sel­be Geschich­te: wie Spahn, Jasper und Zwi­cker sich seit ihrer gemein­sa­men Zeit bei der Jun­gen Uni­on gegen­sei­tig unter­stüt­zen. Ver­bin­dun­gen, die bis heu­te halten.

Die Zeit 05.05.2021: Jens Spahn: Der Minis­ter und die Mil­lio­nen.

Auch die Per­so­nen, von denen Spahn die Immo­bi­lein gekauft hat, sind inter­es­sant: Einem von ihnen, dem Ex-Phar­ma-Mana­ger Mar­kus Leyck Die­ken, hat Spahn eine Posi­ti­on ver­schafft und das Fest­ge­halt für die Posi­ti­on in einer dem Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um unter­stell­ten Fir­ma mal eben um 110.000€ auf 300.000€ erhöht. Klar. Gibt ja immer ein biss­chen Infla­ti­ons­aus­gleich. Die Woh­nung, die Spahn für 980.000€ von ihm gekauft hat­te, wur­de nach nur drei Jah­ren für 1.585.000€ zum Kauf ange­bo­ten (tages­spie­gel, 18.02.2021). Klar, der Ber­li­ner Immo­bi­li­en­markt dreht gera­de frei, aber 600.000€ Wert­zu­wachs in drei Jah­ren ist schon ordent­lich. Und es gibt eine Spe­ku­la­ti­ons­steu­er. Nor­ma­ler­wei­se ver­kauft man Immo­bi­li­en nicht nach drei Jah­ren son­dern frü­hes­tens nach zehn Jah­ren, wenn dann die­se Steu­er nicht mehr anfällt. Aber viel­leicht war ja unser Gesund­heits­min­siter etwas ver­plant. Aller­dings ist er Bank­kauf­mann, er wird also wohl genau gerech­net haben.

Spahn fand es nicht so pri­ckelnd, dass sei­ne Immo­bi­li­en­ge­schäf­te öffent­lich dis­ku­tiert wer­den. Prin­zi­pi­ell hat er da auch Recht, denn wie gesagt, was Men­schen mit ihrem hart ver­dien­ten Geld machen, gehört zur Pri­vat­sphä­re. Ehm. Er woll­te des­halb dem Tages­spie­gel ver­bie­ten, dar­über zu berich­ten und hat vor dem Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg geklagt. Das Gericht hat ent­schie­den, dass Bericht­erstat­tung OK ist, aber dass der genau Preis nie­man­den zu inter­es­sie­ren habe. Das Gericht hat auch fest­ge­stellt, dass die Vil­la sehr teu­er ist und dass hoch­ran­gi­ge Politiker*innen den Wähler*innen Rechen­schaft schul­dig sind (Spahn war damals noch als Kanz­ler­kan­di­dat im Gespräch), ins­be­son­de­re, wenn klar ist, dass eine sol­che Vil­la vom Minis­ter­ein­kom­men, was ja auch auf die jewei­li­ge Wahl­pe­ri­ode beschränkt ist, nicht finan­zier­bar ist. Auch Aus­sa­gen Spahns wie die, dass Harzt IV zum Leben aus­rei­che, hat das Gericht the­ma­tisert. Spahn habe sich „mit zahl­rei­chen auch poin­tier­ten öffent­li­chen Aus­sa­gen als beson­ders streit­ba­rer Ver­tre­ter einer kon­ser­va­ti­ven Poli­tik­rich­tung beson­ders pro­fi­liert“. (Zeit, 05.05.2021)

Spahn hat inzwi­schen die Kla­ge zurück­ge­zo­gen. Man darf also sagen, dass die Vil­la 4,125 Mil­lio­nen Euro gekos­tet hat. Sie hat 4,125 Mil­lio­nen Euro gekostet.

Hartz IV

Viel­leicht glaubt ja Jens Spahn wirk­lich, dass man von Hartz IV leben kann. Wahr­schein­lich kennt er nie­man­den, der Hartz IV oder Sozi­al­hil­fe bekommt oder von Min­dest­ren­te leben muss. Ich gebe Euch mal ein Bei­spiel dafür, wie das so ist mit Min­dest­ren­te. Her­bert, ein guter Freund von mir hat­te ein Pro­blem mit den Zäh­nen. Er brauch­te eine Brü­cke und dafür gab es eine Lösung, für die die Kran­ken­kas­se nicht die kom­plet­ten Kos­ten über­nom­men hät­te. Tja. Und nun? Woher neh­men und nicht stehlen? 

Mein Freund Her­bert. Von ihm habe ich pho­to­gra­phie­ren gelernt. Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Ich habe Her­bert ange­bo­ten, das zu über­neh­men. Er hat mich gefragt, ob ich ihn belei­di­gen wol­le. Wir haben dann einen Weg gefun­den: Ich habe ihm das Geld über­wie­sen und er hat mir immer 5€ pro Monat zurück­über­wie­sen. Nach dem Ein­set­zen der Brü­cke hat er sich begeis­tert bei mir bedankt. Er kön­ne jetzt wie­der kau­en und das Essen wäre ein Genuss, denn er wür­de wie­der etwas schmecken.

Wenn Sie jetzt sagen: „Na, sehen Sie, er hat­te doch 5€ übrig.“ Dann sage ich: „Glück­wunsch, Arsch­loch­test bestan­den. Bit­te ver­las­sen Sie die­se Web-Sei­te sofort. Es gibt hier nichts zu sehen.“ Die­ses Geld hat mein Freund nor­ma­ler­wei­se gespart, damit er sei­nen Kin­dern etwas zu Weih­nach­ten und zum Geburts­tag schen­ken konn­te. Nichts Gro­ßes. Obvious­ly. Mal so einen rie­si­gen LEGO-Bau­kas­ten für 100€ zu Ostern ist nicht.

Umweltaspekte

Davon abge­se­hen, stellt sich in Bezug auf Spahns Vil­la die Fra­ge, ob man als kin­der­lo­ses Ehe­paar 515 m2 Wohn­flä­che braucht. Die durch­schnitt­li­che Wohn­flä­che pro Per­son in Deutsch­land lag 2018 bei 46,7 m2 und das ist zu hoch. Aus Kli­ma­grün­den wäre eine Reduk­ti­on um 25% anzu­stre­ben (A Socie­tal Trans­for­ma­ti­on Sce­n­a­rio for Stay­ing Below 1.5°C). Das wären dann 35m2.1 Selbst im Ver­gleich zu 46,7 m² sind 257 m² dann doch ’n biss­chen krass, ne? Ist mehr als das Fünf­ein­halb­fa­che. Die Autor*innen der Stu­die Shift the focus from the super-poor to the super-rich, die 2019 in Natu­re Cli­ma­te Chan­ge erschie­nen ist, haben genau dar­auf hin­ge­wie­sen: Die Super­rei­chen erzeu­gen mit ihrem Lebens­stiel einen CO2-Austoß, der über allem liegt, was wir uns vor­stel­len kön­nen. In einem gut iso­lier­ten Haus (Pas­siv­haus­stan­dard) braucht man mini­ma­le Heiz­ener­gie, da die Kör­per­ab­wär­me und Wär­me, die beim Kochen und Duschen ent­steht, aus­reicht. Das klappt bei 515m2 und zwei Per­so­nen aber nicht im Ansatz. 

Transparenz: Der Politikkodex

Mar­co Bühlow und Mar­tin Son­ne­born haben mit plattform.PRO einen Poli­tik­ko­dex aus­ge­ar­bei­tet, der die Ein­fluss­nah­me von Spender*innen begren­zen soll und gene­rell für mehr Trans­pa­renz sor­gen soll. 

Mar­co Bülow spricht über Kor­rup­ti­on und Lob­by­is­mus beim Kli­ma­mon­tag von Berlin4Future, Ber­lin, Alex­an­der­platz, 07.09.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Es ist geplant, dass alle Kandidat*innen die für die Par­tei Die PARTEI antre­ten, die­sen auch unter­schrei­ben. Ich habe das bereits getan. Wenn Ihr also mit mir für 9.999€ essen gehen wollt, müs­sen wir das offen­le­gen. Laut Poli­tik­co­dex ab 2.000€. Aber es wäre ja für eine gute Sache, da wäre es eh nicht schlimm, wenn Euer Name genannt wür­de. Ich wür­de das Geld dann für die Mani­pu­la­ti­on von Men­schen auf Face­book ein­set­zen (sie­he Post Face­book is evil). Wenn Ihr mir ohne Wer­bung ein­fach so auf Face­book folgt, wäre das natür­lich auch gut.

Im Zusam­men­hang mit der Trans­pa­renz­er­klä­rung muss­te ich lei­der mein gesam­tes Ver­mö­gen offen­le­gen, all mei­ne Fir­men­be­tei­li­gun­gen, und es gibt so eini­ge. Loka­le, regio­na­le, natio­na­le und glo­ba­le. Ja, ich habe eine glo­bal agie­ren­de Fir­ma gegrün­det, die inzwi­schen über 1000 Mit­ar­bei­ten­de hat und außer in der Ant­ark­tis auf allen Kon­ti­nen­ten ver­tre­ten ist. Und ich wer­de im Bun­des­tag gna­den­los für die­se und ähn­li­che Fir­men arbei­ten. Nur dass Ihr’s wisst. Aber es ist eben trans­pa­rent und das ist wich­tig. Wenn Ihr wis­sen woll­te, was das für Fir­men sind, müsst Ihr die Trans­pa­renz­er­klä­rung lesen.

Sag’s mit Musik

Und zum Abschied sag ich lei­se Ser­vus. Heu­te mit Toxo­pla­ma und ihrem Wahl­wer­be­spott für die CDU. Das Video ist von 2013, aber son­der­bar aktu­ell. Viel Spaß!

Quellen

Brautzsch, Jes­si­ca. 2021. Okto­ber 2020: Spahn bei Spen­den­din­ner in Leip­zig. MDR. (https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/spahn-corona-infektion-spenden-party-leipzig-100.html)

Fuchs, Chris­ti­an & Kun­ze, Anne & Mal­cher, Ingo & Schmidt, Chris­ti­na & Stark, Hol­ger & Zim­mer­mann, Fritz. 2021. Jens Spahn: Der Minis­ter und die Mil­lio­nen. Die Zeit. (https://www.zeit.de/2021/19/jens-spahn-immobiliengeschaeft-villa-immobilienkauf-finanzierung-kreditvergabe-oeffentlichkeit/komplettansicht)

Kuhn­henn, Kai & Cos­ta, Luis & Mahn­ke, Eva & Schnei­der, Lin­da & Lan­ge, Stef­fen. 2020. A Socie­tal Trans­for­ma­ti­on Sce­n­a­rio for Stay­ing Below 1.5°C. Ber­lin: Hein­rich Böll Stif­tung. (https://www.boell.de/sites/default/files/2020–12/A%20Societal%20Transformation%20Scenario%20for%20Staying%20Below%201.5C.pdf)

Meis­ner, Mat­thi­as. 2021. Spen­den­din­ner des Gesund­heits­mi­nis­ters: Spahns Schwei­ge­kar­tell. taz. (https://taz.de/Spendendinner-des-Gesundheitsministers/!5763978/)

Mül­ler-Neu­hof, Jost. 2021. Mil­lio­nen­vil­la des Minis­ters: Ein „Blick in das Porte­mon­naie“ von Jens Spahn ist ver­bo­ten. tages­spie­gel. (https://www.tagesspiegel.de/politik/millionenvilla-des-ministers-ein-blick-in-das-portemonnaie-von-jens-spahn-ist-verboten/26922938.html)

Otto, Ilo­na M. & Kim, Kyoung Mi & Dubrovs­ky, Nika & Lucht, Wolf­gang. 2019. Shift the focus from the super-poor to the super-rich. Natu­re Cli­ma­te Chan­ge 2(9). 82–84. (doi:10.1038/s41558-019‑0402‑3)

Tag der Befreiung

Ich wün­sche Euch einen schö­nen Tag der Befrei­ung! Lasst uns ihn fei­ern. Holt Euch ein Bier oder zwei oder noch bes­ser zwei gro­ße Apfelsaftschorlen.

Jetzt: Prost!

Bzw. За здоровье!

Da ich in die­sem Blog nun schon mal ange­fan­gen habe über Nazis zu schrei­ben (sie­he War­um ich als Ost­deut­scher für den von der Par­tei Die PARTEI pro­pa­gier­ten Wie­der­auf­bau der Mau­er bin), muss ich auch etwas zum Tag der Befrei­ung sagen.

Ich habe mir vor­ge­nom­men, in mei­ner Rol­le als Poli­ti­ker auch als Kul­tur­bot­schaf­ter zu fun­gie­ren und Licht nach Dun­kel­deutsch­land zu brin­gen (zu den maro­den Stra­ßen­la­ter­nen in Erlan­gen sie­he mei­nen Post Auf­bau West). Des­halb hier heu­te eine Band, mit der Ihr fei­ern könnt. Die Band San­dow aus Cott­bus, die in Vor­wen­de­zei­ten zum Unter­grund gehör­te und danach irgend­wie auch noch, weil Kai-Uwe Kohl­schmidt sich ins West-Sys­tem genau so wenig inte­grie­ren woll­te, wie ins Ost-Sys­tem. Inzwi­schen sind sie aber doch bei einem Major Label gelan­det.1

Kai-Uwe Kohl­schmidt, Sän­ger der Band San­dow bringt drei Tosts aus. Hier auf „die ruhm­rei­che Sowjet-Armee, die uns vom Hit­ler-Faschis­mus befreit hat“. За здоровье! Live bei der Auf­füh­rung der Plat­te „Ent­fern­te Wel­ten“ Volks­büh­ne, Ber­lin, 07.02.2018, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Also hier heu­te aus der Fol­ge Sag’s mit Musik ein Bei­trag von Sandow.

San­dow: New World Order, Ent­fern­te Wel­ten ℗ 2017 Major Label

Kommt alles drin vor: Kli­ma­wan­del und Revolution.

Kai-Uwe Kohl­schmidt kennt Ihr übri­gens. Er macht die Musik für den Tatort.

Denn sie wissen nicht, was sie tun.

Die­se Sei­te ist die am wenigs­ten lus­ti­ge hier. Wenn Ihr was Lus­ti­ges wollt, geht weg. Lest bes­ser die FAQ. Aber irgend­wann kommt Ihr sowie­so hier an. Also könnt Ihr auch genau­so gut gleich wei­ter­le­sen. Es ist auch die längs­te Sei­te. Es gibt sie lei­der nicht als Pod­cast. Wenn Ihr nicht so viel lesen wollt, guckt halt die Bil­der an.

Hin­ter­grund: Ich kan­di­die­re für Die PARTEI für Erlan­gen und Erlan­gen-Höch­stadt für den Bun­des­tag, um den Sitz von Ste­fan Mül­ler (csU) zu über­neh­men. Hier bespre­che ich Unter­sei­ten sei­ner Web-Prä­senz. Eine Rubrik von Ste­fan Mül­lers Web­sei­te ist „Wis­sen & Tun“. Ich habe den Titel hier leicht abge­wan­delt. Die Igno­ranz der Regie­rung gegen­über dem drän­gends­ten Pro­blem der Mensch­heit ist nur so zu erklä­ren, dass man annimmt, dass sie nicht wis­sen, was sie tun. Oder aber doch? Das wür­de dann bedeu­ten, dass sie trotz Wis­sen so han­deln, wie sie han­deln: Sie gehen über Lei­chen. Im Fol­gen­den bespre­che ich eini­ge der Punk­te, die für die Lösung Abmil­de­rung der Arten-/Kli­ma­kri­se rele­vant sind: Ver­kehr, Land­wirt­schaft, Ener­gie, Ernäh­rung. Die Punk­te sind jeweils in die drei Unter­ab­schnit­te „Was wir brau­chen“, „Was wir haben“ und „Was wir wol­len“ geglie­dert. Viel Spaß! 

Artenkrise

Was wir brauchen

Wir, die Boo­mer, und die Jugend brau­chen eine Welt, in der man (über)leben kann. Wir brau­chen Per­spek­ti­ven für die nächs­ten Jahr­zehn­te, Jahrhunderte.

Was wir haben

Wir befin­den uns mit­ten in einem gro­ßen Arten­ster­ben. Die Lage ist dra­ma­tisch. Dr. Mark Ben­ecke hat es beim Kli­ma­mon­tag erklärt: Immer mehr Arten ver­schwin­den. Wir Lai­en fin­den das viel­leicht nicht schlimm, weil wir den Wert von irgend­wel­chem Vieh­zeug nicht erken­nen kön­nen, aber Öko­sys­te­me sind ein kom­ple­xes Geflecht. Es gibt eine Nah­rungs­ket­te. Mark Ben­ecke hat das mit einem Fischer­netz ver­gli­chen: Wenn irgend­wo ein Loch ist, funk­tio­niert es nicht mehr so gut. Wenn meh­re­re Löcher drin sind, funk­tio­niert es weni­ger gut. Wenn die Löcher zu groß wer­den, reißt das Netz irgendwann.

Der Bio­lo­ge Dr. Mark Ben­ecke spricht beim Kli­ma­mon­tag über die Ernäh­rungs­ket­te und die Not­wen­dig­keit vega­ner Ernäh­rung. Ber­lin, Alex­an­der­platz, 02.11.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Der Bestand an Insek­ten ist in den letz­ten Jahr­zehn­ten dra­ma­tisch zurück­ge­gan­gen (Insek­ten­ster­ben). Das liegt unter ande­rem an indus­tri­el­ler Land­wirt­schaft, am Ein­satz von Pes­ti­zi­den, an der Zer­stö­rung von Lebens­räu­men, an der Ver­sieg­lung von Flä­chen. Insek­ten waren läs­tig, sie sind aber die Nah­rung von Amphi­bi­en, Fle­der­mäu­sen und Vögeln. Und die­se wie­der­um sind die Nah­rung von grö­ße­ren Wild­tie­ren. Der Wiki­pe­dia-Arti­kel in der deut­schen Wiki­pe­dia beschreibt das Insek­ten­ster­ben ganz gut:

Bei einer umfas­sen­den Unter­su­chung über den Zeit­raum zwi­schen 2008 und 2017 an ins­ge­samt 290 Stand­or­ten in drei Regio­nen, in der Schwä­bi­schen Alb in Süd­deutsch­land, im Hai­nich in Thü­rin­gen sowie in der Schorf­hei­de in Bran­den­burg, wur­de sowohl in offe­nen Wie­sen­flä­chen wie auch in Wald­ge­bie­ten ein mas­si­ver Rück­gang der Bio­mas­se, Anzahl und Arten­an­zahl der unter­such­ten Glie­der­fü­ßer (neben Insek­ten auch Spin­nen sowie Hun­dert- und Tau­send­fü­ßer) fest­ge­stellt. Dabei ging im Gras­land die gesam­te Bio­mas­se um durch­schnitt­lich 67 Pro­zent, die Arten­an­zahl um 78 Pro­zent und die Gesamt­zahl der Tie­re um 34 Pro­zent zurück, wobei vor allem sel­te­ne­re Arten betrof­fen sind. In Wald­ge­bie­ten gin­gen die Bio­mas­se um 41 Pro­zent und die Arten­an­zahl um 36 Pro­zent zurück. (Sei­boldt et al. 2019, in Natu­re)

Wiki­pe­dia-Arti­kel zum Insek­ten­ster­ben, 01.05.2021

Es gibt übri­gens auch eine inter­es­san­te Wis­sen­schaft, die sich Öko­akus­tik nennt. Die Wissenschaftler*innen neh­men lang­fris­tig Geräu­sche eines Ortes auf und kön­nen damit fest­stel­len, dass weni­ger Geräu­sche von Insek­ten bzw. Vögeln zu hören sind. (Öko­akus­ti­ke­rin über Bio­di­ver­si­tät : „Das Insek­ten­ster­ben ist hör­bar“ 2021)

Spe­zi­ell zum Bie­nenster­ben emp­feh­le ich die Fil­me More than honey (2012) und For­schung, Fake und fau­le Tricks (2020).

Bie­nen demons­trie­ren bei „Wir haben es satt“ vor dem Kanz­ler­amt für eine Agrar­wen­de, Ber­lin, 16.01.2021, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Zu all den Ursa­chen, die es für das Arten­ster­ben gibt (Ein­schrän­kung von Lebens­räu­men, indus­tri­el­le Land­wirt­schaft) kommt der Kli­ma­wan­del. Wenn sich die Lebens­be­din­gun­gen für Lebe­we­sen ändern, gibt es drei Mög­lich­kei­ten: move, adapt or die. Der Wan­del erfolgt zu schnell, als dass sich die Lebe­we­sen anpas­sen könn­ten. Sie ster­ben also aus oder zie­hen um. Es gibt eine Bewe­gung zu den Polen hin, in tie­fe­re Was­ser­schich­ten in den Ozea­nen oder höher hin­auf in die Gebir­ge. Je nach Art, kön­nen die Bewe­gun­gen zu den Polen hin mit einer Geschwin­dig­keit von bis zu 90 Kilo­me­tern pro Deka­de erfolgen. 

wwf. 2014. Bedeu­tung des Kli­ma­wan­dels für Fau­na und Flo­ra in Deutsch­land und Nord­eu­ro­pa.

Das Pro­blem: Wir sind im Weg. Eine Groß­stadt ist wie ein Mit­tel­ge­bir­ge. Die Erlan­ger Auto­bah­nen mit 12 Meter hoher Lärm­schutz­wand (sie­he mei­ne Bei­trä­ge Gesund & fit und Hei­mat & Leben) ist ein unüber­wind­ba­res Hindernis. 

Dr. Bern­hard Kegel, Bio­lo­ge und preis­ge­krön­ter Autor, spricht beim Kli­ma­mon­tag über Arten­ster­ben, Lebe­we­sen haben unter­schied­li­che Trig­ger (Tem­pe­ra­tur und Län­ge der Tage), wenn die­se nicht zusam­men­pas­sen, fin­den sie kei­ne Nah­rung mehr, Ber­lin, Alex­an­der­platz, 03.05.2021, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Als bio­lo­gisch unge­bil­de­ter Mensch, wie ich bis zum Vor­trag von Dr. Bern­hard Kegel auch einer war, könn­te man sich sagen: „Na und, dann zie­hen eben alle um. Ich bin auch schon oft umge­zo­gen und anstren­gend war das auch. Ist doch schön, wenn die nie­der­län­di­schen Fischer jetzt Tin­ten­fi­sche fan­gen kön­nen.“ Es gibt aber ein zusätz­li­ches Pro­blem: Lebe­we­sen haben sich an ver­schie­de­ne Trig­ger ange­passt. Zum Bei­spiel die Län­ge der Tage oder die Tem­pe­ra­tur. Bern­hard Kegel hat das Pro­blem am Bei­spiel der Kari­bus, der kana­di­schen Ren­tier-Vari­an­te, erklärt: Die­se zie­hen nord­wärts, wenn die Tage län­ger wer­den. Da die Vege­ta­ti­on zu die­sem Zeit­punkt jedoch auf­grund der Tem­pe­ra­tu­ren schon viel wei­ter ist, als sie frü­her war, fin­den die Tie­re weni­ger jun­ge Trie­be zum Essen, die Müt­ter kön­nen ihre Kin­der nicht genü­gen stil­len, die Tie­re wer­den schwä­cher, der Bestand ver­rin­gert sich. Sie ster­ben. Aus.

Prof. Dr. Mat­thi­as Glaub­recht, eben­falls Bio­lo­ge, sagt im Inter­view mit GEO, dass es in 20 oder 30 Jah­ren kei­ne ­grö­ße­ren Säu­ge­tie­re mehr in frei­er Natur ­geben wird. Das Inter­view ist sehr gut, ich will hier nicht alles wie­der­ho­len. Bit­te, lest es selbst. Die Schluss­fol­ge­rung: Wir haben ein Pro­blem. Ein mas­si­ves Pro­blem. Nein, zwei. Das Arten­ster­ben und den Kli­ma­wan­del. Kli­ma­wan­del kommt als nächs­tes. Dazu könnt Ihr Euch „Die Welt ist fer­tig“ von Deich­kind anhören.

„Die Welt ist fer­tig, ein Traum aus Schutt und Asche, ne rich­tig run­de Sache“. Niveau Wes­halb War­um
℗ 2015 Sul­tan Gün­ther Music

Was wir wollen

Eine nach­hal­ti­ge, loka­le Land­wirt­schaft ohne Gif­te mit Flä­chen für Insek­ten, eine Begren­zung der Zer­sied­lung. Auf alle Fäl­le einen sofor­ti­gen Stopp der För­de­rung der Zer­sied­lung durch einen sozi­al­ver­träg­li­chen Abbau der Pend­ler­pau­scha­le. Und die Abmil­de­rung der Kli­ma­ka­ta­stro­phe. Eine Not­brem­sung. Da sind wir schon beim nächs­ten Thema.

Klimakatastrophe

Was wir brauchen

Wir, die Boo­mer, und die Jugend brau­chen eine Welt, in der man (über)leben kann. Wir brau­chen Per­spek­ti­ven für die nächs­ten Jahr­zehn­te, Jahr­hun­der­te. Hat­te ich schon gesagt, oder?

Was wir haben

Fri­days For Future ist es zu ver­dan­ken, dass inzwi­schen alle mal etwas von der Kli­ma­ka­ta­stro­phe gehört haben, in der wir uns befin­den. 26.800 Scientists4Future haben im März 2019 einen Auf­ruf unter­schrie­ben, der die Regie­run­gen im deutsch­spra­chi­gen Raum auf die Dring­lich­keit hin­ge­wie­sen und sich hin­ter die Schü­le­rinn­nen und Schü­ler gestellt hat. 

Hier die Kli­ma-High­lights der letz­ten Zeit: In Sibie­ri­en waren es 2020 38° (Rahm­s­torf, 2020). Die Per­ma­frost­bö­den fan­gen an zu tau­en und wer­den gro­ße Men­gen Metan frei­set­zen, das wesent­lich kli­ma­wirk­sa­mer ist als CO2 (Konicz, 2019).

„18,3° in der Ant­ark­tis, 38° in Sibi­ri­en. Wann ist es euch heiß genug? Kli­ma­schutz statt Koh­le­schmutz“ Teil­neh­me­rin­nen bei der Fri­days for Future Demo „Koh­le­EIN­stiegs­ge­setz“ gegen das Koh­le­aus­stiegs­ge­setz der Bun­des­re­gie­rung. Ber­lin, 02.07.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Bei Gesund & fit bin ich schon auf den Zusam­men­hang zwi­schen Kli­ma­ka­ta­stro­phe und Gesund­heit ein­ge­gan­gen und habe den Hit­ze­s­om­mer in Euro­pa 2003 mit 47,3° in Por­tu­gal und 45.000–70.000 Toten bespro­chen. Die Wet­ter­la­ge, die für die­sen Hit­ze­s­om­mer ver­ant­wort­lich war, eine so genann­te Ome­ga-Lage, wird in Zukunft häu­fi­ger wer­den. Mit lang anhal­ten­den Hit­ze­wel­len und Dürreperioden.

Son­nen­blu­men­feld in Bran­den­burg 2018, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Die Seen in Bran­den­burg trock­nen aus (taz). Die Wäl­der sind geschwächt, kön­nen sich nicht mehr gegen Schäd­lin­ge weh­ren und ster­ben ab (zu den Wäl­dern in Bay­ern und ins­be­son­de­re Fran­ken sie­he FAQ: Kli­ma­wan­del und des­sen Aus­wir­kun­gen auf unse­re Wäl­der. 2021. Baye­ri­sche Lan­des­an­stalt für Wald und Forst­wirt­schaft). In Tai­wan gab es die größ­te Dür­re seit 56 Jah­ren, die Pro­duk­ti­on von Chips muss her­un­ter­ge­fah­ren wer­den (tages­schau, 26.04.2021). Ford geht für meh­re­re Wochen auf Kurz­ar­beit, weil die ent­spre­chen­den elek­tro­ni­schen Bau­tei­le nicht mehr ver­füg­bar sind. Daim­ler und Audi dros­seln die Pro­duk­ti­on. (tages­schau, 03.05.2021)

Im Iran waren es 2020 53°. Gro­ße Tei­le der Erde wer­den unbe­wohn­bar, da die Tem­pe­ra­tu­ren an min­des­tens 100 Tagen pro Jahr zu hoch sein werden. 

Some poo­rer nati­ons and regi­ons, which lack capa­ci­ty to pro­vi­de arti­fi­cial­ly-coo­led envi­ron­ments for their popu­la­ti­ons, beco­me unvia­ble. Dead­ly heat con­di­ti­ons per­sist for more than 100 days per year in West Afri­ca, tro­pi­cal South Ame­ri­ca, the Midd­le East and South-East Asia, which tog­e­ther with land degra­dati­on and rising sea levels con­tri­bu­tes to perhaps a bil­li­on peop­le being displaced.

Sce­n­a­rio mit CO2-Peak 2030 und 3° Erwär­mung nach Exis­ten­ti­al cli­ma­te-rela­ted secu­ri­ty risk: A sce­n­a­rio approach, 5/2019

Die Was­ser­ver­sor­gung von 2 Mil­li­ar­den Men­schen ist gefärdet.

Fast ein Vier­tel der Welt­be­völ­ke­rung lebt in Län­dern mit einem extre­men Tro­cken­heits­ri­si­ko. In 17 Staa­ten sei die Was­ser­knapp­heit bereits fast auf dem Niveau der „Stun­de Null“ ange­langt – der Zeit­punkt, zu dem flie­ßen­des Was­ser nicht mehr ver­füg­bar sein wird, erklär­te das World Resour­ces Insti­tu­te (WRI) bei der Vor­stel­lung sei­nes neu­en Was­ser­ver­füg­bar­keits­be­richts am Dienstag.

In den 17 am schwers­ten von Tro­cken­heit betrof­fe­nen Län­dern ver­brau­chen Land­wirt­schaft, Indus­trie und Kom­mu­nen acht­zig Pro­zent des ver­füg­ba­ren Ober­flä­chen- und Grund­was­sers. Bereits klei­ne Dür­ren könn­ten in die­ser Situa­ti­on dem­nach schwer­wie­gen­de Was­ser­kri­sen wie etwa jüngst in der indi­schen Groß­stadt Chen­nai oder der süd­afri­ka­ni­schen Metro­po­le Kap­stadt aus­lö­sen. „Was­ser­knapp­heit ist die größ­te Kri­se, über die nie­mand spricht“, beton­te WRI-Chef Andrew Steer. Sicht­ba­re Fol­gen sei­en Ernäh­rungs­kri­sen, Kon­flik­te, Migra­ti­on und finan­zi­el­le Instabilität.

afp. 06.08.2019. WRI-Stu­die zu Was­ser­knapp­heit: 17 Staa­ten droht Ver­wüs­tung. Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung.

Die Hit­ze- und Was­ser­pro­ble­me wer­den gigan­ti­sche Migra­ti­ons­strö­me aus­lö­sen. Das Pen­ta­gon und diver­se ande­re mili­tä­ri­sche Orga­ni­sa­tio­nen machen sich Sor­gen wegen mili­tä­ri­scher Risi­ken. Sie­he Exis­ten­ti­al cli­ma­te-rela­ted secu­ri­ty risk: A sce­n­a­rio approach von 2019 mit einem Vor­wort von Admi­ral Chris Barrie.

Rebel­li­onO­fO­ne: Ein Rebell von Extinc­tion Rebel­li­on blo­ckiert Stra­ße. Die Poli­zei ver­sucht ihn dazu zu über­re­den, die Stra­ße zu räu­men. Wegen Coro­na fin­den glo­bal Pro­tes­te von Ein­zel­per­so­nen statt. Ber­lin, Fried­richs­hain, 27.03.2021, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Wenn Ihr Extinc­tion Rebel­li­on für eine hys­te­ri­schen End­zeit­sek­te hal­tet, dann lest die Auf­sät­ze und Zei­tungs­ar­ti­kel, die ich hier zitiert haben. Lest einen Monat taz, guar­di­an oder/und Spie­gel oder folgt der kli­ma-taz auf twit­ter. Wenn Ihr Euch danach nicht auf­ge­hängt habt an der nächs­ten Auto­bahn­brü­cke, seid Ihr bei Extinc­tion Rebel­li­on sicher herz­lich will­kom­men. Oder bei Fri­days­For­Fu­ture, Par­ents­For­Fu­ture, den Scientists4Future, bei AmBo­den­Blei­ben, bei San­dIm­Ge­trie­be, bei EndeGelände.

Abhän­gen mit Am Boden blei­ben. Nicht hoch über den Wol­ken, aber ganz weit oben. Pin­gu­in-Klet­te­rer bei der Blo­cka­de der Eröff­nung des BER. Ber­lin, 31.10.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Das ist die Situa­ti­on, in der wir uns gegen­wär­tig befin­den. Wissenschaftler*innen haben jahr­zehn­te­lang gewarnt, NGOs haben gear­bei­tet und gearbeitet. 

Hoimar von Dit­furth erklärt im ZDF den Treib­haus­ga­ef­fekt und was uns blüht bzw. nicht blüht, wenn die Tem­pe­ra­tur um 3° bzw. 5° ansteigt. 1978!!! ZDF-Media­thek

Es gab inter­na­tio­na­le Kli­ma­gip­fel. Es gab das vom Bun­des­tag ein­stim­mig ver­ab­schie­de­te Pari­ser Abkom­men, auf das sich die Natio­nen geei­nigt haben. Das war 2015. Was umge­setzt wur­de, ent­sprach nicht annä­hernd dem, was nötig ist. 

Wie in den Jah­ren und Jahr­zehn­ten davor dran­gen die NGOs nicht durch (zu den Grün­den sie­he auch unten). Es brauch­te ein Mäd­chen, dem es scheiß­egal war, was ande­re von ihm dach­ten. Dem es wich­tig war, etwas zu tun. Das nicht anders konn­te. Sie hat es getan und sie hat uns wach­ge­rüt­telt. Fri­days For Future ist zu einer welt­wei­ten Bewe­gung gewor­den. In Deutsch­land ist FFF beson­ders stark, in Groß­bri­tan­ni­en ist Extinc­tion Rebel­li­on grö­ßer. Am Boden blei­ben, Extinc­tion Rebel­li­on und Sand im Getrie­be arbei­ten mit Metho­den des zivi­len Unge­hor­sams. Sie bekom­men die Auf­merk­sam­keit, die NGOs jahr­zehn­te­lang nicht bekom­men haben. 

Es war ein Schock. Nach Demons­tra­tio­nen von Fri­days For Future mit hun­der­tau­sen­den von Teilnehmer*innen (1,4 Mio am 20.09.2019) schick­te die Bun­des­re­gie­rung uns ein Kli­ma­päck­chen. Ber­lin, 20.09.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Zur Beschrei­bung des Ist­zu­stan­des gehört lei­der auch eine kor­rup­te von Lob­by­is­ten beein­fluss­te Poli­tik mit Abge­ord­ne­ten, die auf Gehalts­lis­ten der Koh­le­kon­zer­ne ste­hen und ener­gie­po­li­ti­schen Spre­chern der cdU/csU, die in die jüngs­ten Coro­na-Skan­da­le ver­wi­ckelt waren und jetzt als par­tei­lo­se immer noch im Bun­des­tag sit­zen. Dazu unten mehr.

COR: „Über Eure Städ­te wird Gras wach­sen!“ Wenn über­haupt noch etwas wächst.

Was wir wollen

Wir wol­len eine Poli­tik, die sich an wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen ori­en­tiert und des­halb regio­nal, natio­nal und glo­bal sozi­al ver­träg­lich für Kli­ma­schutz sorgt. Die glo­ba­len Pro­ble­me las­sen sich nur lösen, wenn Kli­ma­ge­rech­tig­keit her­ge­stellt wird. Die­se muss aber fun­da­men­tal anders aus­se­hen als das, was wir gegen­wär­tig haben. Die Gren­zen des Wachs­tums sind schon lan­ge erreicht und über­schrit­ten. Dazu unten mehr.

Per­so­nen, die gegen die Über­le­bens­in­ter­es­sen der Mensch­heit han­deln, die für das Arten­ster­ben ver­ant­wort­lich sind, müs­sen auch zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den kön­nen. Dafür brau­chen wir ein Öko­zid-Gesetz.

Öko­zid, ein in der Zukunft spie­len­der Film mit Doku­men­tar­film­ele­men­ten, noch in der ARD-Media­thek abrufbar

Verkehr

Was wir brauchen

Wir brau­chen einen stark redu­zier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr, um den Res­sour­cen­ver­brauch und CO2-Aus­stoß zu sen­ken. Der Flug­ver­kehr ist eben­falls sehr CO2-inten­siv. Kurz­stre­cken­flü­ge kön­nen durch Bahn­fahr­ten ersetzt wer­den. Wie Coro­na gezeigt hat, kön­nen vie­le Rei­sen kom­plett durch Online-Tref­fen ersetzt wer­den. Die Sub­ven­tio­nie­rung des Flug­ver­kehrs durch Nicht-Erhe­bung von Kero­sin­steu­er muss abge­schafft wer­den und die rea­len Kos­ten der Fort­be­we­gung müs­sen ein­ge­preist wer­den. Zum Bei­spiel durch eine Steu­er, die an den CO2-Aus­stoß gekop­pelt ist. Das Bun­des­um­welt­amt gibt 180€ pro Ton­ne CO2 als adäqua­ten Wert an. 

Was wir haben

Zur Erin­ne­rung: Die­se Sei­te ist ja eine Ant­wort auf Ste­fan Mül­lers Web-Prä­senz. Dort fin­det man unter „Hei­mat & Leben“ und „Gesund & Fit“ den fol­gen­den Satz:

Vie­le war­ten schon lan­ge auf die Rea­li­sie­rung der Lärm­schutz­ein­rich­tun­gen an A3 und A73. Des­halb kämp­fe ich wei­ter für den Aus- und Umbau der Auto­bah­nen und Bun­des­stra­ßen in mei­nem Wahl­kreis, ohne den Lärm­schutz nicht umsetz­bar ist. 

Ste­fan Mül­ler auf stefanmueller.com, 26.04.2021

Ste­fan Mül­ler möch­te also den Lärm mit einem Aus­bau von Auto­bah­nen bekämp­fen. Wofür ich kämp­fe, habe ich unter Gesund & fit und Hei­mat & Leben dar­ge­legt. Auto­bah­nen durch­schnei­den Lebens­räu­me, ver­sie­geln Flä­che (in Erlan­gen wird die Auto­bahn nach Ver­kehrs­we­ge­plan von 2016 sechs­spu­rig aus­ge­baut). Der ent­spre­chen­de Ver­kehr trägt zu grö­ße­rem CO2-Aus­stoß bei. Das alles ist genau das Gegen­teil von dem, was wir brauchen.

Die Ver­kehrs­mi­nis­ter der letz­ten 12 Jah­re wur­den alle­samt von der csU gestellt:

Für den Ver­kehrs­we­ge­plan 2016 war Alex­an­der Dob­rindt ver­ant­wort­lich. In die­sem Ver­kehrs­we­ge­plan ist auch die A49 durch den Dan­nen­rö­der Forst fest­ge­schrie­ben. Der Dan­nen­rö­der Forst war ein 300 Jah­re alter, natür­lich gewach­se­ner, intak­ter Misch­wald. Misch­wäl­der kön­nen dem Kli­ma­wan­del bes­ser stand­hal­ten (Baye­ri­sche Lan­des­an­stalt für Wald und Forst­wirt­schaft, 2021), wes­halb es Wahn­sinn war, ihn zu zer­stö­ren. Die­se Wald­tei­le sind unwie­der­bring­lich ver­lo­ren. Die Lan­des­re­gie­rung konn­te sich nicht über Bun­des­recht hin­weg­set­zen, aber Andre­as Scheu­er hät­te wohl auf den Bau der A49 ver­zich­ten kön­nen. Sämt­li­che csU-Minis­ter sind aber Auto­mi­nis­ter. Aus Grün­den. Sie­he unten zu Spen­den und Ver­flech­tun­gen mit BMW und der Auto­lob­by allgemein. 

Eben­falls ver­fehlt ist die Ver­kehrs­po­li­tik in Bezug auf Flug­hä­fen und Flug­ver­kehr. Der Flug­ver­kehr ist in den letz­ten Jahr­zehn­ten sehr stark gewach­sen. Der Flug­ver­kehr wird sub­ven­tio­niert, denn er ist von der Kero­sin­steu­er befreit. Auch die Infra­struk­tur wird sub­ven­tio­niert. Es gibt vie­le abso­lut unwirt­schaft­li­che Regio­nal­flug­hä­fen, Ego­pro­jek­te von Regionalfürsten.

Flug von Nürn­berg nach Mün­chen ange­bo­ten von der Luft­han­sa, 26.08.2019 Sol­che Flug­an­ge­bo­te sind abso­lut unsin­nig, da es eine gut aus­ge­bau­te Bahn­stre­cke gibt und Check-In und Rei­se zum Flug­ha­fen + Flug wesent­lich län­ger dau­ern als die Bahnfahrt

Die Bun­des­re­gie­rung hat die Luft­han­sa gera­de mit 9 Mil­li­ar­den Euro geret­tet, ohne sich irgend­wel­che Ein­fluss­mög­lich­kei­ten zu sichern. Das wäre ja auch Plan­wirt­schaft. Aber wie will man ohne Plan die Wirt­schaft vom Wei­ter-So abhal­ten? (zu unbe­grenz­tem Wachs­tum sie­he unten)

Was wir wollen

Wir brau­chen eine Ver­kehrs­wen­de hin zu gebün­del­tem Ver­kehr weg vom Ver­kehr ein­zel­ner Men­schen in rie­si­gen Blech­kis­ten. Ver­bren­ner müs­sen zurück­ge­drängt wer­den. In Städ­ten braucht man im Prin­zip kei­ne Autos mehr, denn die meis­ten Wege kön­nen per Fahr­rad erle­digt werden. 

Din­ge, die man für ein nach­hal­ti­ges Leben tun kann. Lang­stre­cken­flü­ge sind am schäd­lichs­ten. Danach kommt gleich das Auto. Ein Leben kom­plett ohne Auto ist mög­lich, aber wenn Ver­kehr ver­mie­den wird, hilft das auch schon. Dafür müs­sen die poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen geschaf­fen werden.

Wir brau­chen ein Tem­po­li­mit und zwei Drit­tel der Deut­schen sind dafür (For­sa-Umfra­ge im Auf­trag der Tar­go­bank 6/2019 und Umfra­ge der Welt 1/2019).

Raul Kraut­hau­sen zum Tem­po­li­mit: „Ich weiß, was ein­ge­schränk­te Mobi­li­tät bedeu­tet. 130 km/h statt 180 ist kei­ne ein­ge­schränk­te Mobi­li­tät.“ Auf dem Kli­ma­mon­tag von Berlin4Future, Ber­lin, Alex­an­der­paltz, 07.09.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Für gro­ße Autos (SUVs) muss es ein Wer­be­ver­bot und für den Ver­kauf – wie bereits in Frank­reich – eine zusätz­li­che Steu­er geben (taz, 2020. Geplan­te SUV-Steu­er in Frank­reich: Dicke Daim­ler unver­käuf­lich).

Autos ste­hen den größ­ten Teil des Tages rum. Auf teu­rem Land, das uns allen gehört. Bei ent­spre­chen­der Park­raum­be­wirt­schaf­tung und Sub­ven­ti­on des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs wür­den sicher vie­le ihr Auto still­le­gen und bei Bedarf ein Car­sha­ring-E-Auto benut­zen. Mit­tel­fris­tig wird es auto­nom fah­ren­de Fahr­zeu­ge geben, die auch auf dem Land Mobi­li­tät gewähr­leis­ten kön­nen. Fahr­prei­se kön­nen je nach Stre­cke nach Bele­gung vari­ie­ren, um Par­al­lel­fahr­ten zu ver­mei­den. Auto­nom fah­ren­de Klein­bus­se kön­nen ana­log zu jetzt schon eixis­tie­ren­den Ruf­bus­sen mit hoher Fre­quenz bedarfs­ge­recht fahren.

Unren­ta­ble Regio­nal­flug­hä­fen soll­ten sofort geschlos­sen wer­den. Inlands­flü­ge mit alter­na­ti­ver Bahn­ver­bin­dung müs­sen ver­bo­ten bzw. stark beschränkt werden. 

Landwirtschaft

Was wir brauchen

Wir brau­chen eine nach­hal­ti­ge Land­wirt­schaft, die gesun­de Lebens­mit­tel ohne den Ein­satz von Pes­ti­zi­den her­stellt. Eine Land­wirt­schaft, die Tie­re so hält, dass sie nicht gequält wer­den. Eine Land­wirt­schaft, die nicht die Böden kaputt macht. Eine Land­wirt­schaft, die lokal arbeitet.

Was wir haben

Wir haben eine Agrar­in­dus­trie, die für den Export arbei­tet. Mit bil­ligst her­ge­stell­tem Fleisch, das dann expor­tiert wird, wer­den his­to­risch gewach­se­ne loka­le Agrar­struk­tu­ren unren­ta­bel. Gegen­den in Afri­ka sind nicht mehr in der Lage, sich ohne Impor­te selbst zu ver­sor­gen. Hier fällt zu viel Gül­le an, als dass die­se irgend­wie sinn­voll in der Land­wirt­schaft ver­wen­det wer­den könn­te. Vor kur­zem ist eine Mast­an­la­ge mit 55.000 Schwei­nen abge­brannt (NDR1. 2021. Alt Tel­lin: Mehr als 55.000 Schwei­ne fie­len Groß­brand zum Opfer (NDR1). Die Schwei­ne sind in den Flam­men umge­kom­men. In Deutsch­land gibt es noch immer den Kas­ten­stand: Schwei­ne ste­hen in engen Käfi­gen und kön­nen sich kaum bewe­gen. Genau­so sind die Bedin­gun­gen für Hüh­ner und Enten uner­träg­lich (Über die Enten habe ich im Bei­trag „Gesund & fit“ geschrie­ben).

Gro­ße Fel­der mit Mono­kul­tu­ren und der Ein­satz von Pes­ti­zi­den tra­gen zum Arten­ster­ben (sie­he oben) bei.

Was wir wollen

Eine Öko-Land­wirt­schaft, die ohne Pes­ti­zi­de wie Gly­pho­sat auskommt.

„Gly­phoat ist Kacke. Ich nehm lie­ber die Hacke!“ Bei „Wir haben es satt!“ Demo für eine Agrar­wen­de in Ber­lin, 18.01.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Das Höfester­ben muss auf­hö­ren. Klei­ne Höfe müs­sen geför­dert wer­den. Das Sys­tem der Agrar­sub­ven­tio­nen der EU muss dazu geän­dert werden.

Bäue­rin­nen bei der Trak­t­or­de­mo von „Wir haben es satt“ der Demo für eine Agrar­wen­de in Ber­lin, 18.01.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Ernährung

Was wir brauchen

Wir brau­chen eine aus­ge­wo­ge­ne, gesun­de Ernäh­rung, die kli­ma­ver­träg­lich ist.

Was wir haben

Über gesun­de Ernäh­rung, die Lebens­mit­telam­pel und das Veto von Bay­ern (Mar­kus Söder, csU) bei der Lebens­mit­tel­hy­ge­nie­gen­am­pel habe ich bei Gesund & fit schon geschrie­ben. Auch dar­über, dass Julia Klöck­ner (cdU) mit Nest­lé kuschelt und tol­le Wer­be­vi­de­os ins Netz stellt. Für all die­je­ni­gen, die nicht wis­sen, was Nest­lé ist, wie bru­tal sie glo­bal agie­ren, ver­wei­se ich noch ein­mal auf We feed the world – Essen glo­bal, eine lan­ge Doku­men­ta­ti­on zu den per­fi­den Stra­te­gien der gro­ßen Lebensmittelkonzerne.

Ansons­ten ist es so, dass wir Deut­schen zu viel Fleisch essen:

Die Deut­schen sind beim Fleisch­ver­brauch inter­na­tio­nal Welt­spit­ze, Quel­le: Flei­sch­at­las, 2021, CC-BY

Für Deut­ch­land gilt: Män­ner essen dop­pelt so viel Fleisch/Wurst wie Frau­en. Bay­ern und der Osten sind Spit­zen­rei­ter (Flei­sch­at­las, 2013).

Die Deut­schen sind inter­na­tio­nal weit vor­ne beim Fleisch­kon­sum. Bild aus der Aus­stel­lung Arte­fak­te im Natur­kun­de­mu­see­um, Ber­lin, 03.03.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Wir essen mehr als dop­pelt so viel wie von Ernährungsexpert*innen der Deut­schen Gesell­schaft für Ernäh­rung vor­ge­schla­gen wird: 300–600 Gramm/Woche (10 Regeln der DGE).

Was wir wollen

Der Fleisch­kon­sum muss redu­ziert wer­den. Das kann über obli­ga­to­ri­sche Ange­bo­te von vege­ta­ri­schem Essen zusätz­lich zu Fleisch­ge­rich­ten in Mensen und Kan­ti­nen geför­dert werden. 

Ani­mal Rebel­li­on, Teil von Extinc­tion Rebel­li­on blo­ckiert wäh­rend der Rebel­li­on Wave 2020 das Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um. Eine For­de­rung: Tran­si­ti­on to a plant-based food sys­tem, Bild: Ste­fan Mül­ler, 05.10.2020, CC-BY

Wir brau­chen eine Steu­er auf Fleisch, die die Umwelt­kos­ten ein­preist. Das muss an die Art der Her­stel­lung gekop­pelt wer­den, so dass Bio-Fleisch, was wegen der tier­freund­li­che­ren Hal­tung bereits teu­rer ist als Fleisch aus Mas­sen­tier­hal­tung, anders belas­tet wird.

Energie

Was wir brauchen

Eine CO2-neu­tra­le Ener­gie­ver­sor­gung und gene­rell ein Bewußt­sein für Ener­gie­ver­brauch und einen spar­sa­men Umgang damit.

Was wir haben

Deutsch­land war Spit­zen­rei­ter bei den erneu­er­ba­ren Ener­gien. Ein Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Gesetz (EGG) wur­de 2000 unter Rot-Grün ver­ab­schie­det. Wind­kraft und Solar­ener­gie wur­den aus­ge­baut. Es gab Fir­men, die Know-how ent­wi­ckelt haben. 

Hans-Josef Fell Mit­au­tor des Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Geset­zes und Mit­glied der Grü­nen spricht beim Grün­dungs­par­tei­tag von radikal:klima über Kli­ma­wan­del und war­um es jetzt radi­ka­len Kli­ma­schutz braucht. Im Hin­ter­grund sind sei­ne Foli­en zu sehen. Er zitiert aus der Sicher­heits­stu­die, die ich oben erwähnt habe. Ber­lin, 09.08.2020, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Solarenergie

Die­se Ener­gie­wen­de wur­de unter Wirt­schafts­mi­nis­ter Phil­ipp Rös­ler (FDP) und Peter Alt­mai­er (CDU), damals Umwelt­mi­nis­ter, heu­te Wirt­schafts­mi­nis­ter, abgewürgt.

Vor zehn Jah­ren glaub­ten sie hier, das sola­re Pen­dant zur ame­ri­ka­ni­schen High­tech-Schmie­de „Sili­con Val­ley“ zu sein. Die Hälf­te aller Solar­zel­len auf der Welt war damals „Made in Ger­ma­ny“. Der Stand­ort in Sach­sen-Anhalt war der zweit­größ­te Euro­pas, nach dem Pri­mus in Frank­furt (Oder).

Aber dann kürz­te Schwarz-Gelb die Solar­ta­ri­fe. Die gesam­te Bran­che brach zusam­men durch den poli­ti­schen Rah­men des dama­li­gen Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ters Phil­ipp Rös­ler (FDP) und sei­nes heu­ti­gen Pen­dants Peter Alt­mai­er (CDU), damals für das Umwelt­res­sort zustän­dig. Von 156.700 Arbeits­plät­zen in der Solar­bran­che im Jahr 2011 waren Anfang 2019 laut Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um nur noch 45.700 übrig.

Rei­mer, Nick. 2021. Auf­fahrt im sola­ren Tal. taz. Ber­lin.

Das muss man sich mal über­le­gen: 111.000 Arbeits­plät­ze geop­fert, für nüscht. Deutsch­land Indus­trie­stand­ort. Die Kri­se durch Tech­no­lo­gie über­win­den. Das gan­ze Gefa­sel! Die Paten­te wur­den mit der Kon­kurs­mas­se der Fir­men gekauft, sie sind jetzt weg. Ach macht ja nichts. Wir haben ja die Koh­le. Die in der Lau­sitz, die in der Erde blei­ben muss, und die auf den Spen­den­kon­ten und Pri­vat­kon­ten der cdU bzw. SPD (ja, auch SPD. Sie­he unten). Zum Ver­gleich: Im Jahr 2020 waren etwa 19.500 Per­so­nen (ein­schließ­lich Beschäf­tig­ter in den Braun­koh­le­kraft­wer­ken der all­ge­mei­nen Ver­sor­gung) im Braun­koh­len­berg­bau in Deutsch­land beschäf­tigt (Sta­tis­ta, 2021). Weni­ger als ein Fünf­tel!!!! Kann man ratio­nal erklä­ren, war­um die Zukunfts­tech­no­lo­gie für Dreck geop­fert wur­de? Nein, kann man nicht. 

Ha, aber viel­leicht ja doch: 

Nach 1990 wur­den jedoch tief­grei­fen­de Umstruk­tu­rie­rungs- und Anpas­sungs­maß­nah­men, beson­ders in den ost­deut­schen Revie­ren, ergrif­fen. So wur­de bei­spiels­wei­se in dem Revier Lau­sitz in Bran­den­burg und Sach­sen die Braun­koh­le­för­de­rung zwi­schen 1985 und 1992 um hun­dert Mil­lio­nen Ton­nen gesenkt. Die­se Ent­wick­lung schlug sich auch deut­lich in den Beschäf­ti­gungs­zah­len nie­der. So sank die Zahl der Beschäf­tig­ten zwi­schen 1990 und 2000 von knapp 130.000 auf rund 21.000. […] Das größ­te Braun­koh­le-Revier in Deutsch­land ist das rhei­ni­sche Revier.

Hoh­mann, M. 2021. Anzahl der Beschäf­tig­ten im Braun­koh­len­berg­bau in Deutsch­land in den Jah­ren von 1950 bis 2020. Sta­tis­ta.

Bei den Koh­le­ar­beits­plät­zen geht es haupt­säch­lich um Arbeits­plät­ze im Wes­ten, der Osten ist bereits wei­test­ge­hend abge­wi­ckelt. Bei den Solar­ar­beits­plät­zen ging es um Arbeits­plät­ze im Osten. Die struk­tur­po­li­ti­schen Feh­ler, die hier began­gen wur­den, fal­len uns jetzt per AfD auf die Füße.

Das war der Solar­teil. Bewusst sabo­tiert von der Uni­on und ihren Freun­den von der FDP. Dann schau­en wir doch mal, was unse­re Kli­ma­jün­ger so in Sachen Wind­kraft machen.

Windkraft

Die bei­den Streit­häh­ne Söder und Laschet sind plötz­lich die obers­ten Kli­ma­schüt­zer. Aber wenn man sich ansieht, was für Poli­tik sie kon­kret machen, sieht es fins­ter aus. Für NRW galt bis­her ein Abstand von 1500 Metern, was einen Aus­bau effek­tiv ver­hin­dert hat. Nun sol­len die Abstän­de redu­ziert wer­den: Neue Wind­kraft­an­la­gen müs­sen dann nur min­des­tens 1000 Meter von Wohn­sied­lun­gen ent­fernt ste­hen. Aller­dings zäh­len bereits Kleinst­sied­lun­gen (ab 10 Häu­ser). Damit kön­nen nur auf 0,22% der Lan­des­flä­che über­haupt noch Wind­an­la­gen gebaut werden.

Im für den LEE NRW deut­lich rea­li­täts­nä­he­ren „Restrik­ti­ons­sze­na­rio“ hat das Lan­des­am­tes für Natur, Umwelt und Ver­brau­cher­schutz (LANUV) eine Poten­zi­al­flä­che von ledig­lich 0,22 Pro­zent der gesam­ten Lan­des­flä­che errech­net. Ver­gli­chen mit der aktu­el­len Geneh­mi­gungs­pra­xis sei­en selbst dar­in noch die Annah­men zu opti­mis­tisch gewählt, bemän­gelt der [Lan­des­ver­band Erneu­er­ba­re Ener­gien] NRW. Das „Leit­sze­na­rio“ sei auf­grund völ­lig rea­li­täts­fer­ner Annah­men erst recht nicht erreich­bar. Zum Errei­chen der Kli­ma­zie­le müss­ten der Wind­kraft eigent­lich zwei Pro­zent der Lan­des­flä­che zuge­spro­chen werden.

ener­gie­zu­kunft. 26.02.2021. Abstands­re­geln: Droht in NRW ein Aus­bau­stopp der Wind­ener­gie?

Wegen der ange­streb­ten Geset­zes­la­ge könn­ten auch alte eta­blier­te Anla­gen nicht erneu­ert wer­den, wes­halb das Bund­s­land, aus dem der zukünf­ti­ge Kli­ma­vi­ze­kanz­ler kommt, sei­ne Zie­le kra­chend ver­feh­len wird. Und irgend­wie gefär­det er auch die NRW-Wirtschaft:

Auf­grund der zusätz­li­chen Ein­schrän­kung der übri­gen Flä­chen­ku­lis­se geht der LEE NRW davon aus, dass nicht aus­rei­chend Wind­ener­gie zuge­baut wer­den kann, um bis 2030 eine nen­nens­wer­te Stei­ge­rung der Wind­leis­tung in Nord­rhein-West­fah­len zu errei­chen. Statt­des­sen droht eine Rol­le rück­wärts bei der Ener­gie­wen­de. Selbst das LANUV-Gut­ach­ten geht davon aus, dass außer­halb der Eifel und dem Pader­bor­ner-Raum prak­tisch kaum noch ein Aus­bau statt­fin­den könn­te. Des­halb ist nicht nur der Kli­ma­schutz gefähr­det, son­dern auf­grund des geplan­ten und drin­gend not­we­ni­gen Koh­le­aus­stiegs auch lang­fris­tig der Indus­trie- und Ener­gie­stand­ort NRW, da der Bedarf nach kli­ma­freund­li­cher Ener­gie stark stei­gen wird.

ener­gie­zu­kunft. 26.02.2021. Abstands­re­geln: Droht in NRW ein Aus­bau­stopp der Windenergie?

Aber Söder ist noch bes­ser, denn in Bay­ern gibt es die 10H-Regel. Nach die­ser darf im Umkreis von 10*Höhe des Wind­ra­des kein Haus sein. Da moder­ne Wind­rä­der bis zu 200 Meter hoch sind, toppt die Bay­ri­sche Regel die NRW-Regel noch. Auf Betrei­ben der Uni­on gibt es seit 2020 die 1000-Meter-Abstands­re­gel. Ein­zi­ge Aus­nah­me ist Bay­ern mit wesent­lich grö­ße­ren Abstän­den. (taz, 18.05.2020). Das Ergeb­nis die­ser Poli­tik liest sich wie folgt:

Tat­säch­lich gehört der Frei­staat in Sachen Wind­kraft zu den Schluss­lich­tern unter den Bun­des­län­dern. Laut der aktu­el­len Sta­tis­tik des Bun­des­ver­bands Wind­ener­gie sind 2020 in Bay­ern nur acht Wind­rä­der in Betrieb gegan­gen. Bun­des­weit waren es 417. Bay­erns Anteil am Wind­kraft­aus­bau in Deutsch­land hat ver­gan­ge­nes Jahr also kei­ne zwei Pro­zent betra­gen. Eben­falls 2020 sind im Frei­staat nur drei neue Anla­gen geneh­migt wor­den, kei­ne wur­de neu bean­tragt. Dabei hat­te Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder (CSU) doch 300 neue Wind­rä­der ange­kün­digt — und zwar bis Ende 2022.

Süd­deut­sche Zei­tung. 11.03.2021. Atomausstieg:Energieverband will schnel­le­ren Aus­bau der Wind­kraft.

An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.

Also: Der bay­ri­sche Fürst, der mal König wer­den woll­te, ist kein Kli­ma-König. Er ist ein Popu­list, der, nach­dem er gemerkt hat, dass er mit Ras­sis­mus nicht so gut durch­kommt, was von grün erzählt. Ein Heuch­ler. Sie­he auch mein Bei­trag zu Mensch & Fami­lie zu sei­ner Mei­nung zu Kin­der­be­treu­ung und tra­di­tio­nel­len Familien.

Das Märchen vom Wasserstoff

Auf der Twit­ter-Sei­te der Kli­ma­uni­on blin­ker­te mal kurz ein Tweet auf, in dem sie für eine tol­le hell­blaue Welt mit Was­ser­stoff-Tank­stel­le und Flug­zeug war­ben. Das ist gro­ßer Unfug, der vor allem von der Uni­on und der FDP ver­brei­tet wird. Ziel: Oh, ja, ist ja alles gut, Fort­schritt kommt und ret­tet uns. Wir sind tech­no­lo­gie­of­fen und war­ten erst mal ab. Was­ser­stoff­her­stel­lung ist extrem ener­gie­in­ten­siv und somit teuer:

Somit lie­gen bei die­sem Kon­zept noch Wel­ten zwi­schen der tech­ni­schen Mach­bar­keit einer­seits und der wirt­schaft­li­chen Sinn­haf­tig­keit ande­rer­seits. Jede Ton­ne CO2, die durch das Solark­e­ro­sin ver­mie­den wird, wür­de nach heu­ti­gen Pro­gno­sen, so muss Wis­sen­schaft­ler Fal­ter ein­räu­men, rund 700 Euro kosten. 

Janz­ing, Bern­ward. 2019. Umwelt­freund­li­cher Treib­stoff für Flug­zeu­ge ist mög­lich, aber teu­er. taz. Ber­lin.

Was­ser­stoff ist zu teu­er und Flug­zeu­ge kön­nen zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt nicht mit Solar­zel­len betrie­ben wer­den, da die­se den Ener­gie­be­darf nicht direkt decken kön­nen. Grü­nes Flie­gen wird auf lan­ge Zeit nicht mög­lich sein.

„Am Boden bei­ben“ blo­ckiert den Flug­ha­fen Tegel, um gegen die Flug­indus­trie zu pro­tes­tie­ren. Die­se Frau hält das Cover von „The Illu­si­on of Green Fly­ing“ hoch. Ber­lin, 10.11.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Das sagt die Indus­trie selbst dazu:

„Zero-Emis­sio­nen in der Luft­fahrt sind mög­lich“, sag­te Rolf Hen­ke, Vor­stand des Deut­schen Zen­trums für Luft- und Raum­fahrt (DLR): „In der zwei­ten Hälf­te des Jahr­hun­derts soll­te es Stan­dard sein.“

Wet­zel, Dani­el. 2019. „Flugstolz“-Strategie ist die Ant­wort auf den Pran­ger der Kli­ma­schüt­zer. Die Welt.

In der zwei­ten Hälf­te. Das heißt, nach 2050. Vor­her müs­sen wir also den pri­va­ten und geschäft­li­chen Flug­ver­kehr und die Waren­strö­me redu­zie­ren. Viel­leicht hal­ten wir es bis 2060 ja ohne Rosen aus Kenia und Nel­ken aus Kolum­bi­en aus. 

Was wir wollen

Wir wol­len eine Ener­gie­wen­de sofort! Wind- und Solar­ener­gie müs­sen wei­ter aus­ge­baut wer­den. Ein Aus­stieg aus der Koh­le 2038 ist viel zu spät. An Was­ser­stoff­tech­no­lo­gien muss geforscht wer­den und die­se wer­den irgend­wann ein­mal wich­tig sein, weil man so Ener­gie spei­chern kann und auch durch bestehen­de Gas­lei­tun­gen lei­ten kann, aber zur Zeit ist der Aus­bau der exis­tie­ren­den Tech­no­lo­gien vorrangig.

Wachstum & Wirtschaft

Was wir brauchen

Eine nach­hal­ti­ge, glo­bal gerech­te Wirt­schaft, die es auch Genera­tio­nen nach uns ein Leben auf die­sem Pla­ne­ten ermöglicht.

Was wir haben

Zur Zeit leben wir extrem über unse­rer Ver­hält­nis­se. Wenn man die sich rege­ne­rie­ren­den Res­sour­cen zugrun­de­liegt, haben wir im Mai alles ver­braucht, was wir inner­halb eines Jah­res ver­brau­chen dürf­ten. Der Tag wird Wel­t­über­las­tungs­tag (Earth over­shoot day) genannt. Wenn man den Ver­brauch Deutsch­lands hoch­rech­nen wür­de, wür­den wir die Res­sour­cen von drei Erden verbrauchen.

Ich beschäf­ti­ge mich schon lan­ge mit öko­lo­gi­schen Fra­gen und mir war auch der Club of Rome ein Begriff, aber von einer ganz simp­le Rech­nung habe ich erst vor ca. 2 Jah­ren erfah­ren. Politiker*innen reden immer vom Wirt­schafts­wachs­tum. Eine „gesun­de“ Wirt­schaft wächst so 3% im Jahr. Chi­na hat sogar noch ein grö­ße­res Wachs­tum. Der Jour­na­list Geor­ge Mon­bi­ot weist aber immer wie­der dar­auf hin, dass ein Wachs­tum des Brut­to­so­zi­al­pro­dukts von 3% pro Jahr bedeu­tet, dass sich das Brut­to­so­zi­al­pro­dukt alle 24 Jah­re ver­dop­pelt. Ver­dop­pelt! Ein Ver­ständ­nis für die­se Art Wachs­tum ist das, was wir schon brauch­ten, um die Coro­na-Kri­se zu ver­ste­hen. Das Wachs­tum ist expo­nen­ti­ell. 25 Jah­re = 2, 50 Jah­re = 4, 75 Jah­re = 8, 100 Jah­re = 16. Dann, 32, 64, 128, 256 in 200 Jah­ren usw. Der Aus­gangs­punkt für sol­che Ver­dopp­lun­gen ist der gegen­wär­ti­ge Zustand und wir sind bereits kurz vor bzw. mit­ten im Kollaps.

In die­sem neue­ren Video fasst Geor­ge Mon­bi­ot das alles noch ein­mal sehr schön und gut illus­triert zusammen.

Geor­ge Mon­bi­ot: Wenn das Brut­to­so­zi­al­pro­dukt nur 3% im Jahr wächst, haben wir in 24 Jah­ren eine Verdopplung.

Es ist klar, dass es so nicht wei­ter­ge­hen kann.

Was wir wollen

Aber was wol­len wir? Wie Geor­ge Mon­bi­ot „over­throw capi­ta­lism“? Sys­tem chan­ge – not cli­ma­te chan­ge, wie man es oft auf Demons­tra­tio­nen sieht?

Sys­tem chan­ge – not cli­ma­te chan­ge, Stu­dents for future, Ber­lin, 24.05.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Geor­ge Mon­bo­it hat Recht, wenn er, wie oben im Video, sagt, dass es viel bes­ser wäre, ein Schwimm­bad für vie­le zu haben, statt viel Schwimm­bad für einen. Aber so ein­fach ist das trotz­dem nicht, denn in Afri­ka ste­hen spin­del­klap­per­dür­re Zie­gen auf dem ver­dörr­ten Boden. Je nach dem, wo man in Afri­ka oder auch Indi­en ist, ist der Boden kli­ma­wan­del­be­dingt ris­sig und ver­trock­net. Von Schwimm­bad kann da kei­ne Rede sein. Das, was die Armen bei uns haben, ist sehr weit über dem, was Arme in ande­ren Welt­ge­gen­den besit­zen. Aber selbst, wenn hier lokal eine gerech­te­re Gesell­schaft denk­bar ist, die Fra­ge ist: Was genau kann das sein? Und noch wich­ti­ger: Wie kom­men wir dahin? Wir gehen auf die Stra­ße, rufen: „Fuck the sys­tem!“ Und dann sagen die ande­ren: „Ja, Ihr habt Recht, war schei­ße, wir gehen ja schon.“ Und dann? Und dann? Am 1. Mai 2019 habe ich die Gol­de­nen Zitro­nen gese­hen. Die ste­hen nicht im Ver­dacht, neo­li­be­ral oder sonst wie eklig zu sein. Ted Gai­er hat an die­sem Abend den denk­wür­di­gen Satz gesagt: „Damals haben wir gegen einen Sozi­al­staat gekämpft, weil wir dach­ten, es gäb noch was Bes­se­res“. Der Satz ist sogar in der taz erschie­ne­nen Kon­zert­kri­tik dokumentiert.

Ted Gai­er von den Gol­de­nen Zitro­nen: „Damals haben wir gegen einen Sozi­al­staat gekämpft, weil wir dach­ten, es gäb noch was Bes­se­res“ beim Kon­zert im Fest­saal Kreuz­berg, Ber­lin, 01.05.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY-NC-ND

Was wären den Alter­na­ti­ven zum Kapi­ta­lis­mus? Ich weiß es nicht. Ein Kapi­ta­lis­mus mit Brem­sen drin. Sozi­al­staat. Radi­ka­le Umver­tei­lung. Ansons­ten sehe ich kei­ne Alter­na­ti­ve. Doch eine! Dik­ta­tur. Da Die PARTEI ja alle ihre Direktkandidat*innen auch zu Kanzlerkandidat*innen gemacht hat, bin ich auch einer. Ich könn­te also die­ses Land beherr­schen. Ihr müsst mich aber vor­her wäh­len. Ich wäre ein mode­ra­ter Herr­scher: Ich wür­de von mei­nem Volk nichts ver­lan­gen, was ich nicht sel­ber mache. Ich flie­ge nicht, habe kein Auto, fah­re viel Rad (2019 2600km, 2020, coro­nabe­dingt nur 2579 km, dafür 532km gelau­fen), esse kein Fleisch, kau­fe kei­nen Mist, und habe jahr­zehn­te­lang die­sel­ben Sachen an, bis sie aus­ein­an­der­fal­len. Also: Sucht es Euch aus: Dik­ta­tur mit einem fröh­li­chen Öko-Herr­scher oder irgend­wie so eine abge­rüs­te­te Vari­an­te des Kapi­ta­lis­mus ohne Wachs­tum mit Grund­ein­kom­men und wenig Reich­tums­ge­fäl­le. Soll­tet Ihr für mich als Herr­scher sein, hin­ter­lasst bit­te einen Kom­men­tar, damit ich weiß, auf wen ich mich ver­las­sen kann.

Transparenz und die Art, wie Politik gemacht wird

Was wir brauchen

Eine Poli­tik, die die Inter­es­sen des Vol­kes ver­tritt und zwar über Zeit­räu­me hin­weg, die eine Wahl­pe­ri­ode überschreiten.

Was wir haben

Wie jetzt in der Coro­na-Kri­se end­gül­tig klar gewor­den ist, wer­den bzw. wur­den wir von Politiker*innen regiert, die kor­rupt sind. Georg Nüß­lein in diver­sen Aus­schüs­sen für Ener­gie, Umwelt und Gesund­heit muss­te die csU ver­las­sen, weil er im Ver­dacht steht, 660.000€ für Mas­ken­de­als bekom­men und die­se nicht ver­steu­ert zu haben (Details in der Süd­deut­schen 2021/03). An Georg Nüß­lein, Alfred Sau­ter (Jurist und ehe­ma­li­ger bay­ri­scher Jus­tiz­mi­nis­ter), sei­nen Stroh­mann Man­fred Kraut­krä­mer (Trä­ger der CSU-Ehren­rau­te in Gold) und zwei wei­te­ren Per­so­nen soll­ten im Zusam­men­hang mit Coro­na-Mas­ken zwi­schen 5 und 6 Mil­lio­nen Euro über Kon­ten in Liech­ten­stein flie­ßen. Neben die­sen gan­zen Skan­da­len war dann auch die Zeit reif für die Aser­bai­dschan-Con­nec­tion. Besto­che­ne Politker*innen aus der cdU/csU, die an allen mög­li­chen Stel­len beteu­er­ten, dass die Wah­len in Aser­bai­dschan prims­tens abge­lau­fen wären, obwohl ande­re Wahlbeobachter*innen das Gegen­teil fest­ge­stellt hatten.

Ich hat­te die Sei­te schon ver­öf­fent­licht, da kam dann noch der Bei­trag von der Anstalt, der ver­sucht, die gesam­te Kor­rup­ti­ons­bla­se der cdU/csU aus­zu­leuch­ten. Sie haben es gera­de so in 45 Minu­ten geschafft.

„Max & Claus gegen ZDF“ eine über­sicht­li­che Dar­stel­lung der aktu­el­len Kor­rup­ti­ons­af­fä­ren auf einer gigan­ti­schen Tafel, 04.05.2021

(Ich hat­te hier außer­dem noch Lasche­ts Mas­ken­deal mit der Fir­ma, in der sein Sohn arbei­tet, (taz, 04.12.2020) und Klöck­ners Con­nec­tions vergessen.)

Die Mas­ken­ak­tio­nen von Sau­ter, Nüß­lein und Freun­den und die Aser­bai­dschankor­rup­ti­on waren kri­mi­nell und nicht legal. Aber ande­re Din­ge sind ganz legal. Nur scham­los. Aber wer kennt die­se Gefühl heu­te schon noch? Politiker*innen ste­hen auf den Gehalts­lis­ten gro­ßer Kon­zer­ne (der Koh­le­lob­by­ist Ulrich Free­se (SPD, Vat­ten­fall, Lan­xess, LEAG)) oder sie wech­seln kurz nach dem Ende ihrer poli­ti­schen Lauf­bahn in die Indus­trie und bekom­men dort hoch­do­tier­te Pos­ten (Ger­hard Schrö­der (SPD) zu Gaz­prom, Karl-Theo­dor zu Gut­ten­berg (csU) für Wire­card, Sach­sens Ex-Regie­rungs­chef Til­lich als Auf­sichts­rats­chef beim Koh­le-Unter­neh­men Mibrag). Oder Par­tei­spen­den: Die Fami­lie Quandt (Haupt­an­teils­eig­ner von BMW) spen­det 690.000€ an die cdU. Zufäl­lig genau in der Woche, in der die cdU ganz über­ra­schend die Ein­füh­rung neu­er Abgas­nor­men durch die EU blo­ckiert hat. Und ratet mal, wer damals Umwelt­mi­nis­ter war. Ja: Peter Altmaier.

Haupt­ak­tio­nä­re von BMW spen­den 690.000€ an die cdU, nach­dem die die Abgas­norm der EU hat schei­tern las­sen. Umwelt­mi­nis­ter war übri­gens Peter Alt­mai­er (cdU)

Und hey, was sind schon 690.000€, wenn die Spender*innen Mil­li­ar­den besit­zen (Susan­ne Klat­ten 21 Mil­li­ar­den, Ste­fan Quandt 15,15 Mil­li­ar­den)? Und die 690.000€ war es sicher Wert, denn die Gewinn­span­ne bei SUVs ist viel grö­ßer als bei nor­ma­len Autos und die konn­ten dann ohne die ange­pass­te Abgas­norm unge­hin­dert wei­ter ver­kauft wer­den. Und gute Bezie­hun­gen zah­len sich irgend­wann aus. Zum Bei­spiel, wenn die Regie­rung Coro­na-Hil­fen bewil­ligt und man dann 1,64 Mil­li­ar­den Euro an Divi­den­de aus­zahlt. Divi­den­den wer­den ent­spre­chend der Anzahl an Antei­len an der Fir­ma aus­ge­schüt­tet und da die Quandts 46,77% an BMW besit­zen, bekom­men sie auch 46,77% der Divi­den­de. Nett, oder? 

Neh­men Sie nur das Bei­spiel BMW. Ich bin ein Befür­wor­ter des Kurz­ar­bei­ter­gel­des, weil es Mas­sen­ent­las­sun­gen ver­hin­dern kann. Aber ich hal­te es für einen Skan­dal, wenn die Bun­des­agen­tur für Arbeit durch Zah­lung von Kurz­ar­bei­ter­geld einen Groß­teil der Lohn­kos­ten von BMW über­nimmt, obwohl genug Geld da war, um den Aktio­nä­ren eine sat­te Divi­den­de von 1,64 Mil­li­ar­den Euro zu zah­len. Davon hat das reichs­te Geschwis­ter­paar unse­res Lan­des, Susan­ne Klat­ten und Ste­fan Quandt, mehr als 750 Mil­lio­nen Euro eingestrichen.

Chris­toph But­ter­weg­ge im Inter­view in der taz, 22.10.2020

Und das ist kein Fir­men­be­sitz. Die­ses Geld wird nicht gebraucht, um Arbeits­plät­ze zu sichern. Die­se Geld kann man direkt in Macht über­set­zen, zum Bei­spiel, indem man es an Par­tei­en spen­det oder jeman­den damit besticht. Oder, wenn man damit fer­tig ist, baut man sich eben eine Schwimmhalle.(Die Super­rei­chen sind für über­pro­por­tio­nal viel CO2-Aus­stoß ver­ant­wort­lich. Otto et. al. 2019)

Nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum Kli­ma­wan­del gab es Jubel in (fast) allen Par­tei­en. Erstaun­lich oder? Lui­sa Neu­bau­er fand das scheinheilig:

Ich kann mir aber vor­stel­len, dass die Freu­de beim Wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er ganz echt war, denn wie will man denn sonst mit der Fami­lie Quandt reden? Peter Alt­mei­er: „Wir müs­sen jetzt wirk­lich etwas für’s Kli­ma tun. Die Dür­re war so schlimm, dass sogar die Trink­was­ser­ver­sor­gung zusam­men­ge­bro­chen ist.“1 Susan­ne Klat­ten: „Aber Peter, echt jetzt? Ich habe doch gera­de 700.000€ über­wei­sen, jetzt mach ma halb­lang!“ Was sagt man denn dann? Die Wirt­schaft muss doch lau­fen! Und wenn man jetzt sagen kann: „Ja, Susan­ne, aber da ist doch die­ses Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, die sind echt wich­tig. Auf die muss ich hören.“, dann ist das eine gro­ße Ent­las­tung. Also, das mit den Par­tei­spen­den kann ruhig so wei­ter­ge­hen, aber die bespen­de­ten, haben jetzt auch ein paar Argu­men­te, so dass sie nicht mehr alles machen müs­sen, was sich die Spender*innen so wünschen. 

Was wir brau­chen, ist stär­ke­re Trans­pa­renz (sie­he unten). Was wir haben, ist eine csU/cdU, die dage­gen stimmt. Zum Bei­spiel der Ste­fan Mül­ler aus Erlangen:

Der zur Zeit in den Bun­des­tag abge­ord­ne­te Ste­fan Mül­ler hat gegen Trans­pa­renz­reg­lun­gen für Abge­ord­ne­te gestimmt. Quel­le: Abge­ord­ne­ten­watch.

Was wir wollen

Transparenz, Lobbyregister, stärkere Einschränkungen, Politikkodex 

plattform.PRO hat einen Poli­tik­ko­dex aus­ge­ar­bei­tet, der diver­se Vor­ga­ben für Trans­pa­renz (Anga­ben zur Betei­li­gung an Fir­men), Spen­den und Begüns­ti­gun­gen, Sperr­fris­ten für Wech­sel in Auf­sichts­rats­po­si­tio­nen nach Aus­lau­fen von Man­da­ten usw. macht. 

Mar­co Bülow und Mar­tin Son­ne­born erklä­ren, was es mit der Kor­rup­ti­on, Lob­by­is­mus und dem Poli­tik­ko­dex auf sich hat, 22.03.2021

Ich habe über das The­ma etwas aus­führ­li­cher in Nach­hal­tig­keit, Lob­by­is­mus, Trans­pa­renz und der Poli­tik­ko­dex geschrie­ben. Dort habe ich auch selbst mei­ne Betei­li­gun­gen an loka­len, natio­na­len und glo­bal agie­ren­den Fir­men offen­ge­legt. Die größ­te hat über 1000 Mitarbeiter*innen und Nie­der­las­sun­gen auf fast allen Kon­ti­nen­ten. Ich fin­de, dass Wähler*innen ein Recht dar­auf haben, über sol­che Ver­flech­tun­gen Bescheid zu wissen.

Bürger*innenräte

Wir brau­chen also Trans­pa­renz. Wird dann alles gut? Nun ja, bes­ser, aber es gibt noch ein wei­te­res, ein struk­tu­rel­les Pro­blem. Gewis­se Pro­ble­me kön­nen bzw. wol­len Politiker*innen nicht ange­hen, weil sie das je nach Pro­blem­la­ge 5–10% ihrer Wähler*innen kos­ten könn­te und weil die gesam­te gegen­wär­ti­ge Poli­tik auf Macht­er­halt und Wie­der­wahl in vier bzw. fünf Jah­ren aus­ge­rich­tet ist. Die Lösung des Pro­blems sind so genann­te Bürger*innenräte. Ein Bei­spiel für einen Bürger*innenrat war der, der zum The­ma Abtrei­bung in Irland durch­ge­führt wur­de. Es wäre für Politiker*innen schwer gewe­sen, sich hin­zu­stel­len und zu sagen: „Ich bin für Abtrei­bung.“ Es wur­de also ein Bürger*innenrat zusam­men­ge­stellt. Dazu wur­de eine reprä­sen­ta­ti­ve Grup­pe von 100 Per­so­nen aus­ge­wählt. Reprä­sen­ta­tiv heißt, dass die Zusam­men­set­zung der Alters­struk­tur, der sozio-öko­no­mi­schen Struk­tur usw. des jewei­li­gen Lan­des ent­spricht. Wer letzt­end­lich in die­sem Rat sitzt, wird nach der reprä­sen­ta­ti­ven Vor­auswahl durch ein Los­ver­fah­ren ent­schie­den. Der Bürger*innenrat trifft sich dann über meh­re­re Wochen und bekommt Input von Expert*innen zum jewei­li­gen Pro­blem (Recht, Gesund, Öko­no­mie, Kli­ma, Ver­kehr, wha­te­ver), so dass alle Aspek­te gut auf­ge­ar­bei­tet sind. (Das unter­schei­det die Räte von Volks­ent­schei­den, bei denen ein­fach jede*r Ein­zel­ne aus dem Bauch her­aus ent­schei­det.) Die 100 Per­so­nen kom­men dann zu einem Schluss, der hof­fent­lich von einer brei­ten Mehr­heit der Gesell­schaft mit­ge­tra­gen wird. Das fol­gen­de Video über das Refe­ren­dum zur Abtrei­bung in Irland erklärt alle Punk­te sehr gut:

In Irland war ein Bürger*innenrat zum The­ma Abtrei­bung erfolgreich

Außer die­sem Bürgerrinnen*rat zur Abtrei­bung gab es auch in Frank­reich und Däne­mark schon wel­che zum The­ma Kli­ma­schutz. Die Regie­rung Macron hat Tei­le der Emp­feh­lun­gen auch übernommen.

Dass Bürger*innenräte kein Hirn­ge­spinst irgend­wel­cher Revo­lu­zer oder Sozi­al­ro­man­ti­ker sind, sieht man auch dar­an, dass Wolf­gang Schäu­be­le (Bun­des­tags­prä­si­dent, cdU) sie unterstützt.

tages­schau: Bür­ger­rat Demo­kra­tie Ver­an­stal­tung mit Bun­des­prä­si­dent Wolf­gang Schäu­be­le, 15.11.2019

Das Lob­by­is­mus­pro­blem wür­de durch Bürger*innenräte zwar nicht gelöst, aber zumin­dest auch abge­mil­dert, weil es nicht mög­lich ist, lang­jäh­ri­ge Netz­wer­ke und Abhän­gig­kei­ten auf­zu­bau­en, wenn die Rats­mit­glie­der zufäl­lig aus­ge­wählt sind und nur zu weni­gen Sit­zun­gen zusammenkommen. 

So, das war die kur­ze Zusam­men­fas­sung der Arten- und Kli­ma­kri­se und vie­ler Aspek­te, die dabei eine Rol­le spie­len. Und die cdU/csU? Wis­sen sie, was sie tun?

Sie wissen, was sie tun und sie gehen über Leichen

Sie wuss­ten genau, was sie taten bzw. unter­lie­ßen. Ange­la Mer­kel war unter Hel­mut Kohl von 1994 bis 1998 Bun­des­mi­nis­te­rin für Umwelt, Natur­schutz und Reak­tor­si­cher­heit. Sie hat ein Buch geschrieben.

Buch von Ange­la Mer­kel aus dem Jah­re 1997

Die Busi­ness-Insi­der schrei­ben dazu unter Anderem:

Schon 1997 rief Mer­kel zum Han­deln auf. Wenn man beim Kli­ma­schutz zu lan­ge abwar­te, „kann es eines Tages unter Umstän­den zu spät sein“, schreibt sie. Es wird deut­lich: Schon vor 22 Jah­ren lagen alle maß­geb­li­chen Fak­ten auf dem Tisch. Das macht die­ses Buch heu­te zu einer depri­mie­ren­den Lektüre.

Heim­bach, Tho­mas. 2019. Vor 22 Jah­ren schrieb Ange­la Mer­kel ein radi­ka­les Buch zum Kli­ma­schutz — es zeigt, wie wenig sich getan hat. Busi­ness-Insi­der

Ange­la Mer­kel hat an diver­sen Stel­len immer wie­der betont, dass die Poli­tik, die sie macht, nicht dazu aus­reicht, das 1,5°-Ziel zu errei­chen. 2019 warnt sie, dass die Tem­pe­ra­tur bei den dama­li­gen Reduk­ti­ons­zie­len um 3° stei­gen wür­de. Pas­siert ist den­noch nichts. Oder nur Pil­le­pal­le (ihre eige­nen Wor­te). Bern­hard Pöt­ter hat das in Kli­ma-Bilanz der Mer­kel-Ära: Die Schön­wet­ter-Kanz­le­rin sehr gut zusam­men­ge­fasst. Viel­leicht war mehr nicht mög­lich? Sicher, man muss Kom­pro­mis­se ein­ge­hen. Man möch­te ja wie­der­ge­wählt wer­den. Dazu ist es auch sehr prak­tisch, wenn man eine Spen­de der Auto­mo­bil­in­dus­trie von 690.000€ bekommt (sie­he oben). Die kann man dann bei Gele­gen­heit wie­der zurück­zah­len (Kurz­ar­beits­geld trotz Divi­den­den­aus­schüt­tung von 1,64 Mrd Euro, sie­he auch oben).

Peter Alt­mai­er, jetzt Wirt­schafts­mi­nis­ter, war eben­falls Umweltminister.

Die cdU/csU hat die Ener­gie­wen­de abge­würgt. Sie haben gewusst, was das bedeu­tet. Sie haben die Kraft­wer­ke bis 2038 wei­ter lau­fen las­sen. Obwohl die eigent­lich längst unren­ta­bel sind und in Groß­bri­tan­ni­en aus­nahms­wei­se wirk­lich der Markt zusam­men mit einer CO2-Steu­er die Abschal­tung gere­gelt hat (), haben sie den Betrei­bern der Kraft­wer­ke Ent­schä­di­gun­gen gezahlt, die höher als der Bör­sen­wert der Unter­neh­men sind (taz, 29.10.2019).

Sie haben es gewusst, sie haben es mit Absicht getan und sie wür­den es wie­der tun. Des­halb kann es kei­ne Ver­ge­bung geben. 

(Ergän­zung 09.05.2021

Selbst nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum unzu­rei­chen­den Kli­ma­schutz durch die Bun­des­re­gie­rung spricht sich Laschet gegen ein Ende des Ver­bren­ners aus. Und Merz faselt was von 2%. 

Ja, sicher sto­ßen die Deut­schen nur 2% des CO2 aus, aber es sind auch nur 1% der Welt­be­völ­ke­rung. Und die Pake­te, die jetzt beschlos­sen wer­den sol­len, rei­chen nicht aus:

Ende Nach­trag)

Ihr wisst jetzt, was zu tun ist. Act now!

Die Schluss­fol­ge­rung ist: Wählt nie­mals csU oder cdU! Wenn Ihr in Erlan­gen bzw. Erlan­gen-Höch­stadt wohnt, wählt Ste­fan Müller! 

Und geht auf die Stra­ße, wer­det wie­der aktiv! In einer der For­Fu­ture-Bewe­gun­gen, im Wahl­kampf, irgend­wo, wo Auf­merk­sam­keit auf die gro­ßen Pro­ble­me gelenkt wird. Macht Euren eige­nen Kli­ma­mon­tag nach dem Vor­bild der Berliner*innen, Cri­ti­cal Mass, irgend­was. Es geht um alles und sie wer­den sich nur so weit bewe­gen, wie sie müssen.

„Es wur­de alles gesagt, jetzt han­deln!“ Wissenschaftler*innen von Scientists4Future bei Schwei­ge­ak­ti­on zusam­men mit FFF vor dem Kanz­le­ri­nenamt, Ber­lin, 15.11.2019, Bild: Ste­fan Mül­ler, CC-BY

Quellen

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Bal­mer, Rudolf. 2020. Geplan­te SUV-Steu­er in Frank­reich: Dicke Daim­ler unver­käuf­lich. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Geplante-SUV-Steuer-in-Frankreich/!5723394)

Baye­ri­sche Lan­des­an­stalt für Wald und Forst­wirt­schaft. 2021. FAQ: Kli­ma­wan­del und des­sen Aus­wir­kun­gen auf unse­re Wäl­der. 2021. (https://www.lwf.bayern.de/wissenstransfer/oeffentlichkeitsarbeit/225734/index.php)

Beu­cker, Pas­cal. 2020. Armuts­for­scher zu Fol­gen von Coro­na: Kar­di­nal­pro­blem Ver­mö­gens­ver­tei­lung. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Armutsforscher-zu-Folgen-von-Corona/!5722689/)

Cuveil­lier, Franck & Vasse­lin, Pas­cal. 2020. For­schung, Fake und fau­le Tricks. arte. (https://www.arte.tv/de/videos/091148–000‑A/forschung-fake-und-faule-tricks/) (Acces­sed April 14, 2021.)

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Deut­sche Gesell­schaft für Ernäh­rung e.V. 2017. Voll­wer­tig essen und trin­ken nach den 10 Regeln der DGE. (https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/10-Regeln-der-DGE.pdf)

dpa/sn. 2019. Sach­sens Ex-Regie­rungs­chef Til­lich wird Auf­sichts­rats­chef bei Berg­bau-Unter­neh­men Mibrag. (https://www.n‑tv.de/regionales/sachsen/Tillich-wird-Aufsichtsratschef-bei-Bergbau-Unternehmen-Mibrag-article21292932.html)

ener­gie­zu­kunft. 2021. Abstands­re­geln: Droht in NRW ein Aus­bau­stopp der Wind­ener­gie? ener­gie­zu­kunft  Das Por­tal für Erneu­er­ba­re Ener­gien und die bür­ger­na­he Ener­gie­wen­de. (https://www.energiezukunft.eu/erneuerbare-energien/wind/droht-in-nrw-ein-ausbaustopp-der-windenergie/)

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Glas, Andre­as & Ott, Klaus. 2021. Coro­na-Deals von Sau­ter & Co: Es hät­te noch mehr Geld flie­ßen sol­len. Süd­deut­sche Zei­tung. Mün­chen. (https://www.sueddeutsche.de/bayern/csu-maskenaffaere-provisionen-karibik-liechtenstein‑1.5243983)

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Otto, Ilo­na M. & Kim, Kyoung Mi & Dubrovs­ky, Nika & Lucht, Wolf­gang. 2019. Shift the focus from the super-poor to the super-rich. Natu­re Cli­ma­te Chan­ge 2(9). 82–84. (doi:10.1038/s41558-019‑0402‑3)

Pöt­ter, Bern­hard. 2019. Kli­ma-Bilanz der Mer­kel-Ära: Die Schön­wet­ter-Kanz­le­rin. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Klima-Bilanz-der-Merkel-Aera/!5624314/)

Pöt­ter, Bern­hard. 2019. Ent­schä­di­gung für Koh­le­aus­stieg: Geld statt Koh­le ver­bren­nen. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Entschaedigung-fuer-Kohleausstieg/!5633659)

Rahm­s­torf, Ste­fan. 2020. Was der Eis­ver­lust in der Ark­tis für uns bedeu­tet. Spie­gel. (https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klima-was-der-eisverlust-in-der-arktis-fuer-uns-bedeutet-a-dfa3375c-329b-4de0-9aaf-0beb28454147)

Rei­mer, Nick. 2021. Auf­fahrt im sola­ren Tal. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Solaranlagen-aus-Deutschland/!5768110/)

Sebald, Chris­ti­an. 2021. Atomausstieg:Energieverband will schnel­le­ren Aus­bau der Wind­kraft. Süd­deut­sche Zei­tung. (https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-umwelt-atomausstieg-windkraft‑1.5231870)

Sei­bold, Sebas­ti­an & Goss­ner, Mar­tin M. & Simons, Nad­ja K. & Blüth­gen, Nico & Mül­ler, Jörg & Ambar­lı, Didem & Ammer, Chris­ti­an et al. 2019. Arthro­pod decli­ne in grass­lands and forests is asso­cia­ted with land­s­cape-level dri­vers. Natu­re 574(7780). 671–674. (doi:10.1038/s41586-019‑1684‑3)

Spratt, David & Dun­lop, Ian. 2019. Exis­ten­ti­al cli­ma­te-rela­ted secu­ri­ty risk: A sce­n­a­rio approach. Mel­bourne, Aus­tra­lia: Bre­akthrough – Natio­nal Cent­re for Cli­ma­te Res­to­ra­ti­on. (https://www.preventionweb.net/publications/view/65812) (Acces­sed April 4, 2021.)

Umwelt­bun­des­amt. 2018. Hohe Kos­ten durch unter­las­se­nen Umwelt­schutz: Eine Ton­ne CO2 ver­ur­sacht Schä­den von 180 Euro – Umwelt­bun­des­amt legt aktua­li­sier­te Kos­ten­sät­ze vor. (https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/hohe-kosten-durch-unterlassenen-umweltschutz)

Uthoff, Max & von Wag­ner, Calus. 2021. Max & Claus gegen ZDF. Die Anstalt, ZDF. (https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-4-mai-2021–100.html)

Vei­el, And­res & Dober­stein, Jut­ta. 2020. Öko­zid. ARD.

von Difurth, Hoimar. „Die Fol­gen sind ein­schnei­dend“: Pro­gno­se zum Kli­ma­wan­del von 1978 von Hoimar von Dit­furth. Quer­schnitt. ZDF. (https://www.zdf.de/dokumentation/terra‑x/hoimar-von-ditfurth-querschnitt-1978-ueber-co2-und-klimawandel-100.html)

Wet­zel, Dani­el. 2019. „Flugstolz“-Strategie ist die Ant­wort auf den Pran­ger der Kli­ma­schüt­zer. Die Welt. (https://www.welt.de/wirtschaft/article198948579/Luftfahrt-Branche-will-Flugreisen-mit-Flugstolz-attraktiv-machen.html)

wwf. 2014. Bedeu­tung des Kli­ma­wan­dels für Fau­na und Flo­ra in Deutsch­land und Nord­eu­ro­pa. (https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Klimawandel_Artenschutz_Deutschland.pdf)

Wyput­ta, Andre­as. 2020. Umstrit­te­ner Auf­trag für Schutz­mas­ken: Vor­wurf Vet­tern­wirt­schaft. taz. (https://taz.de/Umstrittener-Auftrag-fuer-Schutzmasken/!5731184/)

Zschieck, Mar­co. 2021. Was­ser­man­gel in Bran­den­burg: Die Aus­flugs­se­en ver­schwin­den. taz. Ber­lin. (https://taz.de/Wassermangel-in-Brandenburg/!5738147/)

Heimat & Leben

War­nung: Auf die­ser Sei­te ist nichts lus­tig. Glaubt Ihr nicht? Dann lest den Text eben.Wenn Ihr lie­ber was Lus­ti­ges wollt, lest die FAQ.

Unter der Rubrik Hei­mat & Leben schreibt Ste­fan Mül­ler (csU):

Vie­le war­ten schon lan­ge auf die Rea­li­sie­rung der Lärm­schutz­ein­rich­tun­gen an A3 und A73. Des­halb kämp­fe ich wei­ter für den Aus- und Umbau der Auto­bah­nen und Bun­des­stra­ßen in mei­nem Wahl­kreis, ohne den Lärm­schutz nicht umsetz­bar ist. Mit dem 2016 beschlos­se­nen, neu­en Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan konn­ten wir wich­ti­ge Pro­jek­te für unse­re Regi­on fest in der Pla­nung für die nächs­ten Jah­re verankern

Ste­fan Mül­ler (csU): Hei­mat & Leben, auf stefanmueller.com, 29.04.2021

Den Punkt mit Aus- und Umbau zur Lärm­re­duk­ti­on hat er schon bei Gesund & fit gemacht und ich bin hier bei Gesund & fit dar­auf ein­ge­gan­gen. Der Bun­de­ver­kehrs­we­ge­plan wird aber nur unter Hei­mat & Leben erwähnt. Also schaun mer mal.

Der Bundesverkehrswegeplan: Wer Verkehr sät wird Verkehr ernten

Der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2016 sieht den 6‑spurigen Aus­bau der A3 über 100km vor. Grund für den Aus­bau sind die fol­gen­den Prognosen:

Auto­bahn­di­rek­ti­on Nord­bay­ern: Bür­ger­infor­ma­ti­on vom 27. März 2017: Aus­bau des Auto­bahn­kreu­zes Fürth/Erlangen.

Auch in Erlan­gen selbst soll mas­siv aus­ge­baut werden.

Auto­bahn­di­rek­ti­on Nord­bay­ern: Bür­ger­infor­ma­ti­on vom 27. März 2017: Aus­bau des Auto­bahn­kreu­zes Fürth/Erlangen.

Mei­ne Pro­gno­se ist: Wenn die Poli­tik sich nicht grund­le­gend ändern wür­de, wür­de auch die­ser Aus­bau irgend­wann nicht mehr rei­chen. Wenn man immer wei­ter aus­bau­en wür­de, sähe unser Land, unse­re Hei­mat, irgend­wann so aus:

Autobahndrehkreuz
Ergeb­nis unge­hemm­ten Aus­baus von Auto­in­fra­struk­tur, Bild: muf­ad­da­lap auf Pixabay

Das Bild hat eine gewis­se Ästhe­tik und man kann sogar Häu­ser erken­nen. Leben scheint dort mög­lich zu sein. OK, das war zynisch. Ein Toco­tro­nic-Zitat ist wohl ange­mes­se­ner: „Aber hier leben? Nein, danke!“

Die Lösung

Wie könn­te eine Lösung aus­se­hen? Ein PKW, in dem eine Per­son sitzt, ver­braucht enorm viel Platz und ist dem­zu­fol­ge im Ver­gleich zu ande­ren Ver­kehrs­mit­teln in Bezug auf die Beför­de­rungs­leis­tung inef­fek­tiv. Die Stadt Müns­ter hat 1991 die fol­gen­de Gegen­über­stel­lung von einer bestimm­ten Men­schen­grup­pe ein­zeln in Autos, der­sel­ben Grup­pe in Fahr­rä­dern bzw. in einem Bus gemacht:

Quel­le: Pres­se­amt Stadt Münster, 1991

Wie man sieht, hät­te bei einem Umsteu­ern in der Ver­kehrs­po­li­tik eine vier­spu­ri­ge Auto­bahn völ­lig gereicht. Vor dem Hin­ter­grund, der sich ver­schär­fen­den Kli­ma­kri­se hät­te die Bun­des­re­gie­rung spä­tes­tens 2016 umsteu­ern müs­sen (Ver­kehrs­mi­nis­ter damals Alex­an­der Dob­rindt, csU). Aber nee. More of the same. Die Ver­kehrs­mi­nis­ter und auch der dama­li­ge Umwelt­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er der cdU/csU sind dicke Tin­te mit der Auto­in­dus­trie (Spie­gel 2013; Heu­te-Show, 2013)1 und haben kein Inter­es­se an Alter­na­ti­ven. In den USA hat eine ähn­li­che Poli­tik zu Zustän­den geführt, die dem Kol­laps nahe kom­men. Dort gibt es aber Ideen wie Car­poo­ling. Es gibt spe­zi­el­le Spu­ren, die nur Fahr­zeu­ge mit meh­ren Insas­sen benut­zen dür­fen. Das ergibt enor­me Fahr­zeit­ge­win­ne für die, die zu zweit oder mehrt fah­ren und redu­ziert den Verkehr.

Man beden­ke auch, dass die Blech­la­wi­ne, wenn sie nicht unter­wegs ist (also fast immer), irgend­wo rum­steht. In den Städ­ten kön­nen wir sie nicht brauchen.

#ano­t­her­Worl­dIs­Pos­si­ble!

Quellen

Adler, Flo­ri­an. 2017. Das wohl bekann­tes­te Müns­ter-Foto der Welt. Stadt­wer­ke Müns­ter. (Der Blog der Stadt­wer­ke Müns­ter.) (https://www.stadtwerke-muenster.de/blog/verkehr/das-wohl-bekannteste-muenster-foto-der-welt/)

Auto­bahn­di­rek­ti­on Nord­bay­ern. 2017. Bür­ger­infor­ma­ti­on vom 27. März 2017: Aus­bau des Auto­bahn­kreu­zes Fürth/Erlangen. (http://www.abdnb.bayern.de/imperia/md/content/stbv/abdnb/autobahndirektion/projekte/a3_ak_fuerth_erlangen_info/2017_03_27_ppt_vortrag_ausbau_ak_fu_erl.pdf)

Heu­te-Show ZDF, 18.10.2013. Zu Par­tei­spen­den der Fami­lie Quandt, Groß­ak­tio­när bei BMW, an die CDU. (https://youtu.be/Exw4cWfGI0o?t=1195)

Der Spie­gel, 2013. Par­tei­en­fi­nan­zie­rung: CDU erhält Rie­sen­spen­de von BMW-Groß­ak­tio­nä­ren. (https://www.spiegel.de/politik/deutschland/union-erhaelt-riesenspende-von-bmw-eignern-klatten-und-quandt-a-927871.html)

Maß & Ziel

Das fol­gen­de Zitat fasst die Posi­ti­on von Ste­fan Mül­ler zusammen.

Auch die öffent­li­che Hand kann nur soviel aus­ge­ben, wie sie ein­nimmt. Der Staat muss mit den Steu­er­mit­teln haus­hal­ten, die ihm zur Ver­fü­gung ste­hen. Er darf die Steu­er­zah­ler dabei nicht über­for­dern, denn sonst wür­de er Eigen­ver­ant­wort­lich­keit und Inno­va­ti­ons­kraft der Bür­ger und der Wirt­schaft aufs Spiel set­zen. Spar­sam­keit, geziel­te, nach­hal­ti­ge und trans­pa­ren­te Mit­tel­ver­wen­dung sowie eine lau­fen­de Auf­ga­ben­kri­tik sicher­zu­stel­len, betrach­te ich als eine mei­ner wich­tigs­ten Auf­ga­ben als Abgeordneter.

Ste­fan Mül­ler (CSU), stefanmuller.com, 26.04.2021

Klingt irgend­wie plau­si­bel, oder? Hey, was ist hier los? Kann das sein? Gucken wir mal nach. Die ers­ten zwei Sät­ze sind Trivialitäten.

Man kann nur ausgeben, was man einnimmt

Ste­fan Mül­ler ist Bank­fach­wirt. Er kennt sich also aus. Mit Geld und so. Mit Kre­di­ten. Oh, Moment. Kre­di­te? Wenn man einen Kre­dit auf­nimmt, dann kann man ja mehr aus­ge­ben als man ein­ge­nom­men hat. Lus­ti­ger­wei­se ist es zur Zeit sogar so, dass es nega­ti­ve Zin­sen gibt, das heißt, wenn man als Bun­des­re­pu­blik einen Kre­dit auf­nimmt, muss man nicht alles zurück­zah­len. Wenn man nun damit Betrie­be (Wasser‑, Ener­gie­ver­sor­gung) rekom­mu­na­li­sie­ren wür­de oder rie­si­ge Woh­nungs­be­stän­de zurück­kau­fen wür­de, die mit­un­ter die Sozi­al­de­mo­kra­ten (in Ber­lin Wowe­reit und Sar­ra­zin, sie­he Als das Tafel­sil­ber ver­kauft wur­de) mal ver­scher­belt haben, dann hät­te man hin­ter­her was.

Davon abge­se­hen, kann man natür­lich als Gesell­schaft fest­le­gen, wie viel man ein­neh­men will. Man kann Steu­er­sät­ze fest­le­gen, Ein­kom­mens­steu­ern, Ver­mö­gens­steu­ern und Erb­schafts­steu­ern beschlie­ßen. Und man kann dann beschlie­ßen, was man damit macht. Will man lie­ber in den Schwimm­bä­dern die Was­ser­tem­pe­ra­tur ein Grad nach unten dre­hen (in Ber­lin gesche­hen) oder bei den Super­rei­chen 1% Ver­mö­gens­steu­er einführen?

Innovationskraft der Bürger und der Wirtschaft

Die Inno­va­ti­ons­kraft der Bür­ger und der Wirt­schaft auf’s Spiel stel­len? Um Him­mels Wil­len? Was wird denn dann aus unse­rem Wohl­stand und dem Fortschritt?

Fort­schritt, Wachs­tum, Wohl­stand, Glück, Knor­ka­tor, Tuba­reck­orz, 2014

Klar ist, dass Fir­men Geld für For­schung und Ent­wick­lung brau­chen, dass sie Geld reinves­tie­ren, um neue Din­ge zu ent­wi­ckeln (z.B. Bau­schaum, sie­he Video über Fort­schritt), um zu expan­die­ren. Das will auch nie­mand ändern (nun ja, das mit dem unbe­grenz­ten Wachs­tum ist so eine Sache). Aber wo man mal dran dre­hen könn­te, das sind die hohen Ein­kom­men und Pri­vat­ver­mö­gen, die eben nicht in Fir­men ste­cken. Was will man denn mit einem Jah­res­ein­kom­men von über 200.000€ machen? 

Ab einem Ver­mö­gen von 555.000€ (inkl. Wohnung(en)) gehört man zu den reichs­ten 10%. Das obers­te Pro­zent der Ver­mö­gen­den ist hier nicht ange­führt. Sie ver­fü­gen über 35 Pro­zent des Reichtums.

Nach Steu­ern (Spit­zen­steu­er­satz ist 42%, Berech­nung geht mit Steu­er­rech­ner) hat man als Allein­ste­hen­der immer noch 121.000€ übrig, als Mensch mit Part­ner sogar 131.000€ (Hey, ist das die För­de­rung von Fami­li­en, über die wir in Mensch & Fami­lie gespro­chen haben?). Und dann? Woh­nun­gen kau­fen? Um dann noch mehr Geld zu ver­die­nen? Durch die Gegend jet­ten und CO2 aus­sto­ßen (Otto et al. 2019)? Klei­ne gei­le Fir­men gründen?

Klei­ne gei­le Fir­men, Fun­ny van Dan­nen, Herz­schei­ße, Tri­kont, 2003.

Für klei­ne gei­le Fir­men rei­chen auch 120.000€ noch. Und wenn man die­se hat, bekommt man auch einen güns­ti­gen Kre­dit (sie­he oben). Kre­dit­kos­ten kann man übri­gens von der Steu­er absetzen.

Eigentum ist eine Last

Wenn man zusätz­lich zum Höchst­steu­er­satz von 42% noch 1% der 200.000€ abgibt, sind das 2000€. Das ist qua­si nichts. Wenn man 10% davon abgibt, sind das 20.000€. Es ist immer noch mehr als genug übrig. Wenn man so viel Geld ver­dient bekommt, dann legt man das nicht auf’s Spar­buch, man legt es an. In Akti­en oder Fonds. Dafür bezahlt man 25% Steu­ern, wenn man Gewin­ne mit­nimmt. Auch die­se Steu­ern könn­te man locker erhö­hen. Man könn­te Finanz­trans­ak­ti­ons­steu­ern ein­füh­ren, die bei jedem Kauf und Ver­kauf von Akti­en fäl­lig wür­den. Das wür­de Men­schen mit gro­ßen Ein­kom­men ent­las­ten, denn Eigen­tum kann sehr belas­tend sein, wie man den fol­gen­den Lie­dern von Knor­ka­tor ent­neh­men kann.

Rei­che Men­schen haben es sehr schwer. Am Arsch von Knor­ka­tor, Tuba­reck­orz, 2020.
Eigen­tum, Knor­ka­tor, Nuclear Blast, 2007

Sparsamkeit

Spar­sam­keit kommt gut. Den Guc­ci-Gür­tel enger schnal­len. Wo sol­len wir denn spa­ren? Bei den Sozi­al­aus­ga­ben? Da gibt es nichts mehr zu spa­ren. Das hat Schrö­der für uns erle­digt (Hartz IV, Agen­da 2010). Die CDU/CSU hät­te das nicht gekonnt, aber eine Rot-Grü­ne Regie­rung mit der fröh­li­chen Dul­dung der CDU/CSU/FDP konn­te das durchziehen.

Im letz­ten Jahr haben sich die Mili­tär­aus­ga­ben enorm erhöht. Muss das sein? Eher nicht so (sie­he Auf­rüs­ten oder Abrüs­ten). Gut, dann spa­ren wir da, bis wir wie­der auf einem nor­ma­len Level ange­kom­men sind. Wenn die Soldat*innen ihr Kriegs­ge­rät nicht mit nach hau­se neh­men wür­den (taz: Amnes­tie für Patro­nen­klau), müss­ten wir ihnen auch nicht immer neu­es kaufen. 

Zusammenfassung ohne Quatsch

Die Ver­mö­gens­ver­tei­lung hat sich in den letz­ten Jah­ren extrem ver­än­dert. Eini­ge Weni­ge besit­zen gro­ße Ver­mö­gen und vie­le kre­peln so rum. Das kann man durch Besteue­rung hoher Ein­kom­men und Ver­mö­gen und Erb­schafts­steu­ern ändern.

Wie Fun­ny van Dan­nen möch­te ich den Kapi­ta­lis­mus lie­ben. Grooo­ve­man, Tri­kont, 2002

Nachtrag

Mit dem Song Kapi­ta­lis­mus von Fun­ny van Dan­nen ver­bin­det sich für mich ein inten­si­ves Erleb­nis: Ich habe ihn in der S‑Bahn gehört. Vor­ge­tra­gen von einem Musi­kan­ten, der um Almo­sen bat. Er hat­te nur noch weni­ge Zäh­ne, sang aber sehr gut. Es ist etwas ganz ande­res, Fun­ny van Dan­nen auf einem Kon­zert zusam­men mit sei­nen Kum­pels aus der links-grün ver­si­ff­ten Bub­ble zuzu­hö­ren, als die­sen mit­tel­lo­sen Mann sin­gen zu hören: „Ich möch­te den Kapi­ta­lis­mus lie­ben, denn er liebt mich ja auch, er hat mir so viel gege­ben, er gibt mir alles, was ich brauch.“ Ich habe ihm viel gege­ben. Aber ich konn­te ihm nicht alles geben, was er braucht. Ich wün­sche jedem CSU­ler eine sol­che Erfah­rung. Aber die fah­ren wahr­schein­lich nicht S‑Bahn.

Quellen

Ehler­ding, Susan­ne. 2016. Neu­bau in Ber­lin: Als das Tafel­sil­ber ver­kauft wur­de. tages­spie­gel. Ber­lin. (https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/neubau-in-berlin-als-das-tafelsilber-verkauft-wurde/13019974–2.html)

Her­mann, Ulri­ke. 2021. Wahl­pro­gramm Bünd­nis 90/Die Grü­nen: Kön­nen Grü­ne regie­ren? Kön­nen sie mit Geld umge­hen? taz. Ber­lin. (https://taz.de/Archiv-Suche/!5763311/)

Otto, Ilo­na M., Kim, Kyoung Mi, Dubrovs­ky, Nika & Lucht, Wolf­gang. 2019. Shift the focus from the super-poor to the super-rich. Natu­re Cli­ma­te Chan­ge 2(9). 82–84. (doi:10.1038/s41558-019‑0402‑3)

Ulrich, Sah­ra & Sebas­ti­an Erb, 2021, Pro­zess gegen KSK-Sol­dat: Amnes­tie für Patronenklau 

Nachhaltigkeit, Lobbyismus, Transparenz und der Politikkodex

Der Politikkodex

Ein füh­ren­des Mit­glied der Par­tei Die PARTEI hat mich dar­um gebe­ten, den Poli­tik­ko­dex zu unter­schrei­ben. Dabei geht es um Trans­pa­renz und dar­um Lob­by­is­mus zu erschwe­ren. Die Höchst­sät­ze für pri­va­te Zuwen­dun­gen und Par­tei­spen­den sol­len redu­ziert wer­den und von Unter­zeich­ne­rin­nen wird erwar­tet, dass sie Fir­men­be­tei­li­gun­gen und ande­re poten­ti­ell ihre Hal­tung als poli­ti­sche Mandatsträger*innen beein­flus­sen­de Fak­to­ren offen­le­gen. Ich hal­te Lob­by­is­mus für eins der Grund­übel unse­rer Zeit und auch für einen der wich­tigs­ten Grün­de dafür, war­um die Regie­rung uns Kli­ma­päck­chen schickt und der Koh­le­indus­trie Mil­li­ar­den schenkt, statt ein­fach den Markt ent­schei­den zu las­sen (in UK sind die Koh­le­kraft­wer­ke unren­ta­bel und schlie­ßen selbst) bzw. einen Bruch­teil der Ent­schä­di­gun­gen nimmt und RWE kauft und dicht macht (der Bör­sen­wert ist nicht hoch). Auto­in­dus­trie und Tem­po­li­mit ist eine ande­re Geschich­te. Also: Poli­tik­ko­dex hurra! 

Neben­be­mer­kung: Der Mann, gegen den ich antre­te, scheint das irgend­wie anders zu sehen. Er hat im Bun­des­tag gegen Trans­pa­renz­reg­lun­gen gestimmt.

Der zur Zeit in den Bun­des­tag abge­ord­ne­te Ste­fan Mül­ler hat gegen Trans­pa­renz­reg­lun­gen für Abge­ord­ne­te gestimmt. Quel­le: Abge­ord­ne­ten­watch.

Beim Nach­den­ken über den Poli­tik­ko­dex ist mir auf­ge­fal­len, dass ich an sehr, sehr vie­len Fir­men betei­ligt bin. Eine ist ein Bank und eine ande­re habe ich sogar selbst mit­ge­grün­det. Also hier jetzt der Trans­pa­renz­post. Ich hof­fe, dass mich danach noch jemand wählt. Trotz der hef­ti­gen Ver­stri­ckun­gen in lokal, natio­nal und glo­bal agie­ren­de Fir­men und mei­ner Nebentätigkeit.

Aber fan­gen wir viel­leicht mit etwas an, das mir leicht­fällt: Trans­pa­renz und Dienstreisen.

Transparenz

Der Poli­tik­ko­dex ver­langt die Offen­le­gung von Kon­tak­ten mit Interessenvertreter*innen:

2.10 Kontakte/Treffen mit Interessenvertreter*innen mit Nen­nung des Datums, des The­mas, der Per­son, der Insti­tu­ti­on, der Agen­tur, der Kanz­lei, der Denk­fa­brik etc. trans­pa­rent machen (z.B. durch Ver­öf­fent­li­chung auf der eige­nen Internetseite).

Ich wer­de alles, was ich tue, auf twit­ter bekannt­ge­ben (mache ich jetzt schon). Ich fol­ge dabei dem Vor­bild von Julia Klöck­ner, die ihr Tref­fen mit Nest­lé eben­falls auf twit­ter bekannt­ge­ge­ben hat:

Video aus einem Tweet vom 03.06.2019 von Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Julia Klöck­ner (CDU) zu einem Tref­fen mit Nestlé

Ich ver­spre­che eben­falls, dass ich vor einem etwai­gen Tref­fen mit Vertreter*innen von Nest­lé, den Film We feed the world – Essen glo­bal min­des­tens drei mal anse­hen wer­de (ein Mal war schon schlimm genug).

Dienstreisen

Der Poli­tik­ko­dex ver­langt von Kan­di­die­ren­den und poli­ti­schen Man­dats- und Amtsträger*innen, Dienst­rei­sen öffent­lich zu machen und Flug­rei­sen zu reduzieren:

2.17 Dienst­rei­sen ins Aus­land mit einem Rei­se­be­richt öffent­lich trans­pa­rent machen unter Offen­le­gung des Rei­se­ziels, des/der Ein­la­den­den und der Kos­ten­tra­gung. Flug­rei­sen redu­zie­ren und wenn mög­lich durch Video­kon­fe­ren­zen ersetzen.

2.18 Amts-/Man­dats­tä­tig­keit so umwelt­scho­nend wie mög­lich aus­üben (dies gilt in beson­de­rer Wei­se für Rei­sen und dienst­li­che Mobilität).

Aus­zü­ge aus dem Polit­ko­dex, 18.04.2021

Ich bin in mei­nem Leben viel gereist. Haupt­säch­lich dienst­lich. Das ist auf mei­ner wis­sen­schaft­li­chen Web-Sei­te doku­men­tiert. Pri­vat flie­ge ich seit 2008 nicht mehr. Und seit August 2019 flie­ge ich über­haupt nicht mehr. Ich habe aktiv für die Schlie­ßung des Flug­ha­fens Tegel gekämpft und mit Kolleg*innen von Scientist4Future in Berlin/Brandenburg eine Akti­on zur Selbst­ver­pflich­tung von Wissenschaftler*innen zum Ver­zicht auf dienst­li­che Kurz­stre­cken­flü­ge durchgeführt.

Ver­kün­dung der Ergeb­nis­se der Selbst­ver­pflich­tungs­ak­ti­on gegen Kurz­stre­cken­flü­ge bei Fri­day­s4­Fu­ture-Demo am Bran­den­bur­ger Tor, Ber­lin, 20.09.2019. Die mei­ne Uni, die Hum­boldt-Uni­ve­ris­tät, hat­te sowohl pro­zen­tu­al als auch abso­lut das bes­te Ergebnis.

Die Akti­on wur­de dann als #unter1000 auf das gesam­te Bun­des­ge­biet aus­ge­wei­tet (unter1000.scientists4future.org) und bis Coro­na das Inter­es­se am Flie­gen bzw. Nicht-Flie­gen gegroun­det hat, haben wir 4141 Ver­pflich­tun­gen von an deut­schen For­schungs­ein­rich­tun­gen täti­gen Wissenschaftler*innen eingesammelt.

2.19 Kos­ten der Amts-/Man­dats­tä­tig­keit so gering wie mög­lich halten.

Aus­zug aus dem Polit­ko­dex, 18.04.2021

Der Punkt 2.19 steht zur Zeit lei­der im Wider­spruch zu Punkt 2.17 und 2.18. Das liegt dar­an, dass Flug­rei­sen oft bil­li­ger sind als die viel öko­lo­gi­sche­ren Zug­rei­sen. Mit die­sem The­ma haben wir uns bei S4F schon beschäf­tigt. Als Bun­des­tags­abe­ord­ne­ter wer­de ich mich dafür ein­set­zen, dass die Befrei­ung des Flug­ver­kehrs von der Kero­sin­steu­er been­det wird und dass die Ton­ne CO2 wie vom Umwelt­bun­des­amt vor­ge­schla­gen mit min­des­tens 180€ ein­ge­preist wird und somit Flug­rei­sen nur ihren rea­len Kos­ten ent­spre­chend ange­bo­ten wer­den kön­nen. Damit wäre die Bahn dann wie­der billiger.

So viel zu Umwelt- und Nach­hal­tig­keits­fra­gen. Nun zu mei­nen Firmenbeteiligungen.

Firmenbeiteiligungen

Taz, die Tageszeitung Verlagsgenossenschaft eG

Die Fir­ma, an der ich die meis­ten Antei­le besit­ze, ist die taz. Ich bin Genos­sen­schaft­ler und habe Antei­le im Wert von 2500€ gekauft. Die­se Antei­le ver­lie­ren stän­dig an Wert. 2018 betrug der Wert 84,25% der Ein­zah­lungs­sum­me. Ich weiß das so genau, weil ich mei­ne Antei­le 2019 kurz mal gekün­digt habe, weil ich Geld für das Demo­kra­tie-Kli­ma-Pro­jekt 120620olympia brauch­te und die taz durch ihre Bericht­erstat­tung (taz lügt nicht) dazu bei­getra­gen hat­te, dass die 2 Mil­lio­nen Euro, die per Crouwd-Fun­ding ein­ge­sam­melt wur­den, fast nicht zusam­men gekom­men wären (sie­he War­um mein taz-Kre­dit­plan nicht funk­tio­nert hat). taz-Genosenschaftler*innen bekom­men von der Genos­sen­schaft kein Geld. Dafür aber eine gute Zeitung.

Kräutergarten Pommerland eG

Außer­dem besit­ze ich für 500€ Antei­le an der Kräu­ter­gar­ten Pom­mer­land eG. Die machen den leckers­ten Kräu­ter­tee der Welt. Irgend­wann hat­te unser Dea­ler die aus­ge­lis­tet, da habe ich die Din­ge selbst in die Hand genom­men. Der Kräu­ter­gar­ten ist eben­falls als Genos­sen­schaft orga­ni­siert. Geld haben die Genossenschaftler*innen noch nie bekom­men. Dafür guten Tee.

BRD GmbH

Nein! Die BRD GmbH gibt’s gar nicht. Das ist Nazi-Quatsch. Da kommt nichts bei raus. Kein Geld, kei­ne Zei­tung, kein Tee, kein Öko­strom. Nur Ärger. Hof­fent­lich Ärger.

GLS Bank eG

Ich besit­ze auch eine Bank. Also einen Teil einer Bank. Ich habe Genos­sen­schafts­an­tei­le für 500€ gezeich­net. GLS steht für „Gemein­schafts­bank für Lei­hen und Schen­ken“. Wie bescheu­ert ist das denn? Eine Bank, die Geld ver­schenkt? Ja, da muss man schon ziem­lich idea­lis­tisch drauf sein. Die GLS Bank för­dert nach­hal­ti­ge Pro­jek­te. Frü­her wur­de das über nied­ri­ge­re Zin­sen für die Anleger*innen finan­ziert. Da es zur Zeit aber für nie­man­den Zin­sen gibt, ist es etwas schwie­rig. Geld bringt mir die­ses Invest­ment also keins. Aber gute Laune.

SoGeLa eG

Mei­ne kom­mer­zi­ell erfolg­reichs­te Fir­men­be­tei­li­gung ist die an der SoGe­La (Solar­ge­nos­sen­schaft Lau­sitz eG). Auf die SoGe­LA bin ich durch einen Arti­kel in der taz auf­merk­sam gewor­den (Solar­dä­cher statt Abraum­hal­den). Vat­ten­fall woll­te 2011 die Dör­fer Kerk­witz, Atter­wasch und Grab­ko weg­bag­gern. Die Anwohner*innen von Kerk­witz hat­ten die Idee, Vat­ten­fall maxi­mal effek­tiv und sym­bo­lisch zu ärgern. Sie haben eine Genos­sen­schaft gegrün­det, die Solar­zel­len auf das loka­le Feu­er­weh­haus gebaut hat. Soll­te der Ort weg­ge­bag­gert wer­den, so muss Vat­ten­fall (bzw. deren Nach­fol­ger) die Solar­ge­nos­sen­schaft ent­schä­di­gen. Alle Mit­glie­der der Genos­sen­schaft sind betrof­fen und kön­nen sich auch in loka­le Ver­fah­ren einbringen.

Ich hat­te die­ses Invest­ment eigent­lich als eine Spen­de gese­hen: Zurück kommt kein Geld, aber guter Strom. Doch dann: 2020 ein Brief mit Mit­tei­lung zur Gewinn­aus­schüt­tung. Hey, ho. Gutes tun und dabei reich werden!

Mei­ne bis­her finan­zi­ell erfolg­reichs­te Fir­men­be­tei­li­gung bei der Solar­ge­nos­sen­schaft Lau­sitz: 73,08€ in fünf Jah­ren. Das sind 14,61€ pro Jahr!

Language Science Press 

Ich höre sie/Sie jetzt schon fra­gen: „Was? Der will der CSU Kon­kur­renz machen? Kann der denn über­haupt Wirt­schaft?“ Dar­auf habe ich zwei Ant­wor­ten: 1) Alle mei­ne Fir­men gibt es noch nach meh­re­ren Jah­ren. Das ist bei Grö­ßen aus Par­tei­en, die als wirt­schafts­kom­pe­tent gel­ten, nicht der Fall (Wiki­pe­dia-Ein­trag: Chris­ti­an Lind­ner). 2) Mei­ne erfolg­reichs­te Fir­men­grün­dung ist eine gemein­nüt­zi­ge GmbH, die den Ver­lag Lan­guage Sci­ence Press betreibt und die ich 2017 gemein­sam mit Mar­tin Has­pel­math und Sebas­ti­an Nord­hoff (aus Erlan­gen) gegrün­det habe. Lan­guage Sci­ence Press ist inzwi­schen im Mil­lio­nen­be­reich: Wir haben 1 Mil­li­on Down­loads von Open-Access-Büchern erreicht. Lan­guage Sci­ence Press ist ein glo­bal agie­ren­der Ver­lag, der von 115 Part­ner­in­sti­tu­tio­nen finan­ziert wird (z.B. Har­vard, MIT, Edin­burgh, Erlan­gen). Die­se bezah­len für 30 Bücher pro Jahr jeweils 1000€. 

Noam Chom­skys Unter­stüt­zung für Lan­guage Sci­ence Press, Ver­lags­ma­te­ri­al, 21.03.2017

Die Abbil­dung zeigt Noam Chom­sky vom MIT, der uns in der ers­ten Finan­zie­rungs­pha­se zusam­men mit Ste­ve Pin­ker (Har­vard) und Ade­le Gold­berg (Prince­ton) unter­stützt hat. 2020 war die zwei­te Finan­zie­rungs­pha­se erfolg­reich und Lan­guage Sci­ence Press hat jetzt über 170 Titel von über 1000 Autor*innen in 26 Buch­rei­hen veröffentlicht. 

Fly­er von Lan­guage Sci­ence Press mit Infor­ma­tio­nen zu Buch­rei­hen, der Anzahl der Bücher, Autor*innen und Down­loads, 2/2021

Da die GmbH gemein­nüt­zig ist, dür­fen wir kei­nen Gewinn machen. Bis­her wur­den 0,00€ an mich aus­ge­schüt­tet, und das wird auch so blei­ben. Der Zweck des Ver­la­ges war es, das Publi­ka­ti­ons­pro­blem (unzu­gäng­li­che Publi­ka­tio­nen bei astro­no­misch wach­sen­den Prei­sen und sin­ken­dem Ser­vice durch Wis­sen­schafts­ver­la­ge wie Else­vier, Sprin­ger, Wiley und De Gruy­ter) zu lösen. Wir haben die­ses Pro­blem gelöst. Zumin­dest für die Sprach­wis­sen­schaft. Zur Wirt­schafts­kom­pe­tenz: Wir haben gemein­sam mit der Öko­no­min Debo­ra Sil­ler ein Geschäfts­mo­dell ent­wi­ckelt (Nord­hoff, 2018). Die­ses ist öffent­lich zugäng­lich und wir hof­fen auf Nachahmer*innen aus ande­ren Dis­zi­pli­nen oder auch aus der Sprach­wis­sen­schaft selbst. 

Im Bun­des­tag wer­de ich mich natür­lich für Open Access ein­set­zen: Aus Steu­er­mit­teln finan­zier­te For­schung muss der All­ge­mein­heit zugäng­lich sein und darf nicht hin­ter Pay­walls ver­schwin­den. Auf­grund der Oli­go­pol­struk­tu­ren im Ver­lags­we­sen wer­den Mond­prei­se für wis­sen­schaft­li­che Ver­öf­fent­li­chun­gen ver­langt. Die­se Miss­stän­de gilt es zu besei­ti­gen. Uni­ver­si­tä­ten und die DFG arbei­ten daran.

Nebentätigkeiten

Ich pho­to­gra­phie­re Musik-Events. Als ich die Che­fin der Photograph*innenvereinigung zum ers­ten Mal getrof­fen habe und wir den Ver­trag bespro­chen haben, habe ich gesagt, dass ich es gut fän­de, wenn die Kame­ra dabei raus­kä­me. Sie hat mich gar nicht ver­stan­den. Sie dach­te, ich hät­te das The­ma gewech­selt und wür­de mich dar­auf freu­en, dass es bald ein neu­es Kame­ra­mo­dell zu kau­fen gibt. In der Event-Pho­to­gra­phie ver­dient man heut­zu­ta­ge kein Geld mehr.

Bild von mir in der taz vom 28.09.2018. Das Bild ist 2018 bei „Wir sind mehr“ in Chem­nitz entstanden.

Frü­her hat man bei der taz so 100 DM pro Bild bekom­men und die taz hat am wenigs­ten bezahlt (nie­mand ver­dient viel Geld bei der taz). Für das Nura-Bild kamen bei mir 6€ Hono­rar an. Der Ver­trieb von Pho­tos kann auf ver­schie­de­ne Arten erfol­gen. Für die Photograph*innen ist es das Bes­te, direkt an Zei­tun­gen zu ver­kau­fen, aber das ist nicht ein­fach, denn direk­ter Kon­takt ist für die Redak­tio­nen zu auf­wen­dig und somit zu teu­er. Heut­zu­ta­ge läuft alles über Daten­ban­ken und Bild­agen­tu­ren (ima­go, pic­tu­re alli­an­ce). Die taz hat das Bild bei Ima­go gekauft und X€ dafür bezahlt. Einen Teil davon hat ima­go an mei­ne Che­fin wei­ter­ge­ge­ben, die unse­re Daten­bank ver­wal­tet und Bil­der an Redak­tio­nen ver­teilt, und einen Teil davon habe ich bekom­men. So läuft’s.

Aber das ist nicht alles. Es ist nicht nur so, dass die Ein­nah­men pro Bild dra­ma­tisch gesun­ken sind (regelt der Markt …). Die Zei­tun­gen ver­wen­den ein­fach skru­pel­los irgend­wel­che Han­dy­bil­der ihrer Redakteur*innen. Wahr­schein­lich fin­den das die Leser*innen nicht ein­mal schlimm. Wenn ich im Bun­des­tag für irgend­et­was lob­by­ie­ren wür­de, dann für eine gute visu­el­le Erzie­hung und künst­le­ri­sche Ausbildung. 

Vermögenslage

Ich bin seit 1994 im öffent­li­chen Dienst und in der Pri­vat­wirt­schaft beschäf­tigt gewe­sen. Von 1994–1996 als wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter und ich hat­te das gro­ße Glück, eine gan­ze Stel­le zu bekom­men. Danach 1997–2003 an der DFKI GmbH in Saar­brü­cken. Die Tari­fe dort waren damals an IG-Metall-Tari­fe ange­lehnt, d.h. sie lagen deut­lich über denen des öffent­li­chen Diens­tes. Das, was ich da mehr bekom­men habe, habe ich aber gleich bei der Deut­schen Bahn abge­ge­ben. Danach hat­te ich diver­se Pro­fes­su­ren (W1 in Bre­men, W3 an der FU Ber­lin und der HU Ber­lin). Was man da ver­dient, kann man in ent­spre­chen­den Tabel­len im Netz nachlesen.

Das Geld habe ich alles ver­prasst! Mit teu­ren Ein­käu­fen im Bio-Laden und einer neu­en Kame­ra alle vier Jah­re (ich arbei­te im Low-Light-Bereich, da zählt jeder ISO-Schritt). Außer­dem für Kla­mot­ten. Also ich selbst habe seit 1994 immer die­sel­ben Sachen ange­zo­gen, aber die Kin­der haben prak­tisch täg­lich ande­re Kon­fek­ti­ons­grö­ßen und die sze­ne­ty­pi­sche Klei­dung ist sehr teuer.

Demons­tra­ti­ons­teil­neh­me­rin­nen demons­trie­ren bei der Fri­days­For­Fu­ture-Demo #Neu­start­Kli­ma für fair fashion und gegen fast fashion, Ber­lin, 29.11.19

Was dann noch übrig ist, geht in das Taschen­geld der Kin­der (Aber die Mar­le­ne bekommt viel mehr!). Da die Kin­der Öko-Kin­der sind (also Kin­der von Ökos), dür­fen sie sich für das Taschen­geld nichts kau­fen. Sie müs­sen es in Kli­ma­fonds anle­gen. Sie sind inzwi­schen sehr reich.

Da ich aus dem Osten bin, gibt es kein ande­res Ver­mö­gen wie zum Bei­spiel geerb­tes Geld, Häu­ser oder Woh­nun­gen (sie­he auch Mau, 2020: 171). Alles, was ich besit­ze, stammt aus mei­nen Gehäl­tern, Anla­gen bzw. von der SoGeLa.

Pro­ble­me mit geschenk­ten Eigen­tums­woh­nun­gen haben Ossis eher selten

Literatur

Drib­busch, Bar­ba­ra. 2021. Umver­tei­lung der Steu­er­last: Ran an die Ober­mit­tel­schicht! taz. 17.04.2021, S. 11

Mau, Stef­fen. 2020. Lüt­ten Klein: Leben in der ost­deut­schen Trans­for­ma­ti­ons­ge­sell­schaft (Schrif­ten­rei­he 10490). Bonn: Zen­tra­le für Poli­ti­sche Bil­dung. (https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/303713/luetten-klein)

Nord­hoff, Sebas­ti­an. 2018. Lan­guage Sci­ence Press busi­ness model. Ber­lin: Lan­guage Sci­ence Press. (https://doi.org/10.5281/zenodo.1286972)

Wer ich bin und warum ich für den Bundestag kandidiere

Im Janu­ar 2021 begann Die PARTEI Erlan­gen mit einem Ste­fan-Mül­ler-Cas­ting zur Bestim­mung eines Kandidaten/einer Kan­di­da­tin für die Bun­des­tags­wahl (Pres­se­mit­tei­lung). Der Grund für die­ses Cas­ting war, dass Die PARTEI fest­ge­stellt hat, dass Ste­fan Mül­ler von der csU, ohne dass dafür irgend­wel­che Grün­de erkenn­bar wären, seit 2002 immer den Wahl­kreis 242 (Erlan­gen, Land­kreis Erlan­gen-Höch­stadt, die Gemein­den Dach­s­bach, Ger­hards­ho­fen und Uehl­feld) direkt gewinnt. Die logi­sche Schluss­fol­ge­rung war, dass man Wähler*innen geben muss, was sie wol­len, wes­halb sie einen Ste­fan Mül­ler bzw. eine Ste­fa­nie Mül­ler gesucht haben. In einem lang­wie­ri­gen Cas­ting-Ver­fah­ren habe ich mich gegen Tau­sen­de Ste­fan Mül­lers durch­ge­setzt und tre­te nun als par­tei­lo­ser Direkt­kan­di­dat in Erlan­gen an. Man kann mich dort nur mit der Erst­stim­me wäh­len. Zweit­stim­men will ich kei­ne und kann ich auch tech­nisch nicht bekommen. 

Klima und Nazis

In der Aus­schrei­bung hat Die PARTEI dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Ste­fan Mül­ler (csU) Huf­ei­sen­theo­rien anhängt und den Reichs­tag stür­men­de Nazis „kin­disch-krei­schen­de Chao­ten“ nennt und mit Öko-Demonstrant*innen gleichsetzt. 

Das hat mich hart getrig­gert, weil ich einer­seits Anti­fa­schist und ande­rer­seits Öko bin. (Ich bin bei Scientits4Future und an ande­ren Stel­len in der Kli­ma­be­we­gung aktiv und set­ze mich an der Uni und in Fach­ge­sell­schaf­ten für Kli­ma­schutz ein.1) Also habe ich beschlos­sen, alles dafür zu tun, dass Ste­fan Mül­ler nicht wie­der direkt in den Bun­des­tag gewählt wird.

Demons­tra­ti­on „1 Jahr nur blo­ckiert“ von Fri­days for Future gegen die Blo­cka­de­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung in Sachen Kli­ma­schutz vor dem Reichs­tag. Die Demons­tra­ti­on war offi­zi­ell ange­mel­det und es gehört zu unse­rer Demo­kra­tie, dass Men­schen sich ver­sam­meln und gegen die Regie­rung pro­tes­tie­ren dür­fen. Bild: Ste­fan Mül­ler, 13.12.2020. CC-BY.

Rassismus

Die Ansicht, dass Ste­fan Mül­ler nicht in den Bun­des­tag gehört, tei­le ich auch mit einem Autor der Welt: Fré­dé­ric Schwil­den schreibt über fol­gen­den Tweet von Ste­fan Mül­ler auf Facebook:

„Sie sind ein wei­ßer deut­scher Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter, der von Migran­ten schreibt, weil er sich nicht vor­stel­len kann, dass Leu­te, die nur ein biss­chen anders aus­se­hen oder einen ande­ren Namen tra­gen, auch Mit­bür­ger und Mit­bür­ge­rin­nen sind.“ Wei­ter betont Schwil­den, „dass das deut­sche Volk neben Mül­ler und Schmidt auch Lee, Pal­mer, Iyi­bas, Akbay, Bako­vic oder Baj­bouj heißt“. Wol­le der CSU-Abge­ord­ne­te dies nicht wahr­ha­ben, habe er im Bun­des­tag nichts zu suchen.

Gie­bel, Mar­cus. 2020. CSU-Abge­ord­ne­ter greift unver­hoh­len Migran­ten an – def­ti­ger Kon­ter eines Jour­na­lis­ten geht nun viral. Mer­kur.

Soziale Gerechtigkeit

Sozia­le Aspek­te wie Teil­ha­be und sozia­le Gerech­tig­keit sind mir schon immer wich­tig gewe­sen. In Gesprä­chen im April 2021 habe ich erfah­ren, dass die Infra­struk­tur in Erlan­gen maro­de ist. Zum Bei­spiel sind alle Stra­ßen­la­ter­nen extrem umsturz­ge­fär­det, so dass maxi­mal ein Wahl­pla­kat pro Later­ne auf­ge­hängt wer­den darf. Mich hat das scho­ckiert und ich möch­te mich ernst­haft für bes­se­re Lebens­be­din­gun­gen in Erlan­gen ein­set­zen. Da der Osten ja nun durch­sa­niert ist und über­all blü­hen­de Land­schaf­ten sind, ist es Zeit für den Auf­bau West! Für Licht in Dunkeldeutschland!

Sonstiges zur Person

Ich habe im Gesund­heits­be­reich in der Pfle­ge gear­bei­tet (1982?), als Erd­beer­pflü­cker (1984) als Post­bo­te (1983–1986), als Bus­rei­ni­ger bei der BVG (1983–1986), im Braun­koh­le­kraft­werk Espen­hain (im Win­ter 1986/1987) und als Fahr­rad­ku­rier (1991–1992) und bin jetzt Wis­sen­schaft­ler (ORCID-ID, Wiki­pe­dia-Ein­trag). Unter ande­rem habe ich auch Mathe­ma­tik stu­diert. Ich habe berech­net, dass ich die­sen Wahl­kreis gewin­nen wer­de (sie­he War­um ich das Direkt­man­dat für die Bun­des­tags­wahl in Erlan­gen gewin­nen wer­de). Sonst hät­te ich mich nicht auf­stel­len las­sen. Bin ja nicht blöd.

Korrektur des Lebenslaufs

Weil Ana­le­na Baer­bock, Olaf Scholz und Armin Laschet ihre Lebens­läu­fe kor­ri­giert haben, möch­te ich das auch tun. Die Anga­ben im vori­gen Abschnitt sind von der Art her so wie man­che das eben machen in Lebens­läu­fen: Ich habe in der Tat im Kran­ken­haus, als Erd­beer­pflü­cker, Post­bo­te und Bus­rei­ni­ger und in der Nacht­schicht im Koh­le­kraft­werk gear­bei­tet. Das waren aber jeweils nur drei Wochen, weil ich da als Schü­ler gear­bei­tet habe bzw. als Sol­dat. Fahr­rad­ku­rier war ich län­ger, aber auch nur eini­ge Wochen am Stück in den Semes­ter­fe­ri­en. Wäh­rend des Semes­ters war es nur ein Tag in der Woche. Die Jah­res­zah­len waren aber ange­ge­ben, so dass auch klar war, dass ich als 14Jähriger nicht wirk­lich Kran­ken­pfle­ger gewe­sen sein konn­te (obwohl, der Osten, wer weiß …). Eine Sache habe ich aber wirk­lich unter­schla­gen und muss sie nun hier nach­rei­chen: Ich bin schon sehr lan­ge Mit­glied in einer übels­ten Lob­by-Orga­ni­sa­ti­on. Nicht nur das: Ich neh­me kei­ner­lei Ver­güns­ti­gun­gen in Anspruch, so dass all mei­ne Mit­glieds­bei­trä­ge in die Machen­schaf­ten die­ser Orga­ni­sa­ti­on gehen. Ja, ich habe es ver­heim­licht und nun ist es raus. Frü­her oder spä­ter hät­ten fin­di­ge Jour­na­lis­ten der Bild-Zei­tung oder die Freaks von der INSM es ohne­hin her­aus­ge­fun­den: Ich bin im ADFC! Seit 1994, glaub ich.

ADFC-Mit­glieds­aus­weis, hier der von 2006

Zweite Korrektur des Lebenslaufs

Ich hat­te auch ver­ges­sen, eine der höchs­ten Aus­zeich­nun­gen, die ich je bekom­men habe, anzu­ge­ben: Ich bin Ehren­pio­nier der Sowjet­uni­on. Da das frü­her oder spä­ter ohne­hin her­aus­ge­kom­men wäre, habe ich einen Blog­post dazu geschrieben.

Nichts hier ist ernst

Die­se Sei­te ist eine Sati­re­sei­te und alles hier ist von der Kunst­frei­heit gedeckt. Nichts hier ist ernst, außer den Sachen über Nazis, über die Kli­ma­kri­se und über den Osten. Also lei­der doch irgend­wie alles. Ich neh­me nie­man­den ernst, kei­nen von den Spaßvögel*innen, die die poli­ti­schen Büh­nen die­ses Lan­des bevöl­kern und schon gar nicht mich sel­ber (sie­he War­um ich das Direkt­man­dat für die Bun­des­tags­wahl in Erlan­gen gewin­nen wer­de).

Ich, du, er, sie, es, wir, ihr, Sie

Ich habe lan­ge dar­über nach­ge­dacht, ob ich mei­ne Wähler*innen duzen oder sie­zen soll. Für die Gen­der­ge­rech­tig­keit betrei­be ich gern Auf­wand und schrei­be das Stern­chen und das in (sie­he Gen­dern, arbei­ten und der Osten), aber jedes mal „Ihr bzw. Sie“ und ver­schie­de­ne Verb­for­men zu schrei­ben, ist mir zu umständ­lich. Ich habe mich des­halb für gna­den­lo­ses Duzen ent­schie­den. Der Grund ist, dass ich mich nicht an Letztwähler*innen son­dern an Erstwähler*innen wen­de. An Erstwähler*innen, auch nicht an Zweitwähler*innen, denn man kann mich nur mit der Erst­stim­me wäh­len, auf der Lan­des­lis­te tre­te ich nicht an.

Sie kennen mich

Das Mot­to des Blogs „Sie ken­nen mich“ habe ich von Win­fried Kret­sch­mann (cdU) geklaut, der in Baden-Wür­tem­berg zusam­men mit den Grü­nen regiert. Die PARTEI hat als ein Ziel die Über­win­dung von Inhal­ten und das ist die Wahl­kampf­lo­sung, die per­fekt zu sol­chen Zie­len passt.

Sag’s mit Musik

Eini­ge der Sei­ten haben Musik­vi­de­os ein­ge­bun­den: Knor­ka­tor, Fun­ny van Dan­nen, Deich­kind, COR. Es gibt eine spe­zi­el­le Kate­go­rie­sei­te zu Posts mit Musik. Ein­zel­ne Bands kann man auch rechts in der Sei­ten­leis­te unter Kate­go­rien auswählen.

Wer sagt denn das?

„Ale­xa und Siri, die Cloud und dein Boss
die stil­le Post und die Stim­men in dei­nem Kopf
der Guru, die Trai­ner, der TÜV und der Mob.
Der hat’s von Tin­der und die haben’s von Gott“

Deich­kind, Wer sagt denn das?

Deich­kind: „Wer sagt denn das?“ Sul­tan Gün­ther Musik, 2019

Bei allen Behaup­tun­gen habe ich Quel­len ange­ge­ben. Das gehört sich so für Wissenschaftler*innen. Dar­über hin­aus gibt es auf vie­len Sei­ten Bil­der von Men­schen, die etwas zum The­ma gesagt haben. Damit wird die gan­ze Sache per­sön­li­cher und Ihr wisst wirk­lich, wer hin­ter Ansich­ten steht. Die meis­ten der Bil­der von Vor­tra­gen­den sind beim Kli­ma­mon­tag ent­stan­den. Ich dan­ke, den Organisator*innen recht herz­lich für die Aus­wahl der Redner*innen. Obwohl ich schon lan­ge in der Kli­ma­be­we­gung aktiv bin, ler­ne ich immer noch neue Dinge. 

Quellen

Gie­bel, Mar­cus. 2020. CSU-Abge­ord­ne­ter greift unver­hoh­len Migran­ten an – def­ti­ger Kon­ter eines Jour­na­lis­ten geht nun viral. Mer­kur. (https://www.merkur.de/politik/rassismus-stuttgart-usa-george-floyd-stefan-mueller-csu-migration-frederic-schwilden-kritik-zr-13809464.html)

Kun­ze, Mela­nie. 2020. Nach Migra­ti­ons-Post: Wir­bel um Erlan­ger CSU-Poli­ti­ker. Nürn­ber­ger Nach­rich­ten. (https://www.nordbayern.de/region/erlangen/nach-migrations-post-wirbel-um-erlanger-csu-politiker‑1.10204672)